“Durchbruch zur breiten Marktdurchdringung”

Ove Petersen, Geschäftsführer von GP Joule, über die nachhaltige Gestaltung der Gesellschaft von morgen und die Zukunftsmärkte erneuerbarer Energien.

Quelle: Trend Update 08/2014

Herr Petersen, Ihr Unternehmen startete zunächst mit Fotovoltaik-Anlagen, inzwischen hat sich das Angebotsspektrum rund um erneuerbare Energien deutlich erweitert. Worin sehen Sie die Wachstumsfelder im Energiemarkt der Zukunft?

Einerseits wird das weiterhin die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen sein, um den Anteil langfristig zu steigern. Da ist man jetzt überhaupt erst dort angelangt, wo tatsächlich von Wirtschaftlichkeit gesprochen werden kann. Darüber hinaus sehe ich einen riesigen Wachstumsmarkt in der Umwandlung von Ökostrom für den Mobilitätssektor und Wärmebereich.

Neben den Geschäftsfeldern Solarenergie, Biomasse und Windkraft gibt es im Unternehmen eine Sparte „Zukunftskonzepte“. Was ist darunter zu verstehen?

Hier entwickeln wir innovative Lösungen, um erneuerbare Energien effizient ins vorhandene System zu integrieren. Das Ziel sind attraktive, maßgeschneiderte Investitionsmöglichkeiten – angefangen bei Produkten für Eigenheimbesitzer bis hin zur Gründung ganzer Stadtwerke. Vor allem aber geht es dabei um die Einbindung von Wasserstofftechnologie in die Energieversorgung von morgen.

Die Fortschritte in der Energieproduktion sind größer, als viele es vor wenigen Jahren noch für möglich gehalten haben. Was bedeutet das für die Zukunft?

Eine der größten Herausforderungen ist inzwischen nicht mehr so sehr die Erzeugung von Ökostrom, sondern seine Speicherung, Transformation und Verteilung. Genau das meinen wir, wenn wir von der Integration erneuerbarer Energien ins vorhandene System sprechen.

Wie kann das besser gelingen?

Wir haben uns vor drei Jahren entschlossen, mit unserem Tochterunternehmen H-Tec Elektrolysegeräte zu bauen. Denn in der Wasserstofftechnologie liegt ein zentraler Schlüssel zur Bereitstellung sauberer, CO2-freier Energie für den Mobilitäts-, Wärme- und Speichersektor. Wasserstoff als Zwischenspeicher regenerativ erzeugten Stroms ist ein entscheidender Schritt hin zu einer zeit- und wetterunabhängigen Nutzung erneuerbarer Energien.

GP Joule ist es als erstes Unternehmen gelungen, solche Energiespeicher auf Basis der Wasserstofftechnologie zur Serienreife zu bringen. Wie schätzen Sie die Entwicklung ein?

Ich bin überzeugt, dass wir mit der sogenannten PEM-Elektrolyse vor dem Durchbruch zur breiten Marktdurchdringung stehen. Anders als bei der klassischen alkalischen Elektrolyse kann man dabei eine hohe Fertigungstiefe erreichen. “PEM-Elektrolyseuren werden weggehen wie geschnitten Brot” Die positiven Skaleneffekte erzeugen einen ähnlichen Trend wie in der Fotovoltaik: Solarmodule waren früher sehr teuer, heute sind die Kosten um ein Vielfaches gesunken. Das Gleiche werden wir bei PEM-Elektrolyseuren erleben: Sie werden schon bald weggehen wie geschnitten Brot.

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Megatrend Neo-Ökologie

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