50 Antworten auf Fragen zur Zukunft des Wohnens

Richtige Fragen sind die besseren Antworten – In der Studie „50 Insights – Zukunft des Wohnens“ versuchen wir in Anlehnung an Woody Allen, einige der Fragen über die Zukunft des Wohnens zu stellen, deren Antworten wir schon immer wissen wollten, die wir aber nicht zu fragen wagten … Ein gekürzter Auszug aus 50 Insights – Zukunft Des Wohnens.

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Wir beim Zukunftsinstitut sagen gerne, dass es beim klugen Nachdenken über die Zukunft darum geht, die richtigen Fragen zu stellen. Wir sind überzeugt, dass, wenn wir mit einer gut gestellten Frage zum Kern eines Problems durchdringen können, uns dies dabei hilft, neue Einblicke und Sichtweisen zu erlangen. Diese Insights sind die Voraussetzung nicht nur dafür, um anders über die Zukunft nachzudenken, sondern auch um eine bessere Zukunft zu schaffen. Wie, warum und was wir fragen, kann unsere Antwort, unsere Erwartungen und unsere Bedürfnisse bestimmen. Wenn wir über neue Insights unsere Einstellung ändern, können wir interessantere Antworten finden.

Beginnen wir mit einigen Fragen über Fragen. Wie sollen wir zum Beispiel wissen, ob wir die richtigen Fragen über die Zukunft stellen? Ist das wirklich wichtig? In seinem Buch „Die Kunst des klugen Fragens“ stellt Warren Berger fest, dass die führenden Innovatoren und kreativen Köpfe der Welt außergewöhnlich gut darin waren, Fragen zu stellen, und dass einige ihrer größten Erfolge auf eine Frage (oder eine Reihe von Fragen), die sie formuliert haben, zurückgeführt werden konnten. Ein überaus bekanntes Beispiel ist Google, das laut seines CEO „über Fragen läuft“; auch Steve Jobs war dafür bekannt, dass er schwierige Fragen stellte.

Simon Sinek verdankt seinen Erfolg als Unternehmensberater einer einfachen Einsicht: „Frage immer erst: warum“. Mithilfe der Idee des „Golden Circle“ erklärt er, dass die meisten Unternehmen die Antworten auf ihr „Wie“ (Fertigung/Produktion) und ihr „Was“ (das Produkt oder die Dienstleistung) kennen, aber dazu neigen, ihr „Warum“ (die Leidenschaft, die Mission oder die Begeisterung, weswegen man etwas tut) zu vernachlässigen. Es sind eben die Antworten auf die Frage nach dem Warum, die die relevanten Insights in das Innenleben von Unternehmen und in die Motivation von Managern liefern. Sineks Meinung nach sollte daher das „Warum“ im Zentrum jeder Entscheidungsfindung stehen, weil Menschen sich von Unternehmen nicht überzeugen lassen durch das, was sie tun, sondern warum sie es tun.

Ganz gleich, ob Sie „warum?“, „wie?“ oder „was?“ fragen – eine gute Frage bringt meistens ein Gespräch, einen Dialog und einen produktiven Denkprozess über das Problem oder die Frage in Gang. Noch besser ist dabei sogar, dass sie den Fragesteller dazu bringt, über seine eigenen Motive, seine Vorurteile und seine Absichten nachzudenken. Das war die Ur-Lektion der ersten professionell organisierten Zukunftsberatung – des Orakels von Delphi. An diesen legendären Ort, an dem Zeus die Mitte der Welt erkannte, reisten einfache Bauern, Staatsmänner und Führungspersonen, um das Orakel am Apollo-Tempel zu befragen. Für eine moderne Zukunftsberatung waren die Eine gute Frage bringt einen produktiven Denkprozess über ein Problem in Gang Methoden des Orakels etwas ungewöhnlich, aber die wichtigsten Prinzipien sind für die heutige Art, über die Zukunft nachzudenken, immer noch relevant. Die Fragen zur Zukunft wurden über die Pythien – im Grunde von Dämpfen berauschte Jungfrauen – an Zeus gestellt, aber das war nur ein Nebenschauplatz. Die wirkliche Arbeit machten die Priesterinnen, die für alles verantwortlich waren und hinter den Kulissen über ein umfangreiches Netzwerk aus Kontakten, Tratsch und Kurieren Informationen sammelten.

Was können wir heute vom Orakel von Delphi lernen? Zunächst einmal, dass uns manchmal nicht auffällt, wann und warum wir die falschen oder mehrdeutige Fragen zur Zukunft stellen. Einer der Sinnsprüche, die in den Wänden des Tempels zu lesen sind, lautet sogar: „Erkenne dich selbst“. Zweitens können wir lernen, dass die besten Antworten/Voraussagen einem einfach einen Spiegel vorhalten und dass auch der Fragesteller ein bisschen Arbeit zu leisten hat. Daher auch der zweite Sinnspruch: „Nichts im Übermaß“. Diese zentralen Punkte werden von Michael Wood in seinem Buch The Road to Delphi anschaulich dargestellt.

Wenn es sowohl das Schwierigste als auch das Wichtigste ist, die richtigen Fragen zu stellen, warum wird dann die Kunst oder Wissenschaft der Fragestellung nicht stärker gefördert? Das Problem ist, dass dies in vielen Unternehmen als schädigend oder die Autorität in Frage stellend eingestuft wird. Dazu Berger: „Das Stellen von Fragen zu fördern oder auch nur zu erlauben, bedeutet, Macht abzugeben.“ Er ist allerdings davon überzeugt, dass die Kunst und Kultur des Hinterfragens oder des Stellens von klugen Fragen trainiert werden kann, damit wir anfangen können, bessere Antworten auf die Zukunft oder darauf, wie wir leben werden, zu bekommen. Er sagt dazu: „Eine kluge Frage ist eine ehrgeizige Frage, auf die hin man aber auch etwas tun kann, um anzufangen, die Art, wie wir etwas wahrnehmen oder wie wir über etwas nachdenken, zu verändern – und das könnte ein Katalysator sein, um Veränderungen zu bewirken.“

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Dossier: Wohnen

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