Arbeiten mit Megatrends

Wie aus Zukunftswissen Handlungsoptionen entstehen: Das Megatrend-System bietet einen Überblick über die Veränderungen, die unsere Welt heute und in der Zukunft beeinflussen. Unternehmen können dieses Wissen nutzen, um konkrete Fragestellungen in Zukunftsstrategien zu übersetzen

Quelle: Megatrend Dokumentation

Die Metaebene der Megatrends, ©Zukunftsinstitut

Auf der Meta-Ebene der Megatrends zeigt sich ein Grundmuster mit vier Eckpunkten. Megatrends eröffnen immer mehr eine Kultur-Dimension – etwa beim Megatrend Wissenskultur, der sich aus dem Neuen Lernen entwickelt.

Megatrends erzeugen Phänomene der Fusion. Fix geglaubte Parameter sind nicht mehr fix, sondern verschwimmen und fließen ineinander – etwa beim Megatrend Gender Shift, der das Verschränken der Geschlechter und die Auflösung ihrer alten Rollen antreibt.

Megatrends tragen den Gegentrend schon in sich. Diese Rekursion führt sie auf eine neue Ebene – wie beim Megatrend Individualisierung, der eine neue Wir-Kultur forciert und inkorporiert. Und: Ein Fluss der Disruption bricht sich seine Bahn. Die Megatrends schaffen zunehmend Phänomene mit disruptivem Potenzial. Dazu passt, dass es einen neuen Megatrend gibt: Sicherheit.

Neutralität als Voraussetzung für Verständnis

Entscheidend ist es dabei, zu verstehen, dass die Megatrend-Map ein undeterministisches Bild spiegelt. Sie ist neutral, weder auf Märkte noch auf Branchen, noch auf politische oder wirtschaftliche Einheiten hin festgelegt. Sie hat kein strategisches Ziel und keine zusätzliche Deutung. Sie beschreibt auch nicht Chancen oder Ängste oder Potenziale – sondern funktioniert als reines Instrument der Spiegelung. 

Vereinfachtes Ganzes ohne Komplexitätsverlust

Natürlich ist die Megatrend-Map eine grobe Vereinfachung. Genau darin liegt ihre Kraft. Die Komplexität der Zukunftsthemen der Menschheit ist zwar gewaltig und alles andere als linear. Doch die Reduktion ermöglicht uns, ein komplexes Bild „auf einen Blick“ zu erfassen. 

360-Grad-Blick gegen blinde Flecken

Worauf wir unseren Blick lenken, hängt davon ab, wonach wir suchen. Denn das menschliche Gehirn ist nicht dazu geschaffen, viele verknüpfte Optionen gleichzeitig zu bewerten (sonst wären wir alle Schach-Großmeister). Unser bewusstes Das Gehirn ist nicht dazu geschaffen, viele verknüpfte Optionen gleichzeitig zu bewerten. Denken lebt von der Reduktion, vom Weglassen. In jedem Moment der Konzentration werden die Einflüsse rundherum ausgeblendet. Doch sie verschwinden natürlich nicht. Dem Wahrnehmungsprinzip des Menschen folgend, haben wir auch die Megatrend-Map geschaffen. Sie liefert trotz ihrer Fokussierung ein jederzeit abrufbares Gesamtbild auf einer zweiten Ebene, der visuellen. Sie erinnert uns daran, dass um unsere Fragestellung herum eine Welt besteht, die verbunden ist mit allem, worüber wir im Speziellen gerade nachdenken. Sie soll als ein Tool dienen, auf das sich Überlegungen immer wieder rückbeziehen lassen, um zu prüfen, ob man nicht wesentliche Faktoren vergessen hat. 


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Wie entwickeln sich Märkte, Gesellschaft und ökonomische Strukturen? Und was sind die großen Treiber dieser globalen Veränderungsprozesse? Die Megatrend Dokumentation liefert in 13 Einzelheften und auf über 440 Seiten zu diesen Fragen die wichtigsten Daten, Fakten, und Prognosen für zukünftige Entwicklungen in einer Quelle versammelt.

 

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