Urbanisierung Glossar

Der Megatrend Urbanisierung ist stark wie nie: Die immer größeren Megacitys außerhalb Europas bekommen die wirtschaftliche Kraft ganzer Volkswirtschaften und entwickeln disruptives Potenzial. Die Grenzen zwischen Stadt und Land sind fließend – in riesigen urbanen Flächenräumen genauso wie in dicht besiedelten Städten, die durch Urban Farming „essbar“ gemacht werden. Städte stehen im internationalen Wettbewerb um neue Industrien und talentierte, mobile Menschen. Einerseits wachsen neue urbane Konglomerate, andererseits besinnen sich alte, gewachsene Städte auf ihren Vorteil: kulturelle Stärke und Lebensqualität.

Bevölkerungswachstum

Geburten- und Sterberate sowie Zu- und Abwanderungen bestimmen das Bevölkerungswachstum. Global betrachtet wird die Bevölkerungszahl weiter deutlich ansteigen. Das hat vor allem massive Auswirkungen auf Städte: Nachverdichtungen, Neubauten und eine umfangreiche Reorganisation von Verkehr, Nahversorgung und vielem mehr werden zur Herausforderung.

Collaborative Living 

Der Erfolg von Plattformen zur Vermietung privater Wohnungen und Häuser wie Airbnb oder Couchsurfing zeigt, welch starkes Bedürfnis Menschen haben, sich ihren „persönlichen“ Lebensraum zu erweitern. Collaborative Living ermöglicht privates Wohnen in einer mietbaren individuellen Welt mit einzigartigen Unterkünften.

Third Places

Die Homebase der Zukunft ist überall: Dritte Orte sind all das, was sich zwischen dem Heim und dem Arbeitsplatz abspielt – Orte in einer mobilen Gesellschaft, in der man technologisch von „überall aus alles“ machen kann. Bahnhöfe, Flughäfen, Wartebereiche, Shoppingumgebungen, all diese Orte werden stark an Bedeutung gewinnen und somit mit neuen Anforderungen durch ihre Benutzer konfrontiert.

Urban Manufacturing

Der Wunsch nach Individualität und Qualität, ein steigendes Bewusstsein für lokale Wertschöpfung und die zunehmende Nachfrage nach regionalen Produkten schaffen einen neuen Markt für kleine produzierende Handwerksbetriebe in Städten. Sie entwickeln sich zu Geschäftsmodellen jenseits der Nische. Ob Lifestyle-Objekte, Bekleidung, Delikatessen oder Möbel – die Stadt wird dank der Nähe zum Kunden als Produktionsstandort zurückerobert.

Urban Mining

Unter Nachhaltigkeitsaspekten werden in Zukunft zunehmend Städte als Quelle für Rohstoffe genutzt. Recycling gewinnt an Bedeutung, und an verschiedensten Stellen werden aus vorhandenen Stoffen neue Produkte hergestellt. Auch Abflusswasser oder Hausmüll zählen mittlerweile zu den wertvollen urbanen Rohstoffen.

Urban Farming

Städte stellen sich der Herausforderung nach größerer Nachhaltigkeit. Im Urban Farming sollen hierbei neue oder auch brachliegende Flächen zum Anbau hyperlokaler Lebensmittel genutzt werden. In Boston wurde beispielsweise eine Stadtautobahn unter Tage verlegt, um oberirdisch Platz für einen 2,4 km langen Grüngürtel zu machen. Beim Urban Gardening stehen dagegen Lebensqualität und Erholungsfaktor im Vordergrund. 

E-Mobility

E-Mobility ist mehr als nur eine neue Antriebsart von Fahrzeugen. Im Wechsel zur E-Mobilität manifestiert sich der veränderte Mobilitätskonsum der Zukunft. In den kommenden Jahren werden wir einen ersten Durchbruch bei den Elektrofahrzeugen erleben. Das größte Problem stellt derzeit zwar noch die geringe Reichweite von Batterien dar. Klar ist aber auch: Durch die Digitalisierung des Mobilitätsmanagements wird der Wandel weiter beschleunigt. 

Bike-Boom

Das Fahrrad erlebt aktuell eine Renaissance und wandelt sich vom Freizeitgerät zum neuen (alten) Verkehrsmittel. Radfahren ist nicht nur ökologisch, kostengünstig und gesund, sondern in Städten mittlerweile oft auch schneller als das Auto oder der öffentliche Verkehr. 

Megacitys

Megacitys sind Städte mit 10 Millionen oder mehr Einwohnern. Viele dieser Riesenmetropolen haben sehr hohe Wachstumsraten und liegen in den Ländern mit schnell wachsender Bevölkerung. Ihre Zahl wird nach Prognosen der Vereinten Nationen von heute 28 auf 41 im Jahr 2030 steigen. Ihre schiere Größe stellt die Städte dabei vor gewaltige Herausforderungen im Bezug auf Infrastruktur, Verkehr und Logistik. 

Global Citys 

Innovative und kreative Städte werden mehr und mehr zu den ökonomischen, kulturellen und politischen Zentren der Weltwirtschaft. Global Citys übernehmen zentrale Steuerungsfunktionen, denn sie verknüpfen regionale, nationale und internationale Finanz-, Dienstleistungs- und Warenströme. Somit sind sie die lokalen Knotenpunkte der Globalisierung.

Landflucht

Erstmals in der Geschichte lebt heute über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, rund um den Globus ziehen Menschen vom Land in die Stadt. Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Dynamik der Landflucht besonders hoch, weil Städte mehr wirtschaftlichen Wohlstand und Zugang zu Ressourcen versprechen als das Leben auf dem Land. 

Schrumpfende Städte

In den Ländern mit alternder Bevölkerung gibt es immer mehr schrumpfende Städte. Starke altindustrielle Prägung, marode Infrastruktur oder fehlende wirtschaftliche Perspektiven fördern in vielen Staaten den Wegzug aus Städten, die nicht mehr als attraktiv wahrgenommen werden.

Smart Citys

Der Smart-City-Ansatz sucht, über technologische Insellösungen hinaus, nach intelligenten Systemen, die auf individuelles Verhalten und individuelle Bedürfnisse ausgerichtet sind. Smart Citys sollen eine ganzheitliche Lösung für verschiedenste Probleme der Stadt bieten und diese durch Verknüpfungen bewältigen. 

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

Der Artikel hat Bezug zu folgenden Formaten:

Dieser Artikel ist in folgenden Dossiers erschienen: