Sanfter, schöner, schneller

Die Zahl schönheitsoperativer Eingriffe steigt rasant an. Ein globaler Blick auf die Beautymedizin – vom Hightech-Lasern bis hin zum präventiven Lifting.

Quelle: Trend Update

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Einst galt das Färben der Haare sowie das Rasieren der Beine als Tabu, heute gibt es kaum noch Frauen, die es nicht tun. Ähnlich verhält es sich in der Schönheitschirurgie. In Deutschland kann sich bereits jede sechste Frau vorstellen, sich unters Messer zu legen. Und auch immer mehr Männer sind schönheitschirurgischen Eingriffen nicht abgeneigt. Tägliche Trainingseinheiten Das Ziel ist der Nude-Look - so natürlich wie möglich und eine bewusste Ernährung tragen zwar zu einem veränderten Körpergefühl bei, stoppen jedoch nicht den Alterungsprozess. In unserer Always-on-Gesellschaft gehen Leistungsfähigkeit und Erfolg oftmals mit einem schönen Körper einher. Wer erfolgreich sein will, muss stets präsent und attraktiv sein. Dabei geht es nicht um die Erfüllung eines Schönheitsideals, sondern darum, den Körper zu optimieren und störende Äußerlichkeiten zu beseitigen.

Innovative Technologien und neue Verfahren machen Eingriffe zunehmend sanfter und liefern dabei beeindruckende Ergebnisse. Vorbei sind die Zeiten, als Eingriffe bereits von Weitem erkennbar waren, künstlich aussahen und Patienten mit langen Wundheilungsphasen rechnen mussten. Bei minimalinvasiven Eingriffen werden große Schnitte vermieden und die Patienten können direkt nach dem Eingriff nach Hause gehen. Bei Gesichts-Korrekturen treten anstelle aufwendiger Faceliftings Unterspritzungen mit Fillern wie Hyaluronsäure und Behandlungen mit Botulinumtoxin. Ziel ist der sogenannte Nude-Look, ein möglichst – idealisiertes – natürliches Aussehen.

Sanfte Technik gegen Falten

Um Patienten bei minimalinvasiven Eingriffen Angst und Schmerzen zu nehmen, setzt zum Beispiel die plastische Chirurgin Dr. Katrin Dreissigacker aus Köln auf stumpfe Kanülen bei der Faltenauffüllung. Die sogenannte „pix’L Kanüle“ lässt sich besser durch einzelne Fasern bewegen und verletzt weniger Gewebe. Großes Potenzial für eine neue Hautverjüngungsmethode weist auch der Picosecond-Laser auf. Bei der Anwendung des zur Entfernung von Tattoos und Permanet-Make-up entwickelten Gerätes werden Lichtimpulse auf einzelne Pigmente gegeben. Diese zerreißen und werden vom Körper abgebaut – in Pikosekunden, was dem Tausendstel einer Nanosekunde entspricht. Risiken einer Verbrennung oder Narben können weitestgehend ausgeschlossen werden.

Neben einem makellosen Gesicht ist die Sehnsucht nach einer schlanken und definierten Silhouette groß. Entsprechend entwickeln sich zunehmend neue Body-Forming-Methoden. Wo früher Silikonkissen in Brust – oder Gesäß – wortwörtlich „gestopft“ wurden, Neue Body-Forming-Methoden passen sich individuell an gilt es heute auf die individuellen körperlichen Voraussetzungen einzugehen. Benötigte Schnitte werden kleiner, und körpereigene Fettzellen, die sich körperlichen Veränderungen natürlich anpassen, durch Implantate ersetzt. Auch zur klassischen Fettabsaugung gibt es eine Alternative: die Zerstörung von Fettpölsterchen durch Kälte. Bei der sogenannten Kryolipolyse, wird überflüssiges Körperfett über eine Stunde kontrolliert mit Kälte behandelt. Fettzellen kristallisieren und sterben binnen acht Wochen ab – ohne chirurgischen Eingriff.

Fußballtrainer Jürgen Klopp machte Haartransplantationen bei Männern zum schönheitschirurgischen Trend. Bei dem Eingriff kommt die „Follicular Unit Extraction“ (FUE-Methode) zum Einsatz. Dabei werden mit einem speziellen Extraktionsgerät einzelne Haarfollikeleinheiten von kleinstmöglichen Haargruppen (bis vier Haare) entnommen und transplantiert. Da die Behandlung mit einem Hohlnadel-Instrument erfolgt, bleiben statt Narben nur unauffällige rötliche Punkte auf der Kopfhaut zurück.

Beauty Gangnam Style

Schönheitsideale variieren weltweit: Das westliche Aussehen hat gerade im asiatischen Raum eine gewisse Vorbildfunktion. Hier zählt die plastische Lidkorrektur bei Frauen wie auch Männern zu den beliebtesten Operationen: Augen werden größer, runder und dem westlichen Standard angepasst. Zu einem Zentrum für schönheitschirurgische Eingriffe hat sich Südkorea entwickelt. Die Andere Länder, andere Ideale: Japaner lieben schiefe Zähne Zahl der Schönheitstouristen hat sich seit 2009 verfünffacht und alleine 2012 rund 453 Millionen US-Dollar eingebracht. In Seoul gibt es ganze Straßenzüge nur mit schönheitschirurgischen Praxen sowie Agenturen, die sich auf den Schönheitstourismus spezialisiert haben. Neben den Gästen aus aller Welt sind es die Südkoreaner selbst, die sich unters Messer legen – 13 pro 1.000 Einwohner, ein weltweiter Rekord! Bereits ab rund 12.000 Euro lässt sich ein All-inclusive-Schönheits-Paket mit Flughafen-Abholservice, Hotelunterkunft und Eingriff in der Schönheitsklinik buchen.

Während man hierzulande Unsummen für gerade Zähne ausgibt, ist es in Japan chic, schiefe Zähne zu haben. Für den sogenannten „Yaeba-Look“ lassen japanische Frauen aller Altersgruppen die beiden oberen Vorderzähne operativ krümmen und abschleifen. Alternativ können auch „nur“ permanente „Doppelzähne“ an die eigenen Zähne angesteckt werden. Ziel ist es, möglichst kindlich-unschuldig auszusehen. Ein Look, den gerade japanische Männer als sehr attraktiv empfinden.

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