Die Macht des geteilten Wissens

Zukunftsfähiges Wissensmanagement: Warum Organisationen soziale Medien brauchen, um ihre interne Anschlussfähigkeit zu erhöhen.

Von Christian Schuldt (09/2015)

„Wissen ist Macht“: Diese Aussage gilt in unserer Wissensgesellschaft mehr denn je - allerdings unter völlig neuen Vorzeichen. War einst mächtig, wer möglichst viel exklusives Wissen anhäufte, sind es in der vernetzten Realität des 21. Jahrhunderts diejenigen, die ihr Wissen möglichst freigiebig verteilen. Das bedeutet für Unternehmen: Wissen muss möglichst frei fließen können, auf allen Ebenen, hierarchie- und abteilungsübergreifend.

Für dieses fluide Wissensmanagement brauchen Organisationen neue Tools und neue Strategien, um Wissen smart verfügbar zu machen. Das heißt zunächst auch: Es muss MEHR Kommunikation abgebildet werden können. Heutige Workflow-Management-Systeme fangen nur einen geringen Anteil aller Informationen ein. Der größte und oft auch wertvollste Teil aller Informationen ist aber informelle Kommunikation, vom Flurfunk bis zum fachlichen Austausch.

Soziale Medien ermöglichen es, genau diese unstrukturierten Daten zu erfassen und nutzen: Unterschiedliche Perspektiven werden transparent gemacht, kognitive Diversität gefördert, nichtlineare Prozesse eingefangen. Die kommunikative Komplexität wird erhöht. Das kann bereits durch die unternehmensinterne Nutzung von Facebook- oder Google+-Gruppen geschehen.

Oder mithilfe spezieller Kommunikationstools: So nutzt die IT-Verbundgruppe Synaxon die Software Liquid Feedback als Open-Source-Werkzeug, um nachvollziehbare Entscheidungsstrukturen und eine offene Unternehmenskultur zu fördern. Und die Continental AG baut mit der Social-Media-Plattform ConNext fachspezifische Communities und dezentrale Wissensstrukturen auf, um den internen Datenaustausch zu optimieren.

Die Beispiele stehen symptomatisch für erste Schritte in Richtung einer zukunftsfähigen Unternehmenskultur: eine Kultur der gesteigerten Anschlussfähigkeit, die darauf baut, das vielschichtige Organisationswissen zugänglich zu machen und neue, kreative Potenziale freizusetzten. In Zukunft wird es deshalb immer mehr heißen: Geteiltes Wissen ist Macht

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