Megatrend Neo-Ökologie

Bio wird eingehend auf Qualität geprüft, die Ernährung wird flexibel bis fleischlos, die industriellen Systeme müssen sich umstellen – entweder abfallfrei wirtschaften oder die Rohstoffe im Kreislauf halten. Denn eine Konsumkultur ist im Kommen, die vom Megatrend Neo-Ökologie geprägt ist. Man will nicht mehr nur kaufen, sondern den Konsum stärker steuern. Neue Technologien schaffen neue Alternativen zur alten Wegwerfgesellschaft. Das hat jede Menge umwälzendes Potenzial.

Nachhaltigkeitsgesellschaft

Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften für nachfolgende Generationen erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann. Häufig wird Nachhaltigkeit mit dem Thema Energie assoziiert. Hierbei geht es um eine sparsame Nutzung, das Umschwenken auf regenerative Energien, mehr Ökostrom, clevere Energiespeicherung, Nutzung und Förderung alternativer Energien.

Post-Carbon-Gesellschaft

Der Klimawandel zwingt Menschen und Gesellschaften, ihr Verhalten zu ändern und neue, nicht-fossile Antriebsstoffe und Ressourcen zu finden. Aufgabe der nahen Zukunft wird es sein, den Übergang in die post-fossile, in die Post-Carbon-Gesellschaft zu wagen.

Bio-Boom

Der Konsum von Bio-Produkten – Lebensmittel, aber auch Kleidung, Möbel und Kosmetik – steigt ungebrochen. Mit einer Vielzahl von Bio-Siegeln, Zertifikaten und Richtlinien versucht man die Glaubwürdigkeit von Bio-Produkten zu sichern.

Gutbürger

Das Bürgertum durchläuft eine Renaissance. Die Gutbürger übernehmen Verantwortung oder stoßen Veränderungen an, sie unterstützen ökologische und soziale Initiativen – ob im Nachbarschaftsumfeld oder im globalen Maßstab. Gemeinwohlorientierung und Selbstverwirklichung sind für sie kein Widerspruch. Dieser Avantgarde-Lebensstil verkörpert einen erwachsenen Community-Gedanken und einen zukunftsweisenden Öko-Pragmatismus.

Slow Culture

Das Berufs-, Freizeit- und Familienleben findet heute nicht selten unter einem erheblichen Maß an Zeitnot statt. Hohe Flexibilität und permanentes Unterwegssein werden ab einem bestimmten Punkt nicht mehr nur als Bereicherung, sondern auch als Belastung empfunden. Deshalb suchen immer mehr Menschen in unserer hypermobilen Gesellschaft nach Möglichkeiten der Entschleunigung.

Maker Movement

In den letzten Jahren ist ein ganzes Ensemble an Maschinen für eine technisch und handwerklich versierte Allgemeinheit zugänglich geworden: 3D-Drucker, CNC-Fräser oder Löt-Öfen gibt es mittlerweile zu erschwinglichen Preisen für Privatanwender. An öffentlichen Orten wie Makerspaces oder Repair-Cafes zugänglich, sind sie der Anfang einer neuen Produktionsinfrastruktur. 

Sharing Economy

Sharing ist das Leitmotiv einer neuen Generation von Konsumenten, die mit dem Tauschen und Teilen im Internet aufgewachsen ist. In sozialen Netzwerken haben sie eine andere Logik des Gebens und Nehmens verinnerlicht: Sie konsumieren im Kollektiv. Aus meins und deins wird unser. Mittlerweile hat sich das Prinzip auf weitere Bereiche der Businesswelt ausgedehnt und wird zum neuen Wertschöpfungsmodell – gerade dort, wo man es mit begrenzten Ressourcen zu tun hat. 

Postwachstumsökonomie

In Deutschland und Europa werden wir es weiterhin mit zurückgehenden Wachstumsraten und zunehmend mit einer Stagnation zu tun haben. Die Weltwirtschaft wächst zwar weiter, aber deutlich langsamer. Das heißt nicht, dass Unternehmen in solchen Umfeldern nicht wachsen können. Aber sie brauchen dafür neue Geschäftsmodelle und müssen unabhängiger vom Wachstum werden. Damit stellt sich automatisch die Sinnfrage nach dem Zweck des Wirtschaftens: immer mehr Profit – oder vielleicht doch bessere, weil sozial und ökologisch vorteilhaftere Problemlösung für Kunden und andere Stakeholder.

Social Business

Umweltbewusstsein und Mitmenschlichkeit sind eng miteinander verzahnt: Wer die Umwelt schützt, schützt auch die Menschen. Soziale Innovation kann auf Traditionen wie die Genossenschaftsbewegung des 19. Jahrhunderts zurückgreifen. Sie kann die neuen Kooperationsmöglichkeiten des Internets nutzen, von „Shared Innovation” bis „Shared Responsibility“. Social Business findet statt, wenn Staat, Bürgergesellschaft, Individuen und Wirtschaft an einem koordinierten Ziel arbeiten, statt sich um die Verntwortung zu streiten. 

Fair Trade

Der faire Handel unterstützt Produzenten in Entwicklungs- und Schwellenländern, um ihnen eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen. Durch gerechtere Handelsbeziehungen sollen die Lebensbedingungen verbessert, die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig gerechtere Weltwirtschaftsstrukturen geschaffen werden. 

Swapping

Swapping beschreibt den Trend, Produkte lieber zu tauschen als zu kaufen. Dank professioneller Angebote kann inzwischen so gut wie alles geswappt werden; in der Praxis geht es vor allem um Bekleidung. Beim Swapping steht der Spaß im Vordergrund, die ökologischen Aspekte sind eher zweitrangig, aber gern betonte Nebeneffekte. 

Zero Waste

Die Weltwirtschaft in ihrer jetzigen Form ist hinsichtlich der Ressourcen des Planeten nicht tragfähig. Aus Businessstrategien wie Bio-Produkten, Fair Trade und Sharing Economy entwickelt sich mit Zero Waste ein weiterer zentraler Ansatz nachhaltigen Konsumierens. Die Idee dahinter: Statt Abfall wiederzuverwerten ist es besser, erst gar keinen Müll anfallen zu lassen.

Green Tech

Green Tech bezeichnet Technologien, die Belastungen für die Umwelt von vornherein zu vermeiden versuchen, sie verringern oder bereits entstandene Schäden beheben. Außerdem hilft der Einsatz von Green Tech Unternehmen dabei, mit knappen und teurer werdenden Rohstoffen effizient zu wirtschaften und wettbewerbsfähiger zu sein. 

Urban Farming

Städte stellen sich der Herausforderung nach größerer Nachhaltigkeit. Im Urban Farming sollen hierbei neue oder auch brachliegende Flächen zum Anbau hyperlokaler Lebensmittel genutzt werden. In Boston wurde beispielsweise eine Stadtautobahn unter Tage verlegt, um oberirdisch Platz für einen 2,4 km langen Grüngürtel zu machen. Beim Urban Gardening stehen dagegen Lebensqualität und Erholungsfaktor im Vordergrund. 

E-Mobility

E-Mobility ist mehr als nur eine neue Antriebsart von Fahrzeugen. Im Wechsel zur E-Mobilität manifestiert sich der veränderte Mobilitätskonsum der Zukunft. In den kommenden Jahren werden wir einen ersten Durchbruch bei den Elektrofahrzeugen erleben. Das größte Problem stellt derzeit zwar noch die geringe Reichweite von Batterien dar. Klar ist aber auch: Durch die Digitalisierung des Mobilitätsmanagements wird der Wandel weiter beschleunigt. 

Circular Economy

Das lineare Modell der Ressourcenausbeutung, in dem aus Rohstoffen Produkte werden und aus Produkten Abfall, wird zunehmend abgelöst von einem regenerativen Modell der Ressourcennutzung, in dem Stoffströme zu Kreisläufen geschlossen werden und Abfall keinen Platz mehr hat. Mit dem Modell der Kreislaufwirtschaft, der Circular Economy, sind nicht nur ökologische Ziele verbunden, sondern klare ökonomische Chancen.

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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