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22. Juli 2010

Weltverbesserung 2.0

In unseren Podcast-Folgen #26 und #27 (2008) haben wir das wegweisende Crowdourcing-Projekt und erste webbasierte Forecasting Game „Superstruct“ vorgestellt. Nun gibt es erste Adaptionen dieses Ansatzes der nutzergetriebenen Zukunftsforschung. Einer davon ist die von der Bertelsmann-Stiftung ins Leben gerufene Plattform „Future Challenges“, die sich ebenfalls als Meinungsbildungs- und Ideenentwicklungsplattform für die großen Herausforderungen der Menschheit versteht.

Noch in der Beta-Version, aber durchaus mit interessanten Mechaniken der Integration und Aktivierung von Nutzern ausgestattet, liefert die Plattform Informationen und Meinungen zu den entscheidenden gegenwärtigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und Umwelt-Problemen. Hier als „Megatrends“ bezeichnet, zählen dazu u.a. Migration, Pandemien, Biodiversität, Globalisierung, Klimawandel und Sicherheit.

Über drei zentrale Menüs können sich Interessierte einbringen:

  • LEARN: Hier finden sich Erläuterungen zu den Megatrends und deren Wechselbeziehung untereinander.
  • ENGAGE: Hier können Lösungs- und Projektideen skizziert werden.
  • CONNECT: Hier finden sich Mitstreiter und Projektgruppen zusammen.

Mir gefällt die graphische Aufmachung der Website sehr gut. Auch wenn die FLASH-Animationen auf Geräten wie dem iPhone und iPad hinderlich bzw. unbrauchbar sind und mitunter viel Ladezeit in Anspruch nehmen. Sicherlich fehlt dem Webprojekt noch die kritische Masse an Beteiligten, um den Dialog in Gang zu bringen.

Für Konnektivität in das soziale Netzwerk Facebook ist jedenfalls gesorgt. Hier sehe ich allerdings auch diverse Schwierigkeiten. Denn die eine oder andere Diskussion könnte sich in den Facebook-Kommentarflächen „verlieren“, weil sie zumindest technisch nicht an die Stammplattform rückgebunden wird. Hier hatte die für Superstruct verantwortliche Game-Designerin Jane McGonigal für mehr Bündigkeit gesorgt, weil das gesamte Crowdsourcing-Projekt einen spielerischen Charakter hatte und weit verzweigt war in verschiedensten Social-Media-Kanälen.

Wie auch immer, ich wünsche dem „Future Challenges“-Team um Henrik Scheller und Ole Wintermann und allen Beteiligten viel Erfolg beim Betrieb der ambitionierten Community-Plattform. Der pathetische Klang in der Projektbeschreibung zeugt jedenfalls von zukunftsoptimistischem Engagement: „For the very first time in the history of mankind we truly have the chance to understand our future as a common global one and to shape it by using the power of networks and the wide range of online collaboration tools.“

Andreas Haderlein

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