Globalisierung Glossar

Wenn man die Fakten betrachtet, ist Globalisierung mehr Frohbotschaft als Drohbotschaft – die Welt, die immer mehr zusammenrückt, wird besser. Das Internet als weltumspannendes Medium fördert eine globale Kultur im virtuellen Raum. Wenn die Megatrends Konnektivität und Glo- balisierung zusammentreffen, entsteht Reibung und Disruption. Global agierende Plattform-Konzerne werden ohne eigene Infrastruktur neue wirtschaftliche Großmächte und krempeln ganze Branchen um. Rekursion zur Globalisierung: die Wiederkehr des Lokalen und Ursprünglichen im neuen Kleid.

Glokalisierung

Globalisierung und Regionalisierung sind zwei Seiten einer Medaille. Einerseits sind die Weltwirtschaft und das Leben der Menschen durch zunehmende Internationalisierung und globale Verflechtungen geprägt, andererseits kaufen Kunden z.B. vermehrt Produkte aus regionaler Herstellung, weil diese eine gewisse Nähe zum Erzeuger versprechen und sie nach regionalen Besonderheiten und Individualität suchen. Das Lokale gewinnt als Teil der Globalisierung stark an Bedeutung.

Multipolare Weltordnung

Anstelle einer einzelnen dominierenden Supermacht wird die kommende Welt von mehreren mächtigen Kräften beherrscht. Sei es militärisch oder wirtschaftlich, die Tendenz geht hin zu mehreren wichtigen Globalmächten, die Macht und Einfluss untereinander aufteilen.

Cybercrime

Cybercrime bezeichnet die Art von Kriminalität, die unter Ausnutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie verübt wird. Erschwert wird die Verfolgung von Cybercrime vor allem durch die Möglichkeiten der anonymen Nutzung des Internets. Unter Cybercrime fallen Verbrechensarten wie digitale Industriespionage, Identitätsmissbrauch, Verstöße gegen geistiges Eigentum oder digitale Fälschung. 

On-demand Business

Wir leben in einer Zeit, in der Menschen es zunehmend gewohnt sind, immer und überall Zugriff auf Informationen, Waren und Dienstleistungen zu haben. Das führt dazu, dass Unternehmen immer schneller und flexibler auf die Nachfrage von Kunden reagieren müssen. Nötig sind echtzeitnahe Supply Chains. War bis vor kurzem etwa in der Logistik Next Day Delivery das Gebot der Stunde, realisieren manche Lieferdienste inzwischen Same Day Delivery.

Near-Shoring

Die Standortentscheidungen von produzierenden Unternehmen sind zunehmend vom Ziel geprägt, absatzmarktnah zu fertigen. Flexibilitätseinbußen, Qualitätsprobleme und die Veränderung von Lohnniveaus in unterschiedlichen Teilen der Welt führen zu einer Trendwende: Aus dem lange Zeit favorisierten Offshoring wird inzwischen immer öfter ein Next-Shoring oder Near-Shoring: Produziert wird, wo der Kunde ist. 

Schattenökonomie 

Aus nicht wenigen wirtschaftlichen Aktivitäten werden zum Teil hohe Einkommen erzielt. Sie spielen sich in Graubereichen ab, in denen nicht klar ist, ob sie legal oder illegal sind, die sich aber der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung entziehen, obwohl dieser informelle Sektor einen wichtigen Teil der Wirtschaftsleistung ausmacht. Nicht zuletzt manche Geschäftsmodelle der Sharing Economy fallen in diesen Bereich.

Pop-up Money

Im digitalen Zeitalter verbreiten sich zunehmend Alternativ-Währungen im Internet. Im Online-Gaming-Bereich haben sich schon Währungen in „Goldtalern“ durchgesetzt, auf Tauschbörsen wird mit Arbeitsstunden gehandelt. Neue Währungseinheiten tauchen auf und werden im Internet-Business der Zukunft immer beliebter sein. Die Akzeptanz basiert auf dem Vertrauen einer möglichst großen Menge an Nutzern.

Fair Trade

Der faire Handel unterstützt Produzenten in Entwicklungs- und Schwellenländern, um ihnen eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen. Durch gerechtere Handelsbeziehungen sollen die Lebensbedingungen verbessert, die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig gerechtere Weltwirtschaftsstrukturen geschaffen werden. 

Social Business

Umweltbewusstsein und Mitmenschlichkeit sind eng miteinander verzahnt: Wer die Umwelt schützt, schützt auch die Menschen. Soziale Innovation kann auf Traditionen wie die Genossenschaftsbewegung des 19. Jahrhunderts zurückgreifen. Sie kann die neuen Kooperationsmöglichkeiten des Internets nutzen, von „Shared Innovation” bis „Shared Responsibility“. Social Business findet statt, wenn Staat, Bürgergesellschaft, Individuen und Wirtschaft an einem koordinierten Ziel arbeiten, statt sich um die Verantwortung zu streiten. 

Postwachstumsökonomie

In Deutschland und Europa werden wir es weiterhin mit zurückgehenden Wachstumsraten und zunehmend mit einer Stagnation zu tun haben. Die Weltwirtschaft wächst zwar weiter, aber deutlich langsamer. Das heißt nicht, dass Unternehmen in solchen Umfeldern nicht wachsen können. Aber sie brauchen dafür neue Geschäftsmodelle und müssen unabhängiger vom Wachstum werden. Damit stellt sich automatisch die Sinnfrage nach dem Zweck des Wirtschaftens: immer mehr Profit – oder vielleicht doch bessere, weil sozial und ökologisch vorteilhaftere Problemlösung für Kunden und andere Stakeholder.

Womanomics

Womanomics umschreibt eine Ökonomie, die auf die Kraft und Intelligenz der Frauen baut. Sie ist in ihrem Wesen eine Service-Gesellschaft. Frauen wollen den Alltag schneller, effektiver, komplexer und vernetzter. Sie sind geborene Konsumentinnen, haben aber wenig Lust auf umständliche Technik, angeberische Mobilität und sinnlose Produkte. Sie sind Pioniere des ethischen Konsums. Wo gebildete Frauen die Kultur bestimmen, kommt es zu einem dynamischen Ausbau des Bildungssystems; das treibt die Löhne nach oben, und damit auch die Kaufkraft.

Rising Africa 

Während die Eurozone und andere Wirtschaftsräume momentan wirtschaftlich vergleichsweise geringe Wachstumsraten verzeichnen, erlebt Afrika einen konjunkturellen Höhenflug. So erfuhr der Kontinent, der lange Zeit als verloren galt, in der letzten Dekade die stärkste Wachstumsperiode seit den 1960er-Jahren. Ein Großteil der weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften befindet sich in Afrika. 

Weltmacht China

Das (noch) bevölkerungsreichste Land der Erde steigt seit Beginn des wirtschaftlichen Umbruchs in den späten 1980er-Jahren zu einer der wichtigsten Weltmächte auf. Als „Werkbank der Weltwirtschaft“ hat China es geschafft, sich als ernst zu nehmende Wirtschaftskraft zu etablieren. Künftig wird das Land auch durch Herstellung eigener Hightech-Produkte wachsen. 

Global Citys 

Innovative und kreative Städte werden mehr und mehr zu den ökonomischen, kulturellen und politischen Zentren der Weltwirtschaft. Global Citys übernehmen zentrale Steuerungsfunktionen, denn sie verknüpfen regionale, nationale und internationale Finanz-, Dienstleistungs- und Warenströme. Somit sind sie die lokalen Knotenpunkte der Globalisierung.

Migration

In einer globalisierten Welt weisen viele Länder kontinuierliche Ströme von Ein- und Auswanderern auf. Mit Blick auf Gesellschaften, die von einer alternden Bevölkerung und niedrigen Geburtenraten einerseits und von einer Kreativökonomie andererseits geprägt sind, die von kultureller Diversität stark profitiert, ist Zuwanderung eine enorme Chance. Die Herausforderung liegt darin, die Migrationsbewegungen adäquat in Gesellschaften zu integrieren, die lange Zeit weitgehend geschlossen waren.

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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