Megatrends und ihre Wirkung

Die großen Veränderungen der Welt und wie man sie erkennen, einordnen und als Unternehmen in der alltäglichen Praxis nutzen kann.

Megatrend Dokumentation

Megatrend Map, 2015, ©Zukunftsinstitut

Megatrends sind ein Grundpfeiler unserer Arbeit in der Trend- und Zukunftsforschung. Wir beschreiben damit epochale Veränderungen, die uns alle betreffen. Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich mit einem Modell der Megatrends. Ziel: Die komplexen Veränderungen auf der Erde greifbar und begreifbar zu machen.

Wie Wie entsteht und verläuft Wandel? Darum geht es bei Megatrends. funktioniert das Megatrend-System? „Die Zukunft“ ist prinzipiell undeterministisch. Die Zukunftsforschung kann Wahrscheinlichkeiten und Plausibilitäten darstellen, aber sie sagt nicht das Endresultat der Welt im Jahr 2050 voraus. Das Leben ist organisierte Unberechenbarkeit und die Zukunft ein offener Prozess. Megatrends haben daher kein Ziel. Sie fungieren als „Drifts“ in komplexen Gesellschaften und arbeitsteiligen Ökonomien. Sie geben eine Richtung vor, aber kein Ergebnis.

Wie man Megatrends erkennt und definiert – die Kriterien: 

  • Dauer: Der Trend muss eine Halbwertszeit von mindestens 50 Jahren haben.
  • Ubiquität: Er muss in allen Lebensbereichen eine Rolle spielen und Auswirkungen zeigen.
  • Globalität: Megatrends sind globale Phänomene, aber nicht überall gleich stark ausgeprägt.
  • Komplexität: Megatrends sind mehrschichtig und mehrdimensional. Sie repräsentieren einen evolutionären Druck, der unsere Gesellschaft, Wirtschaft, unsere ganze Kultur durchdringt. 

Trends als Wandel und Wiederkehr

Wandel erzeugt höhere Komplexität und existiert auf vielen Ebenen und Stufen. Die meisten Veränderungsprozesse haben einen wiederkehrenden Charakter. Allerdings sind die Zyklen nicht einfach nur eine „Wiederholung“, sondern finden immer auf einer neuen Ebene statt. Rekursive Trends, die als Gegenbewegung dem Megatrend zu widersprechen scheinen, erweisen sich bei näherer Untersuchung als „Retro-Trends“, die als Aufwärtsverschiebung in einer „höheren“ Ordnung wieder in den Megatrend einmünden. Trends in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, letztlich in der zivilisatorischen Gesamtentwicklung, repräsentieren Evolutionsprozesse, die alle menschlichen Dimensionen umfassen.


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Wie entwickeln sich Märkte, Gesellschaft und ökonomische Strukturen? Und was sind die großen Treiber dieser globalen Veränderungsprozesse? Die Megatrend Dokumentation liefert in 13 Einzelheften und auf über 440 Seiten zu diesen Fragen die wichtigsten Daten, Fakten, und Prognosen für zukünftige Entwicklungen in einer Quelle versammelt.

 

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Das Ebenenmodell der Trendforschung

Entscheidend für das Arbeiten mit Trends: ihre unterschiedlichen Tragweiten definieren. Manche Trends wälzen ganze Wirtschaftssysteme um, andere wirbeln gerade mal ein Stäubchen in einer Produktnische auf. Zu diesem Zweck arbeitet das Zukunftsinstitut mit einem Ebenenmodell, in dem sich übersichtlich zeigen lässt, welche Trends welche Laufzeiten und Einflussbereiche in der Gesellschaft haben. Einzelne Trend-Kategorien sind nicht immer zu hundert Prozent trennscharf. Trends sind, in allen Ausmaßen und Ebenen, Erzählungen, die immer auch in einem kommunikativen, fluiden Kontext stattfinden.

Trend-Kategorien im Wellenmodell, @Zukunftsinstitut

Soziokulturelle Trends: Mittelfristige Veränderungsprozesse im Bereich von 10 bis 15 Jahren, die ihren Kern in sozialen Prozessen und Organisationsformen haben. Es geht hier um die Lebensgefühle von Menschen, um Wertorientierungen, Bedürfnisstrukturen und Wünsche, die eine starke Verankerung in den Symbol- und Zeichensystemen der Gesellschaft haben.

Technotrends: Sie handeln von der Veränderung der Technologien. Entweder einer grundsätzlichen Veränderung bei den Basistechnologien, Stichwort Digitalisierung. Oder auch im mittelfristigen oder detaillierteren Bereich: die Elektrifizierung von Autos, die Entwicklung von selbststeuernden Systemen, das Smart Energy Grid und so weiter.

Konsumtrends: Verbraucher- und marktbezogene Trendentwicklungen von rund fünf Jahren Dauer. Typische Beispiele wären Tablets, E-Bikes, das Aufkommen der Discount-Märkte oder der Bio-Trend. Konsumtrends sind bisweilen stark von Megatrends getrieben: So ist „Bio“ letztlich ein Teil des Megatrends Neo-Ökologie.   Mikrotrends: Hier handelt es sich um scharf umgrenzte Stil-Entwicklungen im Bereich des Designs, der Konsum- und Lebensweltphänomene. Ähnlich wie Zeitgeist-Trends, aber noch spezifischer und kurzfristiger; meist in Businessmodellen oder Produktinnovationen konzentriert.

Branchentrends: Dabei handelt es sich um Entwicklungen, die nur in einer oder mehreren Branchen dominant sind. Etwa die Near-Field-Bezahlung im Handel, die wachsende Technisierung der Outdoorbranche oder die Dezentralisierung in der Energieversorgung.

Megatrends dagegen sind jene Trends, die epochalen Charakter haben. Ihre Halbwertszeit (die Zeit bis zum Zenit ihrer Wirksamkeit) dauert mehrere Jahrzehnte. Das entscheidende Merkmal von Megatrends ist aber weniger ihre Dauer, sondern ihr „Impact“. Sie Das entscheidende Merkmal von Megatrends ist ihr Impact! verändern nicht nur einzelne Segmente oder Bereiche des sozialen Lebens oder der Wirtschaft. Sie formen ganze Gesellschaften um. Sie sind nicht nur Oberflächenbewegungen, sondern Tiefenströmungen des Wandels. Sie fassen verschiedene Wandlungsbewegungen – technologische, soziale und ökonomische – zu „Clustern“ zusammen.

In der seriösen Trendforschung braucht jeder Megatrend eine empirische Grundlage. Deshalb ist unsere Devise: kein Megatrend ohne messbare Zahlenreihe. Allerdings lassen sich mehrdimensionale Trends nicht durch einen einzelnen Faktor darstellen. Deshalb stellen wir in dieser Dokumentation ein umfassendes Daten- und Zahlenwerk zur Verfügung, das die Veränderungen mittels mehrerer Indikatoren auf den zahlreichen Charts erfasst.

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