Willibald Cernko: „Das ZI hat genau die Tools für unsere Situation des Wandels“

Willibald Cernko verbindet Rationalität mit Intuition. Und das ganz selbstverständlich. Seine Erfolge bestätigen diese Strategie. Bereits zwei Mal hat er sich mit dem Zukunftsinstitut und Harry Gatterer ins Consulting-Abenteuer gestürzt und war beide Male positiv beeindruckt.

Bild: Erste Bank / Sebastian Reich

Herr Cernko, Sie sind es gewohnt, Zukunftsbilder zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen. Wie würden Sie das Ergebnis des Future Room mit dem ZI aus heutiger Sicht, etwa zwei Jahre nach diesem Strategieprozess, beschreiben?

Willibald Cernko: Der vielleicht größte und wichtigste Erfolg ist, dass wir eine positive Haltung zu Veränderungen erreicht haben. Es ist gelungen, gemeinsam die Perspektive zu verschieben. Aus einer bedrohlichen Situation haben wir eine ergebnisoffene gemacht. Aus dem Gespenst Digitalisierung ist etwas Greifbares geworden, weil wir Herausforderungen in Chancen umgewandelt haben. Dafür war eine Änderung der Blickrichtung nötig, und diese haben wir im Prozess mit dem ZI geübt und praktiziert. Denn nur, wenn wir verstehen, dass Zukunft gestaltbar ist, verliert sie von ihrer Bedrohlichkeit – und wir werden fähig zu handeln.

Wie hat das ZI diese Haltung initiiert?

Cernko: Es geht erst einmal darum, Interesse am Prozess zu wecken, sich als aktiven Gestalter zu begreifen und die Geschichte als spannende Entwicklung zu betrachten. Das bedeutet, aus der Position dessen, der nur auf äußere Gegebenheiten reagiert, herauszutreten. In der Folge heißt das natürlich, dass jeder sich einbringen muss – mit seiner Persönlichkeit, seinen Emotionen und seiner Wahrnehmung.

Die Einbindung von Emotionen in einen Beratungsprozess erfordert großes Vertrauen. Gibt es dafür seitens des Zukunftsinstituts spezielle Methoden?

Cernko: Der Einstieg in eine erste Session ist nie einfach. Für den weiteren Erfolg ist maßgeblich, die Teilnehmenden zu involvieren und zu motivieren. Bei diesem Prozess sind Methodik und Person untrennbar miteinander verbunden. Harry Gatterer gelingt es durch natürliche Autorität, Sympathie zu gewinnen. Und zwar gerade dadurch, dass er sich nicht als allwissend darstellt.

Welche Methoden sind für die Zusammenarbeit mit dem Zukunftsinstitut charakteristisch?

Cernko: Schon der Ausgangspunkt ist ganz anders als bei anderen Agenturen. Meistens kommen die Berater und sagen innerhalb der ersten fünf Minuten: Alles klar, wir wissen wie es geht. Das schafft zunächst Erleichterung auf Seiten der Klienten, obwohl diese Aussage ja höchst unwahrscheinlich ist. Woher sollte die Allwissenheit denn kommen? Beim Zukunftsinstitut hingegen wird zuallererst vermittelt: Die Zukunft ist offen!

Wie reagieren die Teilnehmenden? Sind sie überrascht?

Cernko:
In diesem Augenblick kommt einiges in Bewegung. Man spürt eine leichte Destabilisierung, als würden viele nun in Frage stellen, ob dieser Beratungsprozess überhaupt seinem Anspruch gerecht werden kann. Ich bin seit Jahrzehnten im People’s Business zuhause und gewohnt, Körpersprache zu beobachten. In dieser Phase lässt sich zunächst Beunruhigung darüber ablesen, dass der Berater auch nicht mehr weiß. Aus dieser Einstellung entsteht dann ziemlich schnell eine Solidarität, eine Art Beruhigung nach dem Motto: „Ah, der weiß es auch nicht!“ An diesem Punkt setzt dann eine weitere Kernkompetenz des ZI ein: zur emotionalen Grundstimmung werden Zahlen, Daten und Fakten, Hintergrundwissen zur Unternehmensstruktur und -entwicklung dazu gemischt. Damit ist völlig evident, dass es hier um eine fundierte, effiziente Methode geht. Das sachliche Grundgerüst ist sauber dokumentiert, es gibt eine klare Balance zwischen rationalen Grundlagen, ökonomisch-gesellschaftlichen Einflüssen und emotionalen, weltanschaulichen Haltungen. Für ein Beratungsinstitut ist es erheblich zu wissen, welche Trends bestehen und auf ein Unternehmen einwirken, und zwar von innen und von außen. Das ZI ist hier bestens aufgestellt. Die Erforschung von Megatrends zählt seit langem zu seinen Kernkompetenzen.

Die heutigen Veränderungen durch Digitalisierung und Vernetzung, aber auch durch veränderte Unternehmensphilosophie tragen zur Verunsicherung bei. Hat das ZI hier positive Inputs gegeben?

Cernko: Jede Zeit braucht Tools. Das ZI hat genau die passenden für unsere Situation des Wandels. Mit einer Fokussierung auf Gestaltbarkeit wird Verantwortung an jeden einzelnen zurückgegeben. Ergebnisoffenheit von Entwicklungen fordert Persönlichkeiten dazu auf, ihren Part zu leisten. Das passt zu den Prozessen der heutigen Arbeitswelt. Alles entwickelt sich in eine Richtung, in der jeder einzelne mit Kompetenz ausgestattet ist. Die eigene Positionierung ist also unverzichtbar! Dazu ist Grundlagenarbeit notwendig, die das ZI sehr gut vermittelt hat, indem es Zusammenhänge aufgezeigt hat. Es ist gelungen, die Wechselwirkungen von Einstellung und Lösungsoptionen erfahrbar zu machen. 

Zur Person

Bild: Erste Bank / Sebastian Reich

Willibald Cernko hatte in seiner beruflichen Karriere mehrere Führungspositionen bei der Creditanstalt AG, Bank Austria, HypoVereinsbank AG sowie UniCredit Bank Austria AG inne. Seit 2017 war er im Vorstand der Erste Group tätig. Seit seiner Bestellung zum Vorstandsmitglied der Erste Bank Oesterreich mit Juli 2019 ist er verantwortlich für Product & Businessmanagement; Firmenkunden Österreich; Immobilien und Wohnbau; Großkunden und öffentlicher Sektor.



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