Mobilität Glossar

Die globale Gesellschaft ist unterwegs, mit Menschen und Daten – der Megatrend Mobilität treibt sie an. Ort verlieren ihre bindende Kraft, Heimat wird ein relativer Begriff, mobil sein wird zur kulturellen Pflicht. Verkehrsstationen werden zu Arbeits- und Lebensräumen, die Fixpunkte bilden im fließenden mobilen Lifestyle. Das Auto büßt seine dominante Stellung ein und wird zum autonomen Daten-Fahrzeug weiterentwickelt. Das Zusammentreffen von gesellschaftlicher Veränderung und neuen technologischen Möglichkeiten entwickelt gerade in der Mobilitätsbranche große Kraft. 

24/7-Gesellschaft

Der uniforme Nine-to-Five-Lebensrhythmus der Industrieära mit seiner fixen Bestimmung von Geschäftszeiten oder der starren Trennung von Arbeitszeit und Freizeit weicht einem flexibleren und mobileren Lebensstil. Dementsprechend steigen die Erwartungen an eine Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit von Dienstleistungen, angefangen bei Einkaufsmöglichkeiten, ob durch E-Commerce oder im stationären Handel, bis hin zum permanenten Zugriff auf Ressourcen in der Businesswelt. 

Carsharing

Carsharing beschreibt einen Systemwechsel in der individuellen Automobilität: weg vom Besitz, hin zur Nutzung von Fahrzeugen. Die Konzepte reichen von professionellen Anbietern bis hin zur Peer-to-Peer-Vermietung von Privatfahrzeugen. 

Autonomes Fahren

Systeme zum (teil-)autonomen Fahren basieren auf dem Einsatz von Kameras sowie Radar- und Ultraschallsensoren in Fahrzeugen und ihrer umfassenden Vernetzung mit der sie umgebenden Infrastruktur und anderen Fahrzeugen. Sie versprechen mehr Sicherheit im Verkehr, denn menschliche Schwächen oder Fehler werden so durch technische Systeme vermieden. Staus und Unfälle können durch innovative Car-to-Car-Kommunikation deutlich reduziert werden, und durch einen technisch unterstützten Fahrstil steigt die Ressourceneffizienz. 

Third Places

Die Homebase der Zukunft ist überall: Dritte Orte sind all das, was sich zwischen dem Heim und dem Arbeitsplatz abspielt – Orte in einer mobilen Gesellschaft, in der man technologisch von „überall aus alles“ machen kann. Bahnhöfe, Flughäfen, Wartebereiche, Shoppingumgebungen, all diese Orte werden stark an Bedeutung gewinnen und somit mit neuen Anforderungen durch ihre Benutzer konfrontiert.

Power of Place

Trotz einer globalisierten Welt prägen bestimmte Orte auch in Zukunft unseren Alltag, unsere Arbeitswelt und unsere Lebensführung. Orte werden als Orientierungshilfe in einer komplex-vernetzten Welt nicht an Bedeutung verlieren, sondern gewinnen. Sie verfügen über eine ganz bestimmte implizite Wirkungsmacht, die Kraft, die unser Verhalten lenkt. 

Wearables 

Wearables sind Computer, die am Körper getragen werden können. Dank digitaler Vernetzung und innovativer Sensorik können Kleidungsstücke, Armbänder, Brillen etc. auf Veränderungen – sei es im Körper des Trägers oder in der Umgebung – reagieren. So können Wearables ihren Trägern Feedback über ihr Verhalten geben. 

Langsamverkehr

Unter Langsamverkehr wird die steigende Popularität von langsamen Verkehrsmitteln in Städten verstanden, die inzwischen aber vielfach einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber dem Auto haben. So wird in vielen Städten der Fuß-, Fahrrad- und der öffentliche Verkehr stark gefördert – und die individuelle Automobilität immer mehr begrenzt. 

E-Mobility

E-Mobility ist mehr als nur eine neue Antriebsart von Fahrzeugen. Im Wechsel zur E-Mobilität manifestiert sich der veränderte Mobilitätskonsum der Zukunft. In den kommenden Jahren werden wir einen ersten Durchbruch bei den Elektrofahrzeugen erleben. Das größte Problem stellt derzeit zwar noch die geringe Reichweite von Batterien dar. Klar ist aber auch: Durch die Digitalisierung des Mobilitätsmanagements wird der Wandel weiter beschleunigt. 

Bike-Boom

Das Fahrrad erlebt aktuell eine Renaissance und wandelt sich vom Freizeitgerät zum neuen (alten) Verkehrsmittel. Radfahren ist nicht nur ökologisch, kostengünstig und gesund, sondern in Städten mittlerweile oft auch schneller als das Auto oder der öffentliche Verkehr. 

Unterwegsmärkte

Der immer mobilere Lebenswandel führt auch zu einem mobileren Konsum. Dieser wird an neu heranwachsenden Verkaufsorten praktisch „im Vorbeigehen“ mitgetätigt. Der Frankfurter Flughafen realisiert bereits 50 Prozent seiner Umsätze über die Handelsflächen. Auch bei Tankstellen, Bahnhöfen und anderen Third Places drängt der Handel immer stärker in den Vordergrund.

Mobile Commerce

Durch das mobile Internet wird das Handy zum Instrument für Transaktionen unterschiedlichster Art. Dies umfasst zum einen das ganze Spektrum vormals nur stationärer Shopping-Möglichkeiten, z.B. den Einkauf in Online-Shops, Online-Banking oder Kauf und Download von Musiktiteln. Zum anderen kommen durch den Faktor Mobilität weitere hyperlokale Möglichkeiten wie ortsgebundene Services oder elektronische Tickets hinzu.

Mixed Mobility

Mixed Mobility, die multimodale Mobilität, bezeichnet die effiziente Nutzung aller zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel durch vernetzte Mobilitätsangebote. Mit dem Fahrrad zum Bahnhof, mit dem Auto zur U-Bahn zum Bus. Vor allem im urbanen Raum eröffnen sich durch integrierte Mobilitätsservices enorme Effizienzpotenziale.

End-to-End-Tourismus

Immer mehr Touristen verreisen für kurze Zeiträume und möchten sich vor Ort nicht lange mit der Verkehrsmittelwahl auseinandersetzen. End-to-End-Tourismus schafft Angebote zur effizienten individuellen Verkehrsplanung von der Haustür bis vor Ort am Urlaubsziel. Dazu zählen Fahrrad- und Autoverleih sowie Apps zur Planung der Mobilität vor Ort. 

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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