
Informationsgesellschaft, quo vadis? (Business Breakfast)
Wege aus dem digitalen Dilemma
Kurzbeschreibung
Bereits vor über 30 Jahren sprach der Zukunftsforscher Alvin Toffler in seinem Buch „Der Zukunftsschock“ von der Informationsüberflutung. Aber die Frage ist heute brennender denn je: Wie viel Selbstbestimmung obliegt uns beim täglichen Umgang mit E-Mail, SMS, Handy und Laptop? Im Kern ist diese Frage eine höchst wirtschaftliche: Ab wann wird der Umgang mit Medien unproduktiv und geht zu Lasten der Unternehmensressourcen und damit zu Lasten von Innovation, Wertschöpfung und Kreation?
Erhöhtes Grundrauschen im Blätterwald und Nägel mit Köpfen aus den USA
Der SPIEGEL hat das Thema unlängst in einer Titelstory aufgegriffen und fragte: „Macht das Internet doof?“ Die WELT behauptete, Social Network Services vermehrten sich schneller als Fruchtfliegen auf gammeligem Obst und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung betitelte Xing und Co. bereits als „große Zeitvernichtungsmaschine“. In den USA scheint man hingegen schon einen Schritt weiter: Mitte Juli 2008 war die Eröffnungsveranstaltung der Information Overload Research Group (IORG), an der IBM, Microsoft, Intel und Xerox beteiligt sind. Das ausgerufene Ziel: Informationsflut in Unternehmen eindämmen und helfen, die Produktivität jedes einzelnen Mitarbeiters zu erhöhen.
Die Zukunftsakademie veranstaltet zu diesem Thema erstmalig ein Business Breakfast. In ungezwungener Atmosphäre werden an einem Vormittag Strategien des produktiven Ausstiegs aus dem digitalen Chaos vor dem Hintergrund von Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit diskutiert – garantiert ohne PowerPoint und Beamer. Der Medienexperte und Leiter der Zukunftsakademie Andreas Haderlein lädt hierzu Experten ein, die den Themenkomplex beleuchten und sich nicht zuletzt den Fragen aus dem Publikum stellen.
An wen richtet sich dieses Seminar?
Angesprochen sind ebenso HR-Verantwortliche, Entscheider, Kommunikationsberater und die interessierte Öffentlichkeit wie IT-Strategen, Programmierer und Produktentwickler. Das Format des Business Breakfast soll einem interdisziplinären Austausch Raum geben. Denn die behandelten Fragen sind nicht das Problem isolierter Abteilungen und Fachrichtungen.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 beschränkt.
Erfahren Sie:
- Wie Sie durch „Digital Life Management“ Mitarbeitereffizienz und -zufriedenheit steigern
- Wie sich ein adäquater Umgang mit digitalen Medien positiv auf die Kundenansprache und Service-Qualitäten Ihres Unternehmens auswirkt
- Welche „Analogisierungsstrategien“ heute schon erfolgreich sind – im Marketing und Management, am Point-of-Sale und in der Kundenbindung
Seminardetails
„Der Informatiker wird,
was die Komplexität, Chancen und Risiken der Welt betrifft,
die er selber mitschafft, nur unzureichend ausgebildet.“
Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Arno Rolf
Papst Benedikt höchstpersönlich rief in den Wochen vor Ostern zum „Medienfasten“ auf. Man kann dies als katholischen Bildersturm interpretieren oder als intelligente PR-Kampagne der Kurie. Klar ist, Medien haben unser Leben bisher nicht unbedingt leichter gemacht. TV, Radio und im Besonderen das Internet haben alle Sphären unseres Daseins durchdrungen und informationell verdichtet. Unser Leben ist im wahrsten Sinne gehaltvoller geworden, weil wir mit mehr Informationen als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte zurecht kommen müssen. Drastisch formuliert könnte man auch sagen: Entweder online oder tot.
Pathologische Zustände und zeitraubendes Identitätsmanagement im Netz
Die Diagnose Internet(sex)sucht ist keine Seltenheit mehr in den Praxen von Psychiatern und Psychologen. Es soll bereits Menschen geben, die unter Erreichbarkeitsentzug leiden. Und Anleitungen zum Umgang mit dem alltäglichen digitalen Wahnsinn sind längst im Umlauf. Sie heißen „Simplify your Life“ oder „Das Glück der Unerreichbarkeit“. Der Medientheoretiker Norbert Bolz sagt gar, ein Zeichen von Macht sei es künftig, Botschaften senden zu können, aber nicht empfangen zu müssen. Auch im Internet selbst formiert sich eine Gegenkultur, die zum Beispiel zum Ausstieg aus den pseudo-freundschaftlichen und zeitfressenden Social Networks aufruft (www.ausgeloggt.net).
Unter dem Schlagwort „Digital Pollution“ finden sich selbst Umweltschützer unter den Digital-Kritikern. Der US-amerikanische Autor und Berater Adam Greenfield etwa hat berechnet, dass 10% des weltweiten Energieverbrauchs auf „Information Processing“ zurückzuführen ist. Darunter fallen nicht nur Stand-by-Schaltungen an Rechnern und allen möglichen Gadgets, sondern vor allem Kühlsysteme und Air Conditioning, die die Server dieser Welt vor dem Abrauchen bewahren. Alleine die Videoplattform YouTube ist schon jetzt für 10% des gesamten Datenverkehrs im Internet verantwortlich und im zeitgenössischen Verständnis eigentlich ein „Klimakiller“.
Informationeller Dauerunfall in Unternehmen
„Wir müssen über die E-Mail hinweg kommen –
in Richtung Social Networks und Wikis
und Blogs und kollaborative Filtertechniken.
Meine Firma N-Genera organisiert sich vollständig über ein Wiki.
Ich weiß nicht mehr, wann wir das letzte Mal ein Meeting
des Managements hatten. Jeder geht nur noch auf das Wiki.
Und die Nutzung von E-Mail ist dramatisch zurückgegangen.
Das spart eine Menge Zeit.“
Internet-Experte und Erfolgsautor Donald Tapscott
in einem Interview im Handelsblatt vom 17.09.2008
Große Unternehmen haben indes nicht mehr alleine damit zu kämpfen, dass Mitarbeiter durch äußerst freizügiges Verhalten im Internet zum Sicherheitsproblem werden, YouTube einen Großteil der Mittagspause verschlingt oder Milliarden von Seiten unnötig gedruckt werden. Der größte betriebs- und volkswirtschaftliche Schaden resultiert aus der „Unterbrechungskultur“, wie es die Autorin Miriam Meckel (www.miriammeckel.de), Professorin für Unternehmenskommunikation an der Universität St. Gallen, beschreibt. Der durchschnittliche Aufmerksamkeits-Slot für die Konzentration auf ein und dieselbe Sache liegt in den Büros von heute bei zweieinhalb Minuten. Danach regiert die Unterbrechung – per Mail, Telefonanruf oder, auch das, durch die Frage des Kollegen. Auf 650 Mrd. Dollar wird alleine in den USA der jährliche volkswirtschaftliche Schaden beziffert.
Dalton Conley spricht in seinem Buch „Elsewhere, U.S.A.” von Entfremdung
Sind all diese Phänomene Reibungsverluste auf unserem Weg in die Informationsgesellschaft oder sind die sozio-technischen Systeme einfach noch nicht ausgereift genug? Wird Technik noch zu sehr entlang der Machbarkeitslogik entworfen, als dass sie nach der Bedarfslogik FÜR den Menschen da ist? Und generell gefragt: Was kommt nach dem digitalen Zeitalter? Antworten darauf erhalten Sie beim Business Breakfast „Informationsgesellschaft, quo vadis? Wege aus dem digitalen Dilemma“.
Location im Herzen Frankfurts und direkt am Fluss
Das nizza am main befindet sich im Herzen Frankfurts direkt am nördlichen Mainufer (auf der „Stadtseite“) schräg gegenüber dem Jüdischen Museum. Es sind nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof sowie von der U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz (Theater). S-Bahnen halten an der 10 Minuten entfernten Hauptwache. Ausgiebige Parkmöglichkeitengibt es im genau gegenüber gelegenen Parkhaus Theater.
Anreise siehe Google Map
Dozent/en
Andreas Haderlein, Moderator der Veranstaltung, ist neben seiner Forschungs- und Referententätigkeit mit
den Schwerpunkten Neue Medien, Wissenskultur und sozialer Wandel Leiter der Zukunftsakademie. Lesen Sie mehr »
Teilnehmende Experten:
Seminarablauf
Ablauf
(Änderungen vorbehalten)
ab 8.30 Uhr Ankommen, Kaffee und erstes Networking
9.00 – 9.30 Uhr: Warm-up und Vorstellungsrunde
9.30 – 10.15 Uhr: Schwerpunkt „Interne Unternehmenskommunikation“
Informationsflut, Systeme und Geräte, die (k)einer braucht – Was ist dran an der neuen Digital-Verdrossenheit?
10.15 – 11.00 Uhr: Schwerpunkt „Innovation, Kreativität und Wertschöpfung“
11:00 – 11:15 Uhr: Kurze Pause
11.15 – 11.45 Uhr: Wie viele Nullen und Einsen verträgt der Kunde?
Was kommt nach dem Newsletter?
11:45 - 12:00 Uhr: Die Zukunft des Internets – ein Ausblick
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