Gender Shift Glossar

Das Geschlecht verliert an gesellschaftlicher Verbindlichkeit. Dieser Megatrend hat weitreichende Folgen in Wirtschaft und Gesellschaft – und ermöglicht es immer mehr Individuen, auf ihre eigene Art und Weise glücklich zu werden. Die Geschlechterbilder fusionieren, alte Rollenbilder und Karrieremodelle lösen sich endgültig auf, die Gesellschaft wird dadurch kulturell anders gepolt und geprägt. Aber auch hier ist das Retro schon Teil des Trends – als prollig grelles Remake der alten Klischeebilder von Mann und Frau.

Superdaddys 

Das neue Geschlechter-Commitment verlangt heute nach anderen Rollenmodellen: Frauen wollen Kind und Karriere und Männer, die nicht mehr nur Brotverdiener sind. Männer hingegen fordern und übernehmen immer öfter eine aktive Rolle im Familienleben, möchten Zeit mit ihren Kindern verbringen und nutzen dafür nicht nur die gesetzlich geregelte Elternzeit.

Alpha-Softies 

Erstmals müssen sich Männer den Frauen anpassen, um soziokulturell mithalten zu können – zuvor war es stets umgekehrt. Die neue Rollenvielfalt der Geschlechter bedeutet aber kein „Ende der Männlichkeit“. Lediglich der alte Typus von Mann hat ausgedient. Alpha-Softies hingegen definieren ihre Männlichkeit situativ, sehr individuell und immer wieder neu.

Sexdesign 

Nie zuvor waren Körperbilder dermaßen vom Wunsch nach Perfektion und dem Wissen um ihre Gestaltbarkeit geprägt wie heute. Inzwischen ist auch das Geschlecht keine fixe Kategorie mehr, sondern wird zum individuell wähl- und gestaltbaren Persönlichkeitsmerkmal. In dem Maße, wie die Gesellschaft Geschlechtsstereotype überdenkt und von Vielfalt statt Binarität ausgeht, sind Menschen im Zuge des Sex-Designs freier, ihr Geschlecht und sexuelle Orientierung auszuprobieren, ohne eine Stigmatisierung zu erfahren.

Proll-Professionals

Proll-Professionals inszenieren ihren Lifestyle gern mit „Bling-Bling“-Accessoires und dicken Autos. Weil es Spaß macht und ihrem Lebensgefühl entspricht. Sie tun dies aber durchaus mit kritischer Selbstdistanz und professionellem Habitus. Denn zugleich wissen sie, dass man im Leben ohne Anstrengung nichts erreicht. Doch wer erfolgreich ist, darf es auch krachen lassen.

Work-Life-Blending

Die kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben, z.B. durch Home-Office-Modelle und Mobile-Office-Lösungen, wird zur großen Aufgabe der kommenden Jahre, statt weiterhin krampfhaft den Spagat zwischen zwei scheinbar trennbaren Welten zu versuchen. Die Idee der Work-Life-Balance weicht einem neuen Ansatz von Vereinbarkeit: Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen Lösungen finden, die diese steigende Belastung durch geschäftliche und berufliche Anforderungen kompensieren und zu einem besseren Work-Life-Blending führen.

Diversity

Diversity bedeutet Vielfalt, die in unterschiedlichen Kontexten als Chance gilt. Die individuelle Verschiedenheit von Mitarbeitern in einem Unternehmen beispielsweise kann sich auf Alter, Geschlecht, Herkunft, kulturellen Hintergrund, Ausbildungsschwerpunkt etc. beziehen. 

Female Shift 

Wohin man schaut, der Einfluss von Frauen steigt massiv. Weltweit sind sie die Bildungsgewinner und erobern den Arbeitsmarkt. In der Konsequenz drängen sie in immer mehr Schlüsselpositionen von Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur etc. vor. Mit der zunehmenden Unabhängigkeit von Frauen verändert sich auch das männliche Rollenverhalten nachhaltig.

Womanomics

Womanomics umschreibt eine Ökonomie, die auf die Kraft und Intelligenz der Frauen baut. Sie ist in ihrem Wesen eine Service-Gesellschaft. Frauen wollen den Alltag schneller, effektiver, komplexer und vernetzter. Sie sind geborene Konsumentinnen, haben aber wenig Lust auf umständliche Technik, angeberische Mobilität und sinnlose Produkte. Sie sind Pioniere des ethischen Konsums. Wo gebildete Frauen die Kultur bestimmen, kommt es zu einem dynamischen Ausbau des Bildungssystems; das treibt die Löhne nach oben, und damit auch die Kaufkraft.

Tiger Woman

Sie verkörpern das moderne Rollenbild der Frau: unabhängig, berufstätig, selbstständig. Ihr Erfolgsstreben macht die Tiger Woman aber nicht zum „Lonely Wolf“. Ihr Ziel ist ein neues, paritätisches Lebensmodell. Frauen, die diesen Lebensstil verkörpern, sind davon überzeugt: Wer etwas erreichen will, muss etwas riskieren, dann kann man es nach oben schaffen. Autonomie, Freiheit und Selbstentfaltung sind ihre Grundwerte. 

Regenbogenfamilien

Das heutige Familienbild ist so vielfältig wie nie zuvor. Traditionsverklärte Aussagen wie „Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater“ haben nur noch wenig mit der Lebensrealität vieler Familien zu tun. Gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern sind immer verbreiteter, und so rücken diese Regenbogenfamilien zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. 

Neue Mütter

Die Beschäftigungsquote von Frauen mit Kindern unter sechs Jahren wächst ungebremst. Nur für ihre Kinder da zu sein ist nur noch für die wenigsten Mütter das Ziel ihrer Träume – trotz weiterhin bestehender Schwierigkeiten, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Ein Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt, dass Mütter am zufriedensten sind, wenn sie Vollzeit arbeiten.

Phasenfamilien

Die Vorstellung von einer Ehe bis zum Lebensende entschwindet aus den Erwartungen vieler Menschen. Anstelle von Partnern fürs Leben gibt es immer häufiger Partner für Lebensabschnitte. Oft werden Kinder mit in die Beziehung gebracht, so dass Konstellationen einer „Patchwork-Familie“ entstehen. Bei Partnerwechsel und in verschiedenen Phasen des Lebens gibt es also verschiedene Familienkonstellationen, die durch den Begriff der „Phasenfamilien“ beschrieben werden. 

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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