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Methoden der Trend- und Zukunftsforschung
Der methodische Ansatz des Zukunftsinstituts
Das Zukunftsinstitut arbeitet mit einem journalistisch-narrativen Ansatz,
bei dem verschiedene Methoden der Trend- und Zukunftsforschung sowie der qualitativen Sozialforschung (vor allem Experten-Interviews und Customer
Insights) zum Einsatz kommen. Auf der Basis externer, sozio-ökonomischer Daten
wie beispielsweise vom Statistischen Bundesamt und zum Teil selbst erhobener Daten via Umfragen werden Hypothesen gebildet,
die sich auf Trendentwicklungen, neue Lebensmuster oder Verhaltensweisen
beziehen. Die Hypothesen werden in einem vertiefenden Research durch
zusätzliche Quantifizierungen validiert oder entsprechend verändert. Dann
beginnt für uns die eigentliche Arbeit: Die analysierten Trendentwicklungen
werden extrapoliert, d. h. in Hinblick auf ihren mittelfristigen Verlauf
prognostiziert und beschrieben. Ganz entscheidend ist dabei die visuelle und
narrative (erzählerische) Darstellung der Trendentwicklungen. In Form von Illustrationen,
Visualisierungen und narrativen Beschreibungen werden Trends
erfahrbar gemacht. Dies ist kein Selbstzweck, sondern Grundlage dafür, dass in
Unternehmen oder Institutionen eine Auseinandersetzung mit Zukunft passieren
kann. Nur was Menschen emotional berührt, wird sie zu Veränderungen bewegen
können. Letzteres ist das eigentliche Ziel unserer Arbeit: Unternehmen zum Handeln
motivieren, um die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

Die wichtigsten Methoden der Trend- und
Zukunftsforschung
- Monitoring, Scanning, Naming: Als
Grundlage der Trendforschung dient nach wie vor die gerichtete Beobachtung
bestimmter Frühwarnindikatoren (Monitoring) und die ungerichtete Suche
(Scanning) nach Hinweisen für einflussreiche Entwicklungen. Beim Scanning
werden unterschiedliche Medien ausgewertet (u.a. Printmedien, Rundfunk,
Fernsehen und Internet), denn Medien funktionieren als Spiegel unserer
Kultur. Hierfür werden auch Nischenmedien, z.B. Fachzeitschriften
oder Blogs, in das Scanning aufgenommen. Vermutete Trends werden auf ihre
Entwicklungen, Hintergründe, Ursachen und Marktrelevanz untersucht und
bekommen einen passenden Namen. Dieses „Naming“, das von Kritikern als
reiner Marketingzweck gesehen wird, erfüllt eine wichtige Funktion.
Treffende Namings transportieren das Wesen eines Trends innerhalb von
Sekunden, machen diesen diskutabel und damit nutzbar. Ein Beispiel hierfür
ist der vom Zukunftsinstitut geprägte Trend „Selfness“, den wir bereits im
Jahre 2005 im Zukunftsletter und in einer Studie beschrieben haben.
Selfness beantwortet die Frage, was nach Wellness kommt: Wellness bricht
aus dem Korridor der Verwöhnungs- und Entspannungswünsche aus und wird zur
konsequenten Arbeit am Selbst.
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- Trendscouting: Trendscouts
sind so genannte Szenekundschafter, die durch teilnehmende Beobachtung
Veränderungen unmittelbar vor Ort an den Hotspots des Wandels erforschen. Das Trendscouting wird von
großen Unternehmen außer im Modebereich kaum noch eingesetzt, weil seine
Validität in den meisten Fällen zweifelhaft ist. Aus diesem Grund arbeitet
das Zukunftsinstitut nicht mit Trendscouts zusammen. Für Vor-Ort-Analysen
im In- und Ausland stehen wir in Kontakt mit Korrespondenten, die zumeist
über einen journalistischen Hintergrund verfügen. Für Vor-Ort-Erkundungen im Inland bietet das
Zukunftsinstitut interessierten Kunden zu bestimmten Themen Trendexpeditionen an, bei denen die gemachten Beobachtungen gemeinsam analysiert
werden.
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- Kontextanalyse: Bei der
Kontextanalyse geht es darum, eine Thematik aus möglichst vielen
verschiedenen Blickwinkeln heraus zu betrachten, um mehrere Perspektiven
zu gewinnen. Beispiel: Beim Thema Handy kann einerseits die technische
Entwicklungsdimension herausgestellt werden, andererseits sollte überlegt
werden, wie Menschen es in Zukunft in verschiedenen Familien- und
Berufssituationen benutzen. Bei einer guten Kontextanalyse werden
Hypothesen untersucht und gleichzeitig die Auswirkungen bestimmter
Umwelt-, Situations- oder Kontextmerkmale auf Einstellungen oder
Verhaltensweisen hinterfragt. Die Kontextanalyse untersucht somit auch die
Zusammenhänge bestimmter Trendentwicklungen. Trend- oder Zukunfts-Studien
(„Future Studies“) sind letztendlich das Resultat von Kontextanalysen.
Ein
Beispiel für eine Kontextanalyse, die in einer Trendstudie mündete, ist
die vom Zukunftsinstitut herausgegebene Publikation „Modern Moms. Lebenswelten
zwischen Kindern, Karriere und Konsum“ – im Auftrag von Fanta (Coca Cola GmbH).
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- Szenario-Technik: Die
Szenario-Technik gilt als der „Klassiker“ der Zukunftsforschung. Hierunter
versteht man die Entwicklung möglicher alternativer zukünftiger
Situationen und die Beschreibung des Weges zu diesen Szenarien aus der
heutigen Situation. Die Szenario-Technik verbindet quantitative Daten mit
qualitativen Informationen, Meinungen und Einschätzungen, wobei in den
entwickelten Szenarien die Narration im Vordergrund steht. Das Ergebnis
wird in möglichst plakativen und szenischen Worten oder Bildern
ausgeformt, so dass Zukunft VORSTELLBARER wird. Die Szenario-Technik hat
gegenüber anderen Prognose-Methoden den Vorteil, dass sie die VARIABILITÄT
von alternativ möglichen Zukunftsentwicklungen berücksichtigt.
Ein Beispiel für die Arbeit mit Szenarien findet
sich in einem Consulting-Projekt, welches das Zukunftsinstitut für die
niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten durchgeführt hat. Gemeinsam mit
Vertretern aus Verwaltung, Politik und Bürgern erarbeitete das
Consulting-Team verschiedene Szenarien für St. Pölten 2020 und
leitete daraus eine langfristige Perspektive für die Entwicklung der Stadt
ab.
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Futurologica: Szenario-Technik » Wild
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- Delphi-Methode: Namensgeber der Methode ist das antike Orakel von Delphi, das seinen Zuhörern Ratschläge für die Zukunft erteilte. Bei
der Delphi-Methode handelt es sich um eine strukturierte Gruppenbefragung, die meistens
mehrere Runden umfasst. Nach jeder Runde erfolgt ein
Informationsaustausch, damit die Experten ihre Meinung korrigieren können.
Das Delphi-Verfahren wurde als dialogorientiertes Verfahren von dem in
Berlin geborenen Zukunftsforscher Olaf Helmer und seinen Mitarbeitern in
der RAND Corporation um 1963 in Amerika begründet. Delphi-Studien finden im universitären Umfeld eine hohe Akzeptanz, da sie die Meinung vieler Experten objektivieren und verdichten. Der Nachteil liegt in der oft mangelnden Prägnänz, da sich die Meinungen herausbilden, die von möglichst vielen geteilt werden.
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- Business Wargaming: Das
Business Wargaming ist eine Form der strategischen Simulation, die
Unternehmen oder Organisationen einen prozesshaften Ablauf möglicher
Zukünfte ermöglicht. In mehreren Teams wird sich über einen simulierten
Zeitraum von mehreren Jahren in andere Wettbewerber hineinversetzt, um die
eigene Strategie zu testen und ein Gefühl für zukünftige Fortschritte oder
Niederlagen zu entwickeln. Ein Business Wargame wird in der Regel über
mehrere Runden gespielt. Dem Spielverlauf geht eine intensive Recherche
und ein Überblick über die wichtigsten Trends und Hypothesen voraus. Ein entsprechendes Projekt, auf das aus Geheimhaltungsgründen nicht näher eingegangen werden kann, führte
das Zukunftsinstitut für einen internationalen Konsumgüterhersteller
durch.
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Wargaming in Matthias Horx Futurologica »
- Prognostisches Crowdsourcing: Mit „Crowdsourcing“
wird die Auslagerung von Ideenarbeit und Arbeitskraft auf eine nicht
definierte größere Zahl von Internetnutzern bezeichnet. Besondere
Aufmerksamkeit fand dieses Prinzip mit dem Buch „The Wisdom of Crowds“
(2004, dt.: „Die Weisheit der Vielen“) des US-amerikanischen Journalisten
James Surowiecki. In Anlehnung an dieses Prinzip werden beim
prognostischen Crowdsourcing mediengestützte Simulations-Zugänge zu
möglichen Zukünften erarbeitet, welche die alten Delphi-Methoden erheblich
verbessern können.
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Trendbasierte Strategie- und Innovationsentwicklung im Zukunftsinstitut
Auf der Basis aktuellen Trend-Know-hows, das von einem eigenständigen Research- und Redaktionsteam ständig erarbeitet wird, entwickeln die Berater des Zukunftsinstituts im Auftrag von Kunden trendbasierte Strategien und Innovationen. Die Strategieentwicklung zielt in den meisten Fällen auf die Identifizierung und Erschließung neuer Geschäftsfelder. Die Innovationsentwicklung soll die Frage klären, wie sich Zukunftsmärkte mit konkreten Produkt- oder Serviceideen gewinnen lassen. Die Vorgehensweise folgt dabei einem dreistufigen Prozess:
- Unternehmensbezogener Research:
In einem ersten Schritt werden die für das Unternehmen und seine Zielsetzung relevanten Trends identifiziert und auf die Branche bezogen analysiert. Dabei wird sowohl auf die vom Zukunftsinstitut aktuell publizierten Studien zurückgegriffen, als auch ein individueller Research durchgeführt, der häufig mit Customer Insights, der intensiven Befragung ausgewählter Kunden oder Nicht-Kunden, ergänzt wird.
- Kreative Arbeit mit Trends in Form von Workshops:
In einem zweiten Schritt werden die im Research erarbeiteten Ergebnisse in Workshops mit dem Kunden diskutiert und in Hinblick auf seine Fragestellung weiterentwickelt. Hierfür greifen wir auf bewährte Methoden und in vielen Jahren entwickelten Workshop-Tools (z.B. Megatrend-Mindmaps) zurück, die eine intensive und ergebnisorientierte Auseinandersetzung mit Trendentwicklungen garantieren. Am Ende eines oder mehrerer Workshops ist eine Strategie in ihren Grundzügen bzw. sind Innovationsansätze in Form von Visuals und Konzept-Boards entwickelt.
- Konzeptausarbeitung und Prozessmoderation:
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit – die Umsetzung der Strategie bzw. der Ideen. Hierfür müssen zunächst fehlende Daten ergänzt werden wie z.B. Marktbeobachtungen und Wettbewerbsanalysen. Schließlich gilt es, die Ansätze konzeptionell so weiterzubearbeiten, dass sie operativ umgesetzt werden können und Budgets, Timings sowie Verantwortlichkeiten benannt werden können. Wir unterstützen unsere Kunden sowohl bei der Konzeptausarbeitung als auch bei der Prozessmoderation.
Für die Franz Kaldewei GmbH, Deutschlands führenden Anbieter von Bade- und Duschwannen aus Stahl-Email, führte das Consulting-Team des Zukunftsinstituts eine umfangreiche trendbasierte Innovationsentwicklung durch. Projektdokumentaton als PDF »
Die Cross-Innovations-Methode des Zukunftsinstituts
Innovation entsteht immer aus der Überschreitung und der Vernetzung getrennter Welten. Mit dem vom Zukunftsinstitut entwickelten Cross-Innovations-Ansatz haben wir eine Methodik entwickelt, wie sich Trends und Entwicklungen verschiedener Branchen für die Innovationsentwicklung nutzen lassen.
Dies reicht vom kreativen Brainstorming mit unserem Cross-Innovation-Spiel in internen Teams bis zu umfangreichen Projekten, bei denen wir kooperierende Unternehmen aus völlig verschiedenen Branchen zusammenbringen und in mehrtägigen Workshops miteinander und füreinander Innovationsideen entwickeln lassen.
Unser Cross-Innovations-Ansatz fügt sich in das neue „Open Innovation“-Paradigma ein, wonach Innovation zur Aufgabe von vielen Akteuren wird, die auch von außerhalb des Unternehmens kommen können. Der Ansatz umfasst die Innovationsentwicklung durch die interdisziplinäre Verknüpfung von Produkten, Services und Trends. Dafür gibt es zwei Umsetzungen:
- Den Transfer von Know-how und innovativen Lösungsansätzen durch Branchenanalogien, also durch Übertragung von Branche zu Branche
- Die Innovationsentwicklung in branchenübergreifenden Kooperationen
Der Cross-Innovations-Ansatz spielt für die Wirtschaft eine zunehmend wichtige Rolle, da in einer immer stärker vernetzten Welt viele Märkte ihre klaren Grenzen verlieren und Branchen neue Schnittmengen bilden. In der vom Zukunftinstitut publizierten Studie „Praxis-Guide Cross-Innovations“ wurden die Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes untersucht. Hierfür wurden in einer Online-Erhebung 121 Innovationsmanager im deutschsprachigen Raum befragt, welche die positiven Effekte bestätigen konnten: Der Cross-Innovations-Ansatz begünstigt radikale Innovationen, liefert Unternehmen ein größeres Differenzierungspotenzial und ermöglicht dadurch ein schnelleres Wachstum sowie höhere Margen.
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