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Zukunftskongress Wien 2011


Megatrends & Märkte

Der Zukunftskongress Wien 2011 fand am 03. November 2011 im Studio 44 der Österreichischen Lotterien in Wien statt.

Programm » | Impressionen vom Zukunftskongress Frankfurt 2011 »


Konzentration auf das Wesentliche

Die Märkte spielen derzeit verrückt. Die USA sind pleite. Der Euro in der Krise. Der Franken überbewertet. Die Marktteilnehmer verfallen in hysterischen Aktionismus – was die Lage nur verschlimmert. Denn Wirtschaft ist Marathon und kein Hundertmeter-Lauf. Wer jetzt klug und mit Weitsicht in die Zukunft blickt, sichert sich strategische Wettbewerbsvorteile. Turbulente Umbruchphasen sind goldene Zeiten für jene, die den Blick für das große Ganze wahren. Die weiterhin in Wachstumsmärkte investieren – auch wenn es zu kurzfristigen Einbrüchen kommt. Chancen gibt es genug, denn gerade jetzt finden in den Tiefenstrukturen von Gesellschaft und Wirtschaft aktuelle Systemveränderungen statt. Wir brauchen neue Antworten auf drängende Zukunftsfragen, wie z.B. den intelligenteren Umgang mit Ressourcen – seien es Rohstoffe oder unsere eigene Gesundheit.

Konzentration auf Zukunfts-Chancen


Der Zukunftskongress Wien 2011 nimmt daher die Megatrends in den Fokus. Sie bilden die Grundlage für den sozio-ökonomischen Wandel, der in vielen Bereichen kurz vor dem „Tipping Point“ steht – der Moment, wo Systeme kippen und eine neue Ordnung bilden. Die Megatrends weisen die Wege in Richtung Zukunft. Von diesen Wegen haben die meisten von uns bereits gehört, doch was auf der Reise passiert, ist ein unbeschriebenes Blatt. Megatrends wirken innovationsbeschleunigend. Sie setzen uns unter Druck – und können uns zugleich entspannen. Denn sie wirken wie ein Spiegel, in dem wir uns selbst und die Welt erkennen. Wenn wir sie richtig verstehen, helfen sie uns, die Zukunft nicht nur zu ahnen, sondern zu gestalten.

Der Zukunftskongress Wien 2011 gibt einen Überblick über die aktuell wichtigsten Veränderungen und liefert Antworten aus Theorie und Praxis, wo sich neue Zukunfts-Chancen und -Märkte auftun.

Das Programm

 

Matthias Horx

 

 

10:00 – 10:45 Uhr

Das Geheimnis der Megatrends
Was wir über die Zukunft wissen können
Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts

Dr. Carl Naghton

10:45 – 11:00 Uhr

High Speed Heads
Trainieren Sie Ihre Wahrnehmung: Wie die Welt und der Wandel in unseren Kopf kommen
Dr. Carl Naughton, Linguist und Wissenschafts-Kabarettist

Susanne Köhler  

11:00 – 11:30 Uhr

Emergency Room
Megatrend Gesundheit: Neue Märkte im Spannungsfeld von Reparatur-Medizin und gesundem Lebenswandel
Susanne Köhler, Zukunftsinstitut

Franz Kühmayer
 

11:30 – 12:00 Uhr

Märkte der Identität
Megatrend Individualisierung: Wie Personality-Design zum branchenübergreifenden Innovationsmotor wird.
Franz Kühmayer, Zukunftsinstitut

  12:00 – 13:30 Uhr
  Lunch

Matthias Horx

 

 

13:30 – 14:00 Uhr

Neue urbane Lebensstile
Megatrend Urbanisierung: Wie die Städte im 21. Jahrhundert neue Ordnungs- und Lebensmuster hervorbringen
Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts

Dr. Carl Naghton
 

14:00 – 14:15 Uhr

Wenn Sie denken, Sie denken...
Trainieren Sie Ihren Realitätssinn: Wie kreative Problemlösung stattfindet
Dr. Carl Naughton, Linguist und Wissenschafts-Kabarettist

Silvia Sverak und Petra Marada-Seletzky  

14:15 – 14:45 Uhr

Feminine Mobilität als Ansage
Wird die Frau endgültig das Steuer übernehmen?
Petra Marada-Seletzky & Silvia Sverak, Gründerinnen Mobilistin

 

 14:45 – 15:15 Uhr
 Pause

Petra Kehr  

15:15 – 15:45 Uhr

Megatrend-Quiz
Wetten auf die Zukunft: Von Female Shift zu New Work – Große Veränderungen und große Mythen. Testen Sie bei diesem interaktiven Vortrags-Wettspiel Ihr Zukunfts-Know-how
Petra Kehr & Sarah Volk, Zukunftsinstitut

  Sarah Volk 
Armin Wolf  

15:45 – 16:30 Uhr

Vernetzte neue Welt
Megatrend Connectivity: Über die Macht der Verbindungen und den Wert von Information
Dr. Armin Wolf, stellvertretender Chefredakteur des ORF

Matthias Horx  

16:30 – 17:00 Uhr

Dialog über die Praxis der Zukunft
Wie Unternehmen Trends für ihre tägliche Arbeit nutzen können
Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts, im Dialog mit Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Österreich

  Harry Gatterer
 17:00 – 18:00 Uhr
 Umtrunk



Sechs Thesen zu Megatrends und Märkte


Wie aus vernetzten Megatrends disruptive Innovationen werden

1. These: Mit der Vernetzung von Megatrends entfalten sich selbstverstärkende Kräfte

Kräfte potenzieren sich, wenn Umfeldveränderungen zusammenwirken. Dieses Phänomen erleben wir derzeit mit den Megatrends, jenen großen Veränderungsprozessen in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. In der arabischen Welt konnte sich der Funke der Freiheit  vor allem deshalb so explosionsartig verbreiten, weil dabei gleich mehrere Megatrends zusammenwirken. Entwicklungen wie der Megatrend Connectivity, der sowohl die technologische wie soziale Vernetzung beinhaltet, führen den Protest der Bürger über Social Media (Facebook & Co) zusammen. Verstärkt durch den großen Megatrend Individualisierung wächst der Anspruch auf ein autonomes, selbstbestimmtes Leben unter demokratischen Verhältnissen. Der Geist der Freiheit hat die arabische Welt in einem unumkehrbaren Prozess erfasst. Die Demokratie ist der größte Exportschlager der Globalisierung.

2. These: Aus dem Zusammenspiel von Trends entstehen neue, vernetzte Märkte

Was im Politischen zu großen Umwälzungen führt, findet auch im sozialen, kulturellen und ökonomischen Bereich statt. Es kreuzen sich gesellschaftliche Entwicklungspfade, die disruptive Innovationen erfordern und befördern – also Innovationen, die zu systemischen Veränderungen führen. Blicken wir nur einmal auf den aktuellen Megatrend Urbanisierung. Der Anteil der Stadtbevölkerung wächst weltweit. Das berührt nicht nur die Boom-Towns in Asien, sondern auch die Ballungsgebiete von Hamburg, Frankfurt oder München. Moderne Familien zieht es wieder in die Stadt, weil hier die Betreuungsangebote für Kinder besser sind – eine Notwendigkeit, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind. Was für die Jüngeren gilt, ist auch für die Älteren relevant: Sie schätzen die kurzen Wege, das kulturelle Angebot und die gute medizinische Versorgung. Doch wenn die Städte ihre Lebensqualität bewahren wollen, müssen sie Verkehr und Logistik anders organisieren, um nicht im Verkehr zu ersticken. Auf dieser Notwendigkeit basierend, entstehen neue, vernetzte Mobilitätsmärkte.

3. These: Neue Mobilitätsmärkte durch die Vernetzung von Neo-Ökologie und Urbanisierung

Ortsbezogene Mobilitätsdienstleistungen, die zur öko-urbanen Transformation der Städte beitragen, sind ein Wachstumsmarkt. Im Wettbewerb der Regionen setzen sich die Stadtoberen ehrgeizige Klimaziele. Außerdem können sich immer mehr Menschen vorstellen, auf das eigene Auto, aber nicht auf Mobilität zu verzichten. So setzen sich von Ulm bis Austin, Texas,  Autoverleihsysteme wie car2go (Daimler) durch, die eine minutenweise Abrechnung für innerstädtische Fahrten erlauben und Informationen über den öffentlichen Nahverkehr in ihr System integrieren. Es sind die intelligenten Schnittstellen, welche die Mobilitätsmärkte von morgen auszeichnen. So verknüpft beispielsweise die Mobile App My City Way in mehr als 40 US-Städten Echtzeit-Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, verfügbaren Parkplätzen und lokalen Unterhaltungsangeboten. Im Zuge der globalen Marktexpansion sollen 40 weitere Städte folgen, darunter auch München. Kein Zufall, denn an My City Way hat sich BMW i Ventures beteiligt, ein von BMW gegründetes Risikokapitalunternehmen mit Sitz in New York, das in innovative Mobilitätsdienstleistungen investiert.

4. These: Neue Dienstleistungsmärkte durch die Vernetzung von Female Shift und New Work

Eine der wohl größten und nachhaltig wirkenden Überschneidungen von Megatrends liegt in dem Zusammentreffen des Female Shift und der neuen Arbeitskultur. In der Zukunftsgesellschaft von morgen sind Frauen wie Männer gleichermaßen erwerbstätig und das überwiegend in Wissensberufen. Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, bis die Frauenquote europaweit eingeführt wird. In der Konsequenz heißt das, dass sich Arbeit hochgradig individualisieren muss. Um den Alltag, die Kinder- und Altenbetreuung weiterhin meistern zu können, müssen Menschen autonomer über ihre Arbeitszeit und den -ort (Home Office) entscheiden können. Und sie benötigen in einem viel größeren Umfang als heute unterstützende Dienstleistungen – vom Wäsche-Service über Kinderbetreuung bis hin zum Bildungs-Coach für den Nachwuchs. Ein innovatives Angebot auf diesem Feld macht z.B. das US-Unternehmen Chickensoup + Nursing. Es bietet spezialisierte Kinderbetreuung für den Fall an, dass die lieben Kleinen krank werden. Bis dato musste ein Elternteil zu Hause bleiben, was jährlich einen gesamtwirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe verursacht.

5. These: Neue Gesundheitsmärkte durch die Vernetzung von Individualisierung und Connectivity

Gesundheit ist vor dem Hintergrund alternder Gesellschaften und einem steigenden Anspruch an Lebensqualität DER Megatrend, der alle Märkte beeinflusst. Neue Dynamik bekommen die Gesundheitsmärkte von morgen durch das Zusammenspiel von individueller Eigenaktivität und sozialer Vernetzung. Bestes Beispiel hierfür ist das börsennotierte Diätunternehmen Weight Watchers, das seit den letzten Quartalsergebnissen seinen Marktwert um fast 50 Prozent steigern konnte. Das Ernährungsprogramm mit eigenen Supermarkt-Produkten ist vor allem deshalb so erfolgreich, weil es mit dem Punkte-Prinzip für bestimmte Speisen und Aktivitäten nicht nur Gaming-Aspekte integriert, sondern neben Online-Informationen auch reale Treffen mit Gleichgesinnten organisiert. Es wurde ein Ökosystem für gesundes Verhalten geschaffen, das  auf dem Zusammenspiel von Produkten, Services und Informationen basiert. Gesundheit ist in Zukunft vernetzte Gesundheit mit einer ganzheitlichen Perspektive auf den Menschen.

6. These: Die Innovationen der Zukunft sind vernetzte, systemische Lösungen

Egal ob My City Way, Weight Watchers oder Chickensoup + Nursing: Die Beispiele zeigen, dass es für eine vernetzte Welt auch vernetzte Lösungen braucht, um substanziell etwas zu verbessern. In vielen Märkten hat die klassische Innovationsentwicklung ihren Grenznutzen bereits überschritten. Ob ein Auto einen Liter mehr oder weniger verbraucht, macht nicht mehr den großen Unterschied, um fundamental etwas am Ressourcenverbrauch oder der Verkehrsdichte zu ändern. Anders sieht es aus, wenn jemand aufgrund einer innovativen Mobilitätsdienstleistung komplett auf sein Auto verzichtet und es so zu einer disruptiven Änderung des Systems kommt. In vielen Märkten verhält es sich ähnlich: Wir werden nicht gesünder, wenn die Pharmaindustrie noch wirksamere Pillen herstellt, sondern wenn Gesundheitsdienstleistungen medizinische Versorgung, Ernährung und Bewegung miteinander verknüpfen. Wir werden nicht klüger, wenn wir bessere Lehrbücher haben, sondern wenn wir neue Formen der Wissensvermittlung erproben. Soziale Innovationen werden in den vernetzten Märkten von morgen die entscheidende Rolle spielen.


Informationen zu den Kongressen der vergangenen Jahre finden Sie in unserem Veranstaltungsarchiv »




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