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Trends – Grundlagenwissen
Was ist ein Trend?
Ein Trend (v. engl. Trend; aus mittelhochdeutsch: trendeln, kreiseln) ist
nichts anderes als eine Veränderungsbewegung oder ein WANDLUNGSPROZESS. Man
findet Trends in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens – von der
Ökonomie über die Politik bis zur Konsumwelt – in den unterschiedlichsten
Durchdringungstiefen: Es kann sich um reine Oberflächenphänomene (z.B.
Produkttrends) oder um tiefe, nachhaltige Strömungen handeln (z.B. Megatrends).
Der Begriff „Trend“ tauchte zum ersten Mal Ende des 19. Jahrhunderts im
Zusammenhang mit Aktien und Börsenkursen auf und wurde dann von
Mathematikern aufgegriffen. Der große Brockhaus von 1957 beschreibt Trends als
die Grundrichtung einer Zeitreihe. Bis etwa in die 1990er Jahre führte der Begriff ein relatives
Schattendasein. Im Laufe der sich schnell entwickelnden Konsumgesellschaft
begann er dann ein hektisches verbales Eigenleben zu führen.
Heute ist „Trend“ für viele Menschen synonym mit einer „kurzfristigen Mode
im Bereich von Jugendmarketing“. Mit dieser Art von Modetrends hat die moderne
Trend- und Zukunftsforschung allerdings nur am Rande zu tun. Das
Zukunftsinstitut beschäftigt sich nicht damit, sondern arbeitet mit einem
gestaffelten System von Trends, die sich kurz- oder langfristig auswirken.
Mehr zum
theoretischen Hintergrund in Matthias Horx Futurologica »
Welche Arten von Trends gibt es?
Mit Trends lässt sich nur dann sinnvoll arbeiten, wenn man sie hinsichtlich
ihrer Wirkkraft und der zeitlichen Ausprägung richtig einordnet. Das
Zukunftsinstitut hat hierfür das folgende Schichtenmodell entwickelt.
- Metatrends: In der
Ebene der Natur finden in Jahrmillionen-Abständen Auf- und Abschwünge von
Spezies und Ökologien statt. Die Metatrends sind die evolutionären
Konstanten in der Natur.
- Megatrends:
Megatrends sind die „Blockbuster“ des Wandels. Es handelt sich um langfristige Entwicklungen, die für alle Bereiche von Gesellschaft und Wirtschaft prägend sind. Aus diesem Grund bilden sie auch die Grundlage für Analysen des Zukunftsinstituts. Der Begriff Megatrends geht auf den Begründer der modernen Zukunftsforschung, John Naisbitt, zurück, der im Jahr 1980 den Weltbestseller mit dem gleichen Titel schrieb. Drei Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit wir von einem MEGATREND sprechen:
- Megatrends haben eine Halbwertszeit von mindestens 25 bis 30 Jahren.
- Sie müssen in allen möglichen Lebensbereichen auftauchen und dort
Auswirkungen zeigen (nicht nur im Konsum, sondern auch in der Politik,
Ökonomie etc.).
- Megatrends haben prinzipiell einen globalen Charakter, auch wenn sie
nicht überall gleichzeitig stark ausgeprägt sind.
- Soziokulturelle Trends: Dies
sind mittelfristige Veränderungsprozesse, die von den Lebensgefühlen der
Menschen im sozialen und technischen Wandel geprägt werden. Größere soziokulturelle Trends haben eine Halbwertszeit von rund 10 Jahren. Beispiel: Der
Wellness-Trend (heute übergegangen in den Selfness-Trend).
- Konsum- und Zeitgeisttrends: Dies
sind mittel- bis kurzfristige Veränderungen, die sich vor allem in den
Konsum- und Produktwelten bemerkbar machen. Die größeren von ihnen haben
eine Halbwertszeit von 5-8 Jahren, z.B. der „Geiz ist Geil“-Trend.
- Produkt- und Modetrends: Dies
sind flüchtige, oberflächliche und häufig marketinggesteuerte Phänomene,
die eher im Bereich einer Saison bzw. eines halben Jahres zu finden sind.
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