Jugend im Wandel der Gesellschaft

Megatrends definieren die Rahmenbedingungen jugendlicher Lebenswelten - und werden selbst dynamisch beeinflusst von der Liquid Youth. Ein Auszug aus der Studie “Youth Economy”

Quelle: Youth Economy

Jay Mantri / CC0

1. KONNEKTIVITÄT
ist der zentrale und strukturgebende Treiber aktueller und künftiger gesellschaftlicher Transformationsprozesse, der eine enorme Steigerung von Dynamik und Komplexität mit sich bringt. Jugendliche leben nativ in diesen vernetzten Verhältnissen und empfinden digitale Medien als organischen Teil ihrer Lebenswelt. Das macht sie zu Pionieren des digitalen Wandels.

2. INDIVIDUALISIERUNG
ist schon lange ein mächtiger Treiber des gesellschaftlichen Wandels, der starre Lebensfahrpläne auflöst, Biografien in Multigrafien verwandelt, Lebensstile und Szenen vervielfältigt. Die Jugendphase wird dadurch immer flexibler gestaltbar – und „Jugendlichkeit“ zu einem Lifestyle-Prinzip, das altersübergreifend genutzt werden kann.


Unsere Studie Youth Economy

Wie gelingt es, Jugendliche heute und künftig zu erreichen, sei es als Vorreiter gesellschaftlicher Konsumtrends oder als innovationsaffine Mitarbeiter von morgen? Unsere Studie Youth Economy liefert Ihnen konkrete Antworten – und zeigt dabei die entscheidenden Innovationspotenziale der kommenden Jahre und Jahrzehnte auf.
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3. FEMALE SHIFT
führt zu einer Angleichung von Ausgangsbedingungen und Erwartungen zwischen den Geschlechtern. Die Auflösung geschlechtsspezifischer Rollenbilder und Karrierepläne ist ein prägendes Merkmal heutiger Jugendlicher. Junge Frauen sind heute technikaffiner denn je – und tendenziell besser ausgebildet als junge Männer.

4. SILVER SOCIETY
beschreibt den Prozess des demografischen Wandels und das neue Zusammenspiel der Generationen im Kontext einer alternden Gesellschaft. Ältere Generationen üben zunehmend jugendliche Lebensstile aus, das Verhältnis zwischen jungen und älteren Generationen wird partnerschaftlicher. Das stellt auch die jugendliche Identitätsbildung vor neue Herausforderungen.

5. NEUES LERNEN
erweitert traditionelle Lernformen und -methoden durch digitale und globalisierte Möglichkeiten und schafft neue Netzwerke des Wissens und Lernens. Die jugendliche Affinität zu digitalen Medien treibt diesen Wandel von passiver Wissensaufnahme zu aktiver Wissensgenerierung und -deutung voran.

6. NEO-ÖKOLOGIE
erzeugt ein neues Nachhaltigkeitsbewusstsein in der Gesellschaft, das großenteils vom Prinzip „Nutzen statt Besitzen“ gekennzeichnet ist. Es entstehen neue Bedürfnisse in der Herstellung und Verwendung von Produkten und Ressourcen. Digitalaffine Jugendliche sind Vorreiter dieser Sharing-Mentalität, die stark vom Megatrend Konnektivität profitiert.

7. NEW WORK
beschreibt einen Wandel der Arbeitskultur von einem traditionellen Arbeitsmodell, das von starren hierarchischen Strukturen geprägt war, hin zu einer neuen Flexibilität und Netzwerk-Mentalität. Jugendliche sind in besonderem Maße aufgeschlossen für diese neuen Formen der Zusammenarbeit – und erwarten von Unternehmen immer stärker eine entsprechende Aufstellung.

8. MOBILITÄT
ist ein zentrales Merkmal der entstehenden Netzwerkgesellschaft und führt in sämtlichen Lebensbereichen zu ungebundeneren, situativeren Verhältnissen. Auch dieser Prozess wird stark angetrieben von der zunehmenden Konnektivität. Kennzeichnend für Jugendliche ist ein dezidiert mobiles Mediennutzungsverhalten.

9. GLOBALISIERUNG
wird ebenfalls stark unterstützt von der zunehmenden Vernetzung der Weltgesellschaft. Jugend entwickelt sich heute nicht mehr in klar begrenzten Bereichen wie Dorf, Nachbarschaft und Schule, sondern zunehmend in erweiterten geografischen Kontexten, die etwa Fernreisen und internationale Austauschprogramme beinhalten.

10. URBANISIERUNG
beschreibt die komplexer und heterogener werdenden Lebensverhältnisse in urbanen Kontexten und ein offeneres Mindset, das damit einhergeht. Diese urbanen Räume gesteigerter Möglichkeiten bieten ideale Spielfelder für die Selbstentfaltung und Vernetzung der Liquid Youth.

11. GESUNDHEIT
wird immer wichtiger in einer Gesellschaft, die immer älter wird – und Jugendlichkeit zugleich zu einer altersübergreifenden Lebensmaxime erhebt. Stärker als vorherige Generationen sind heutige Jugendliche geprägt von einem bewussteren, ganzheitlicheren Umgang mit körperlichen und psychischen Ressourcen.


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Unsere Studie "Lebensstile für morgen"

Situativer Konsum und Multigrafien sorgen für Albträume im Marketing. Bis gestern: Als neue Klassifizierungsebene identifizieren wir in Lebensstile für morgen die Avantgarde in unterschiedlichen Lebensphasen, analysieren auf empirischer Basis ihr Einflusspotenzial auf den Mainstream und liefern Ihnen so ein operativ anwendbares Bild von Wertesystemen im Wandel.
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Christian Schuldt

Der Systemtheoretiker und Autor beleuchtet in Publikationen und Vorträgen den digitalen Kultur- und Medienwandel. Sein Blick ist geschult für die kommunikativen Muster, die Menschen und Unternehmen verbinden.