Den Innovations-Terror überwinden!

Seit vielen Jahren ist Innovation der entscheidende Begriff für die Wirtschaft und wird zum Mantra – zum “Müssen-Müssen”. Diese Entwicklung beschreiben wir als Innovations-Terror. Unser methodischer Zugang hingegen unterstützt Unternehmen dabei, durch das wahre Erkennen von Problemen innovative Ansätze zu entwickeln. Ein Auszug aus dem Workbook Entwickeln.

Von: Harry Gatterer und Verena Muntschick

Innovation ist eine Ware – ohne die nichts geht. Viel ist darüber schon geschrieben und gedacht worden. Innovationsmethoden wie das Design Thinking diffundieren als Basiswissen in Organisationen und erzeugen selbst in starren Strukturen Öffnungen für das Neue. Das ist wunderbar. Andererseits entstehen oftmals überhitzte und überspannte Erwartungen.

Wahre Innovation braucht Tiefe, Zeit und Geduld. Wahre Innovation braucht Meta-Erkenntnis und die kulturelle Fähigkeit einer Organisation, mit Neuem umzugehen. Deshalb ist es für uns höchste Zeit, einen neuen Innovationszugang zu entwickeln. In unserer Beratungsmethodik FUTURE Mit Perception Driven Innovation können wir den Innovations-Terror hinter uns lassen und wieder echte Aha-Effekte erleben. ROOM haben wir einen Denkweg entworfen: Perception Driven Innovation. Dieser soll Ihnen helfen, sich zu refokussieren: indem Sie erstens die Aufmerksamkeit vom Neuen – dem vermeintlich Innovativen – auf das Problem verlagern. Aber nicht irgendein Problem: nicht das ihrer Kunden, das möglicherweise zu lösen sei. Oder das der Gesellschaft als Abstraktum. Nein: Ihr Problem. Das Sie ganz persönlich mit dem Status quo haben.

Diese extreme Konzentration erzeugt neue Perspektiven und zwingt das Denken in eine Meta-Betrachtung, die tiefer und weiter ist. Im nächsten Schritt gilt es dann loszulassen. Für wahre Innovation brauchen wir unser ganzes Denkvermögen, auch das nicht bewusste Denken. Wir benötigen alle geistigen Ressourcen, die wir aufbringen können – und genau dafür gilt es loszulassen. Und wir meinen es nicht esoterisch. Vielmehr ist es kognitiv notwendig, sich in Gelassenheit und Abstand zu üben, wenn man sich dem Neuen zuwenden will.

Was heißt Perception Driven Innovation?

Perception Driven Innovation ist unser methodischer Zugang, der Ihnen dazu verhilft, nützliche innovative Ansätze für Ihr Unternehmen zu entwickeln. Perception Driven Innovation zielt auf neue Innovationsansätze – nicht auf Produkte. Der Zugang kann zugleich als Meta- und Kern-Methode für jegliche Innovationsprozesse gelten, indem sie jedem leistungs- und handlungsorientierten Prozess vorangeschaltet wird. Diese Methode bildet die Grundlage für eine neue Qualität und eine nachhaltigere Wirksamkeit von Innovationen und hebt den gesamten Innovationsprozess im Unternehmen auf eine höhere Stufe.

Die Herangehensweise ist psychologisch-emotional und reflexiv nach innen gerichtet. Sie kann nur mit überzeugter, echter Offenheit für einen Perspektivwechsel und seine Konsequenzen zum Erfolg führen. Der Sinn darf nicht auf unmittelbare Notwendigkeit (Sachzwang) und Leistung gerichtet sein, sondern auf die Lust und die Freude an Wandel und Weiterentwicklung. Ziel des methodischen Zugangs ist das Entwickeln von Erkenntnissen – daher haben wir unser Innovations-Workbook „Entwickeln“ genannt. Entwickeln heißt: etwas erschaffen, aber zugleich auch etwas ausbreiten, entfalten, entwirren, zur Anschauung bringen. Entwickeln ist im Gegensatz zur Ideengenerierung ein gerichteter Vorgang mit dem Fokus auf Wahrnehmungssteuerung und Erkenntnisgewinn.

Bei Perception Driven Innovation geht es nicht ausschließlich um schnellen Output, sondern darum, einen längeren Entwicklungs- und Reifungsprozess von Gedanken durchleben zu können, bei dem unterbewusste Prozesse aktiviert und konsultiert werden. Wir dürfen uns also langsam lösen von dieser lästigen Innovations-Pflicht und uns auf die Suche nach echten Erkenntnissen begeben – auch wenn unsere Umgebung immer wieder einzufordern scheint, schnell zu handeln und adaptiv zu reagieren.

Mit Perception Driven Innovation können wir den Innovations-Terror hinter uns lassen und wieder echte Aha-Effekte erleben. In diesem Sinne kann diese Methode allen anderen Innovationsprozessen vorausgeschaltet werden. An ihr können sich die bekannten Innovationsmethoden nachfolgend “anlagern”.

Die Erschließung des Lösungsraumes

Das Identifizieren grundlegender Probleme ist der Weg zu sinnvollen und innovativen Lösungsansätzen. Denn wer sich Problemen stellt, verfolgt damit eine ganz bestimmte Richtung, hat einen Fokus. Innovationen als Lösungen ohne Probleme dagegen zielen oft ins Leere und am Bedarf vorbei.

Die Voraussetzung dafür ist, die Angst vor dem Unbekannten zu überwinden und auf die Existenz einer Lösung zu vertrauen. Im Lösungsraum kann ein Reframing des Denkens erfolgen, das schließlich zu einer neuen Erkenntnis, zu einem Aha-Effekt führt, der die Leerstellen im Raum benennt und füllt.

Zukunftsinstitut // Yvonne Winnefeld

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Dieser Artikel ist in folgenden Dossiers erschienen:

Dossier: Innovation und Neugier

Dossier: Innovation und Neugier

Wie entstehen Produkte und Dienstleistungen? In der komplexen Netzwerköonomie wird Innovation immer wichtiger: die Fähigkeit, neue Sichtweisen einzunehmen, neue Ideen zu entwickeln und neue Zukunftsperspektiven für Organisationen zu entwerfen.

Folgende Menschen haben mit dem Thema dieses Artikels zu tun:

Harry Gatterer

Harry Gatterer ist Geschäftsführer des Zukunftsinstituts. Sein Spezialgebiet ist die Integration von Trends in unternehmerische Entscheidungsprozesse. Er berät Unternehmen dabei, relevante Trends zu erkennen und zu nutzen.

Verena Muntschick

Die studierte Germanistin, Anthropologin und Biologin ist seit 2014 für das Zukunftsinstitut tätig. Als Projektmanagerin, Researcherin und Autorin arbeitet sie an Studienprojekten und Auftragsarbeiten.