New Work Glossar

Umbrüche in der Gesellschaft und neue Prozesse in der Wirtschaft führen zu fundamentalen Veränderungen in der Arbeitswelt, sie bestimmen den Megatrend New Work. In einer so digitalisierten wie globalisierten Zukunft wird Arbeit im Leben der Menschen einen neuen Stellenwert einnehmen, Arbeit und Freizeit fließen ineinander. Technologie ist wichtig, aber nicht dominant – der Mensch bleibt entscheidend. Seine Talente zählen, in der neuen Arbeitswelt setzt die Ära des Talentismus ein.

Work-Design 

Work-Design beschreibt die aktuellen Veränderungen der Arbeitswelt und zeigt, dass die Zukunft der Arbeit gestaltbar ist. Mehr denn je greifen Menschen selbst ein, um Zeit und Raum ihrer Arbeit ihren eigenen Vorstellungen anzupassen. Dies gelingt nicht immer, führt durchaus zu Frust und Überforderung. Aber auch zu enormer Motivation und persönlichem Wachstum.

Outsourcing-Gesellschaft

Unsere Service-Ökonomie hat ein Level erreicht, in dem Menschen wie Unternehmen mehr und mehr Aufgaben – ob alltägliche Dienstleistungen oder zentrale Prozesse – auslagern. Es gehört zunehmend zum Selbstverständnis der Outsourcing-Gesellschaft, dass Effizienz durch den Einsatz von Full-Service-Providern entsteht. Seien es Menschen oder Maschinen.

Startup-Culture

Immer öfter sind es Startups, die etablierte Unternehmen und Branchen unter Innovationsdruck setzen. Das Heer der Freischaffenden, Gründer und Jungunternehmer, die mit nicht ganz geradlinigen Lebensläufen das gutbezahlte Angestelltendasein und die Komfortzone des Sozialstaats umschiffen, wird nicht nur zum Wirtschaftsfaktor. Mit ihrer Interdisziplinarität, ihren Geschäftsideen, ihrer Art zu arbeiten und an Probleme heranzugehen, erschaffen sie ein wirtschaftliches Ökosystem, in dem enorm viele Ressourcen und Wissen untereinander getauscht werden, weil Menschen hochgradig vernetzt arbeiten

Slash-Slash-Biografien 

In der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts sind vielfältige Talente gefragt. Moderne Kreativarbeiter zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht mehr nur einen Abschluss oder eine spezifische Qualifikation vorweisen können, sondern mehrere. Man ist Grafik-Designer und Webentwickler und Startup-Gründer, Soziologe und BWLer, Juristin, Journalistin und Musikerin. Mit diesen Slash-Slash-Biografien managen junge Nachwuchskräfte und ältere Arbeitnehmer ihre Employability.

Permanent Beta

Der Begriff „Beta“ benennt ursprünglich eine noch nicht vollständig zu Ende entwickelte Software-Version. Übertragen auf die moderne Arbeitswelt benennt der Trendbegriff das immer öfter anzutreffende Phänomen, dass sich Prozesse, Projekte und Produkte, letztlich aber auch die individuelle Berufsbiografie und der Beschäftigungsstatus in einem permanenten Wandel, Weiterentwicklungsstadium und Anpassungsmodus befinden, der zu keinem Ende kommt. 

Silver Potentials 

Angesichts eines steigenden Fachkräftemangels sind Ältere in der Wirtschaft zunehmend gefragt. Ihr Wissen, aber auch eine höhere Flexibilität als in der früheren Generation von Vorruhestandsaspiranten macht Silverpreneure für den Arbeitsmarkt attraktiv. Sie diskutieren nicht über die Rente mit 67. Sie machen sowieso weiter wie bisher, weil sie Arbeit nicht mehr als täglichen Frondienst erleben. 

Corporate Health

Gesundheitsmanagement in Unternehmen geht weit über Unfallschutz, Betriebsärzte und ergonomische Arbeitsplätze hinaus. Stress, Überarbeitung, Burn-out, körperliche Fitness und psychische Gesundheit: Um die Leistungsfähigkeit im Job zu sichern, ist Gesundheitsvorsorge keine individuelle Angelegenheit von Mitarbeitern mehr. Sie wird zur strategischen Führungsaufgabe, um Arbeitsumfelder zu schaffen, die sowohl physisch wie auch psychisch entlastend auf stark beanspruchte Mitarbeiter wirken.

Work-Life-Blending

Die kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben, z.B. durch Home-Office-Modelle und Mobile-Office-Lösungen, wird zur großen Aufgabe der kommenden Jahre, statt weiterhin krampfhaft den Spagat zwischen zwei scheinbar trennbaren Welten zu versuchen. Die Idee der Work-Life-Balance weicht einem neuen Ansatz von Vereinbarkeit: Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen Lösungen finden, die diese steigende Belastung durch geschäftliche und berufliche Anforderungen kompensieren und zu einem besseren Work-Life-Blending führen.

Diversity

Diversity bedeutet Vielfalt, die in unterschiedlichen Kontexten als Chance gilt. Die individuelle Verschiedenheit von Mitarbeitern in einem Unternehmen beispielsweise kann sich auf Alter, Geschlecht, Herkunft, kulturellen Hintergrund, Ausbildungsschwerpunkt etc. beziehen. 

Female Shift 

Wohin man schaut, der Einfluss von Frauen steigt massiv. Weltweit sind sie die Bildungsgewinner und erobern den Arbeitsmarkt. In der Konsequenz drängen sie in immer mehr Schlüsselpositionen von Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur etc. vor. Mit der zunehmenden Unabhängigkeit von Frauen verändert sich auch das männliche Rollenverhalten nachhaltig.

Womanomics

Womanomics umschreibt eine Ökonomie, die auf die Kraft und Intelligenz der Frauen baut. Sie ist in ihrem Wesen eine Service-Gesellschaft. Frauen wollen den Alltag schneller, effektiver, komplexer und vernetzter. Sie sind geborene Konsumentinnen, haben aber wenig Lust auf umständliche Technik, angeberische Mobilität und sinnlose Produkte. Sie sind Pioniere des ethischen Konsums. Wo gebildete Frauen die Kultur bestimmen, kommt es zu einem dynamischen Ausbau des Bildungssystems; das treibt die Löhne nach oben, und damit auch die Kaufkraft.

Co-Working

Die steigende Mobilität insbesondere von Beschäftigten in der Kreativwirtschaft lässt neue Kristallisationspunkte zum gemeinsamen Arbeiten und Teilen von Wissen entstehen. Co-Working Spaces sind solche Orte: Gemeinschaftsbüros, in denen z.B. Selbständige oder Projektarbeiter temporär Arbeitsplätze mieten können. 

Service-Ökonomie

Zeit- und Lebensqualität lösen teure Statussymbole als Luxusgüter zunehmend ab. Dienstleistungen, die dem Kunden Zeit sparen, gewinnen daher an Wert. In der Entwicklung von der Industrie- zur Wissensgesellschaft wird Service weltweit zur wichtigsten volkswirtschaftlichen Größe, nicht mehr nur in westlichen Nationen. Services der Zukunft werden auf einem durchgängigen Ansatz beruhen, der vom Individuum aus gedacht wird.

Social Business

Umweltbewusstsein und Mitmenschlichkeit sind eng miteinander verzahnt: Wer die Umwelt schützt, schützt auch die Menschen. Soziale Innovation kann auf Traditionen wie die Genossenschaftsbewegung des 19. Jahrhunderts zurückgreifen. Sie kann die neuen Kooperationsmöglichkeiten des Internets nutzen, von „Shared Innovation” bis „Shared Responsibility“. Social Business findet statt, wenn Staat, Bürgergesellschaft, Individuen und Wirtschaft an einem koordinierten Ziel arbeiten, statt sich um die Verantwortung zu streiten. 

Kollaboration 

Unter Kollaboration versteht man die technisch vermittelten Möglichkeiten, intensiver, schneller und globaler in Teams zusammenzuarbeiten. Zielsetzung ist oft die Generierung neuer Problemlösungen. Kollaboration oder Zusammenarbeit hat fast immer ein zentrales kreatives Element. Durch Austausch entstehen Synnovationen, neue Verbindungen oder Sichtweisen. Die digitale Kommunikation ist dabei starker Treiber.

Open Innovation

Die Entwicklung neuer Produkte mit dem oder sogar durch den Kunden, Partner, Zulieferer wird als Open Innovation bezeichnet. Die Bandbreite reicht von Online-Plattformen, auf denen Produktverbesserungen und -entwicklungen diskutiert werden, bis hin zu Workshops mit den treuesten Kunden. Ziel von Open Innovation ist es, die Innovationsqualität und -bandbreite zu steigern und Kunden zu binden.

Talentismus

Der „War for Talents“ bezeichnet einen Zustand, in dem eine bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen nicht besetzt werden kann, weil auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechend qualifizierten Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Unternehmen stehen also auch als Arbeitgeber unter einem stärkeren Wettbewerbsdruck. Talentismus bezeichnet die Programme und Konzepte, mit denen die Unternehmen künftig „Talent“ managen werden.

On-demand Business

Wir leben in einer Zeit, in der Menschen es zunehmend gewohnt sind, immer und überall Zugriff auf Informationen, Waren und Dienstleistungen zu haben. Das führt dazu, dass Unternehmen immer schneller und flexibler auf die Nachfrage von Kunden reagieren müssen. Nötig sind echtzeitnahe Supply Chains. War bis vor kurzem etwa in der Logistik Next Day Delivery das Gebot der Stunde, realisieren manche Lieferdienste inzwischen Same Day Delivery.

Flexicurity

Der Begriff, der sich aus den englischen Wörtern „Flexibility“ und „Security“ zusammensetzt, beschreibt die Notwendigkeit von Kompromissen zwischen Flexibilisierungswünschen und Beschäftigungssicherheit. Der Begriff versinnbildlicht jedoch auch den in modernen Organisationen allgegenwärtigen Konflikt zwischen angestrebter Sicherheit und notwendiger Agilität bzw. Risikobereitschaft.

Antifragilität

Der Begriff geht zurück auf Nassim Nicholas Taleb. Zukunftsfähige Systeme, also auch Organisationen, müssen nicht möglichst robust, stabil und widerstandsfähig gegen Störeinwirkungen von außen sein, sondern antifragil. Denn robuste Gegenstände lernen nicht von Schocks und halten einer Dauereinwirkung nicht immer stand. Antifragile Systeme „mögen“ Stress. Sie nutzen ihn evolutionär zu ihrer Weiterentwicklung. 

Urban Manufacturing

Der Wunsch nach Individualität und Qualität, ein steigendes Bewusstsein für lokale Wertschöpfung und die zunehmende Nachfrage nach regionalen Produkten schaffen einen neuen Markt für kleine produzierende Handwerksbetriebe in Städten. Sie entwickeln sich zu Geschäftsmodellen jenseits der Nische. Ob Lifestyle-Objekte, Bekleidung, Delikatessen oder Möbel – die Stadt wird dank der Nähe zum Kunden als Produktionsstandort zurückerobert.

Power of Place

Trotz einer globalisierten Welt prägen bestimmte Orte auch in Zukunft unseren Alltag, unsere Arbeitswelt und unsere Lebensführung. Orte werden als Orientierungshilfe in einer komplex-vernetzten Welt nicht an Bedeutung verlieren, sondern gewinnen. Sie verfügen über eine ganz bestimmte implizite Wirkungsmacht, die Kraft, die unser Verhalten lenkt. 

Kreativökonomie

Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird inzwischen als eigenständiges Wirtschaftsfeld verstanden und umfasst Buch-, TV-, Film-, Radio- und Designwirtschaft, aber auch Zeitungsverlage, Architektur, Werbung, darstellende Künste und die rasant wachsende Gaming-Branche. Mit ihrer Wirtschaftsleistung schließt die Kreativwirtschaft mittlerweile vielerorts zu den Spitzenbranchen wie Automobilindustrie und Maschinenbau auf.

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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