Wissenskultur Glossar

Der Megatrend geht in die nächste Dimension – aus Neuem Lernen wird das Prinzip der Wissenskultur. Im Umbruch von der Industrie- zur Wissensgesellschaft wird Bildung zu einer Kulturfrage, die die ganze Gesellschaft betrifft. Am Megatrend Wissenskultur entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit von Individuen, Unternehmen und ganzen Volkswirtschaften. Wissen bleibt Macht, aber in Zukunft können immer mehr Menschen Zugang zu dieser Macht haben. Digitalisierung von Wissen und Bildung Treiber dafür.

Open Science

Open Science, die offene Wissenschaft, verfolgt das Ziel, den Prozess der Wissensproduktion für jeden offen zugänglich zu machen. Digitalisierte Forschungszwischenergebnisse, Datenerhebungen und vieles mehr werden verfügbar sein, so dass jeder die fertigen Ergebnisse überprüfen, anzweifeln, korrigieren oder bestätigen kann. 

Informationdesign 

Das Wachstumstempo der Informationen ist unvorstellbar. Immer wichtiger werden daher neue Instrumente, wie mit diesen Mengen umgegangen werden kann, um im „weißen Rauschen“ sinnvolle Zusammenhänge erkennbar zu machen. Informationen werden daher immer öfter grafisch anschaulich aufgearbeitet oder designt, um eine einfachere, attraktivere Herangehensweise an Datenberge zu ermöglichen. 

Bildungsbusiness

In der Wissensgesellschaft wird Bildung eines der wichtigsten Güter. Das erkennen immer mehr kommerzielle Bildungsanbieter und profitieren von einer steigenden Nachfrage. Eltern setzen auch außerhalb öffentlicher Schulbildung auf den Wissensvorsprung ihrer Kinder oder auf professionelle private Nachhilfe. Ebenso wird vermehrt in Leistungen von Hochschulen und in Weiterbildungsangebote investiert.

Massive Open Online Course (MOOC)

Kaum etwas wird unter Bildungsexperten aktuell so diskutiert wie die sogenannten MOOCs. Eigens für hohe Teilnehmerzahlen (über 150 Personen) entwickelt, sind Massive Open Online Courses Online-Studienangebote, die frei und ohne Zulassungsvoraussetzungen zugänglich sind. Die Teilnehmer dieser virtuellen Lerngruppen – mitunter mehrere Zehntausende – setzen sich im Selbststudium mit Inhalten auseinander. Zentrales Element der Wissensvermittlung sind Video-Clips, aber auch komplexere Formate mit Workshop-Charakter (Blogs, Wikis, Webinare) kommen zur Anwendung.

Gamification

Gamification beschreibt den Einsatz spielerischer Anreize zur Verhaltensänderung. „Gamifizierte“ Tätigkeiten sollen es Menschen im Alltag ermöglichen, Aufgaben attraktiver zu empfinden und motivierter zu erledigen. So setzen beispielsweise Smartphone-Apps auf den spielerischen Wettbewerb zwischen Läufern, indem man mit ihrer Hilfe Leistungen aufzeichnen, sich Ziele setzen oder mit anderen Läufern vergleichen kann.

Predictive Analytics 

Predictive Analytics beschreibt die Auswertung und Vorausberechnung des datenbasierten Verhaltens im Netz mithilfe selbstlernender Algorithmen. In Zukunft werden semantische Auswertungen mithilfe einer Metadatenebene dabei helfen, noch präzisere Aussagen aus den Daten abzuleiten.

Talentismus

Der „War for Talents“ bezeichnet einen Zustand, in dem eine bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen nicht besetzt werden kann, weil auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechend qualifizierten Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Unternehmen stehen also auch als Arbeitgeber unter einem stärkeren Wettbewerbsdruck. Talentismus bezeichnet die Programme und Konzepte, mit denen die Unternehmen künftig „Talent“ managen werden.

Open Innovation

Die Entwicklung neuer Produkte mit dem oder sogar durch den Kunden, Partner, Zulieferer wird als Open Innovation bezeichnet. Die Bandbreite reicht von Online-Plattformen, auf denen Produktverbesserungen und -entwicklungen diskutiert werden, bis hin zu Workshops mit den treuesten Kunden. Ziel von Open Innovation ist es, die Innovationsqualität und -bandbreite zu steigern und Kunden zu binden.

Kollaboration 

Unter Kollaboration versteht man die technisch vermittelten Möglichkeiten, intensiver, schneller und globaler in Teams zusammenzuarbeiten. Zielsetzung ist oft die Generierung neuer Problemlösungen. Kollaboration oder Zusammenarbeit hat fast immer ein zentrales kreatives Element. Durch Austausch entstehen Synnovationen, neue Verbindungen oder Sichtweisen. Die digitale Kommunikation ist dabei starker Treiber.

Sharing Economy

Sharing ist das Leitmotiv einer neuen Generation von Konsumenten, die mit dem Tauschen und Teilen im Internet aufgewachsen ist. In sozialen Netzwerken haben sie eine andere Logik des Gebens und Nehmens verinnerlicht: Sie konsumieren im Kollektiv. Aus meins und deins wird unser. Mittlerweile hat sich das Prinzip auf weitere Bereiche der Businesswelt ausgedehnt und wird zum neuen Wertschöpfungsmodell – gerade dort, wo man es mit begrenzten Ressourcen zu tun hat. 

Female Shift 

Wohin man schaut, der Einfluss von Frauen steigt massiv. Weltweit sind sie die Bildungsgewinner und erobern den Arbeitsmarkt. In der Konsequenz drängen sie in immer mehr Schlüsselpositionen von Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur etc. vor. Mit der zunehmenden Unabhängigkeit von Frauen verändert sich auch das männliche Rollenverhalten nachhaltig.

Life-Long-Learning

Das Arbeitsumfeld wandelt sich stetig, Arbeitnehmer müssen sich an neue Herausforderungen anpassen. Die absolvierten Ausbildungen reichen nicht aus – man muss sich permanent weiterbilden. Mit der Notwendigkeit, beruflich Schritt zu halten, geht aber ebenso eine freiwillige Bereitschaft vieler Menschen einher, auf vielfältigen Gebieten dazuzulernen. 

Tutorial-Learning

Das Youtube-Tutorial ist Haupttreiber einer stillen Bildungsrevolution, die sich an Bildschirmen in Wohnzimmern und Büros gleichermaßen vollzieht. Das Video-Tutorial ist das Tool der Wissensvermittlung geworden. Egal ob es ums Brotbacken oder Programmieren geht – die passende Kompetenzvermittlung findet sich online, meist aufbereitet als ansprechender Kurzfilm. Das Tutorial wird zum zentralen Wissensträger und ersetzt das Prinzip „Auswendiglernen” durch situative, spontane Problemlösung.

Creativiteens 

Die Creativiteens sind Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren, die ein aufgeschlossener, kreativer und entspannter Lebensstil auszeichnet. Sie nutzen die vielfältigen Chancen, die sich um sie herum auftun. Erfahrungen, Talente und Leidenschaften sind für Creativiteens wichtiger als starre Pläne. Die neuen Medien sind das zentrale Werkzeug, um sich die Welt zu erschließen und mitzugestalten. 

Neugiermanagement

Die Neugier ist Treibstoff für Innovationen und Veränderungen, denn sie lässt Menschen jenseits ihrer bevorzugten Interessen und Tätigkeitsfelder blicken. Mittlerweile ist Neugierde messbar: Der Neugierquotient einer Firma entscheidet über ökonomischen Erfolg oder Misserfolg. Die Neugier wird in einer Ökonomie, die zunehmend aus vernetzten Angeboten besteht, immer wichtiger – denn nur neugierige Unternehmen sind zukunftsfähig. 

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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