Marketing an der Bushaltestelle

Marketing und Werbung verwandeln Bushaltestellen – drei innovative Beispiele zeigen, wie neue Technologien für smarte Marketingkonzepte genutzt werden.

Von Anja Kirig (08/2015)

Wie wird eine Bushaltestelle zum Marketing-Hot-Spot? Zum Beispiel so: In Sydney stattete der Autoversicherer NRMA Insurance eine Bushaltestelle mit einem Soundsystem aus und verwandelte sie in eine riesige Jukebox. Die wartenden Busgäste konnten mit Hilfe eines QR-Codes und einer App, die über die NRMA-Facebookseite heruntergeladen werden konnte, Songs auswählen, die dann an der Bushaltestelle gespielt werden können. Die Botschaft von NRMA: In den Policen sind auch die Auto-Soundsysteme versichert. 

In London wurde eine Bushaltestelle mit einer HD-Kamera ausgestattet, die durch Gesichtserkennung feststellte, ob eine Frau oder ein Mann vor der Werbeanzeige steht. Je nachdem zeigte sie unterschiedliche Inhalte. Frauen bekamen einen 40-Sekunden-Spot gezeigt, Männer nur eine URL – und keinen Zugang zur Werbung. Die Initiative "Because I am a Girl" von Plan UK machte darauf aufmerksam, dass Mädchen und Frauen in vielen Teilen der Welt der Zugang zu Bildung und öffentlichem Leben verwehrt wird.

Noch spezieller war eine Kampagne von McCain Foods, die olfaktorisch die Aufmerksamkeit der Wartenden erregte. Auf der Werbetafel war eine überdimensionale Ofenkartoffel zu sehen, die auf einen Knopfdruck warm wurde und zu duften begann. Neben dem sinnlichen Erlebnis bekamen die Wartenden Gutscheine für das neue Produkt.

Die Aufmerksamkeit der reizüberfluteten Kunden zu erlangen stellt Werbende vor eine riesige Herausforderung. Selbst personalisierte, hochindividualisierte Anzeigen sind ergebnislos, wenn der Empfänger sie nicht registriert. Plätze, an denen Menschen warten müssen, sind ideale Orte, um Aufmerksamkeit zu erregen – interaktiv und mit multisensualem Unterhaltungswert. Besonders spannend wird künftig die Schnittstelle On- und Offline-Marketing. Einer Neudefinition der Bushaltestelle steht nichts mehr im Wege.

Quelle: Studie Mikrotrends 2014

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