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  • Wertvolle Trendentwicklungen und Zukunftsideen für den Blick über den Tellerrand
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Matthias Horx über den Zukunftsletter



 



Editorial der Ausgabe Februar 2010

Nokia – und jetzt?


Wer dominiert das kommende Jahrzehnt?

Matthias Horx 
Matthias Horx
Eike Wenzel
Dr. Eike Wenzel

Welches Unternehmen, welche Erfindung, welche technologische Neuerung oder welches Gadget hat das vergangene Jahrzehnt am stärksten geprägt? Was war der leitende Trend der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts? Die Zeitungen waren über den Jahreswechsel hinaus voll davon: Google, das iPhone, Web 2.0, YouTube ...

Oder doch ein so allgegenwärtiges Unternehmen wie Nokia? Erinnern wir uns: Nokia war bis Anfang der 1990er Jahre noch ein ziemlich wüst sortierter Mischkonzern, der Gummistiefel, Fernsehgeräte, Toilettenpapier und Radios für militärische Zwecke herstellte. Eine kleine versprengte Abteilung begann sich irgendwann auch für Telekommunikation zu interessieren. Aber es dauerte nur 11 Jahre, bis die Finnen zum Weltmarktführer avancierten und Motorola überholten. Vom 1. Januar 2000 bis zum Ende der Dekade hat Nokia insgesamt 2,7 Milliarden Telefone verkauft. Heute telefoniert jeder 5. Mensch auf dem Erdball mit einem Nokia-Gerät (Babys und Senioren sind in dieser Berechnung berücksichtigt).

Nokia hat durch die simple Einführung einer Uhr auf einem Handy die Welt der Armbanduhrenhersteller zu einem Jammertal gemacht. Der Sony Walkman verkaufte sich nur 100 Millionen Mal, der iPod wurde seit 2001 nur 200 Millionen Mal verkauft, Timex, der Weltmarktführer bei Armbanduhren, brauchte 50 Jahre, bis er 1 Milliarde Armbanduhren verkauft hatte. Nicht einmal Microsoft mit DOS und Windows zusammengerechnet schaffte es, 20 % der Weltbevölkerung mit den eigenen Produkten auszustatten. Nokia erfand die SMS-Technologie (mit zurzeit 1,1 Milliarden Nutzern) und hat ungleich mehr MP3-Player unter die Leute gebracht als Apple. Nokia erfand schon 1997 ein Mobile Game, „Nokia Snake“, das momentan auf 1,3 Milliarden Geräten verfügbar ist.

Nein, das ist hier keine Nokia-Werbung. Aber wir wollten Ihnen einmal demonstrieren, was im Zeitraum von 10 Jahren alles möglich ist (nebenbei: Nokia wird bezüglich der Nuller-Jahre nicht von einem verlorenen Jahrzehnt sprechen). Und wir möchten Ihnen zeigen, dass Aufstiege schnell, ja atemberaubend schnell stattfinden können. Wer wird das Nokia des neuen Jahrzehnts sein? Vielleicht ein Unternehmen aus unserer aktuellen Ausgabe: möglicherweise das neo-ökologische Unternehmen Seventh Generation. Oder der schwedische Outdoor-Hersteller Playground Stores, dessen Online-Offline-Kampagne wir auf Seite 4 vorstellen. Oder doch eine neue junge Firma aus dem Energiesektor? Vielleicht der dänische Renewable-Energy-Riese Dong Energy, vielleicht aber auch der Windturbinen-Hersteller Sinovel Wind. Möglicherweise kommt die nächste epochemachende Firma aber auch aus Indien: Im indischen Pune sitzt mit der Firma Suzlon Energy Ltd. der momentan größte asiatische und weltweit fünftgrößte Windturbinen-Hersteller. Oder vielleicht Ihre eigene Firma? Ein neues Jahrzehnt beginnt. Freuen wir uns darauf!

Herzlich, Ihr

Matthias Horx und Dr. Eike Wenzel

matthias.horx@zukunftsinstitut.de

Weitere Themen der Februar-Ausgabe:

  • Zukunftsmarkt Windenergie: Die wichtigsten Zukunftsplayer auf dem Markt
  • Die Service-Kultur der Zukunft: 7 Gesetze, wie Sie den Service-Gedanken in Ihrem Unternehmen effektiv umsetzen
  • Marketing-Trends: Ihre Media- und Marketing-Strategie für 2010 – 7 Best Practices und 7 Thesen
  • Wachstumsmarkt Öko: Warum Sie schnellstens in Ökoeffizienz investieren sollten
  • Zukunft der Landwirtschaft: Spezialitäten statt Regio-Convenience
  • Tourismus: Warum der Osten den Westen als Reiseziel ablöst
  • Retail: Wieso Malls künftig zu Service-Malls avancieren
  • Interview mit Johannes Korten: Welche Bedeutung Social Media für die Bankbranche hat

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Editorial der Sonderausgabe „Emerging Markets“, Dezember 2009:

Die neue multipolare Weltordnung


Liebe Leserinnen und Leser,

über viele Jahrzehnte hinweg prägten wenige große Industrienationen das globale Wirtschaftsgeschehen. Diese Zeit geht gerade zu Ende. An diese vor allem für die westliche Welt prosperierende Epoche schließt sich ein multipolares Weltsystem an, das keine „Kleinen“ mehr kennt. Nicht nur die politischen Beziehungen werden damit neu in die Waagschale geworfen – die gesamte Weltwirtschaftsordnung steht vor einer Restrukturierung. Denn immer mehr Schwellenländer nehmen aktiv am Weltmarkt teil. In den vergangenen Jahren hat sich ihre Innovationsleistung deutlich erhöht. Auch die Produktion und die Entwicklung komplexerer Produkte wurden verstärkt.

Viele der „kleinen“ Länder, die wir für diese Spezial-Ausgabe des Zukunftsletters unter die Lupe genommen haben, sind bereits auf dem besten Weg, Boom-Regionen bis ins Jahr 2030 und darüber hinaus zu werden. Mit steigender – und vor allem eigener – Wirtschafts- und Innovationskraft lösen sie sich immer mehr aus der Abhängigkeit der alten Industrieländer. Neben den bekanntesten und erfolgreichsten Schwellenländern China und Indien, in denen die Mittelschicht in den nächsten Jahren weiter an Kaufkraft gewinnen wird, wird auch in Afrika die Liste der Länder mit Zukunftsmärkten immer länger. Das kleine Botswana ist erst kürzlich von der Weltbank zu Afrikas bestem Innovationsstandort gekürt worden und gilt inzwischen als neuer Hoffnungsträger für den gesamten Kontinent (Seite 7). Aber auch in Marokko stehen die Zeichen auf Zukunft: Mit dem ehrgeizigen Energieprojekt „Plan Solaire pour la Méditerranée“ wird in den nächsten Jahren „grüner“ Strom für Europa produziert (Seite 6).

Längst also geht es beim Blick auf Schwellenländer nicht mehr nur um Kostenvorteile und günstige Rohstoffe. Vom steigenden globalen Wohlstand profitieren inzwischen immer mehr Länder. Unsere Recherchen haben gezeigt, dass in diesen Emerging Markets vor allem Bildung und Wissen für Wachstum sorgen und die Binnenmärkte zu Wachstumstreibern werden lassen. Wie das Beispiel Polen eindrucksvoll zeigt: Von der Krise unbeeindruckt und sehr selbstbewusst stehen dort die Zeichen auf Wachstum wie in keinem anderen EU-Land sonst.

Aber gerade außerhalb Europas verändert sich die Welt in rasendem Tempo: Israel hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Hightech-Schmiede entwickelt: Kein Land (außer den USA) ist häufiger an der Technologiebörse Nasdaq vertreten (Seite 3). Bahrain, das gerade zum Luxemburg der Golfstaaten avanciert, investiert klug in das postfossile Energiezeitalter. Außerdem Marokko, das sich mit einer beispiellosen Infrastrukturoffensive für den Weltmarkt rüstet, und Mexiko, wo sich seit Kurzem immer mehr – bislang unbekannte – Global Player und panamerikanische Spitzenreiter auf die Zukunft vorbereiten.

Kommen Sie mit in die multipolare Welt von morgen!

Herzlich
Matthias Horx und Dr. Eike Wenzel

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