Glossar New Work: Trendbegriffe und Definitionen

Unsere Glossare liefern Ihnen einen kompakten Überblick der aktuell wichtigsten Trendbegriffe rund um die einzelnen Megatrends. Hier finden Sie kurze Erklärungen zu den Subtrends des Megatrends New Work, die zugleich „Stationen“ der New-Work-Linie auf der Megatrend-Map bilden.

B

Business Ecosystems
Der Begriff des „Business-Ökosystems“ beschreibt die zunehmende Vernetzung von Unternehmen und Branchen – und damit auch das Verschwimmen ihrer Grenzen – unter den Vorzeichen der Digitalisierung. Ab einem gewissen Vernetzungsgrad und einer damit einhergehenden Automatisierung laufen ökonomische Netzwerke teil- bis selbstorganisiert, und aus Value Chains werden Ökosysteme.

C

Co-Working
Die steigende Mobilität insbesondere von Beschäftigten in der Kreativwirtschaft lässt neue Kristallisationspunkte zum gemeinsamen Arbeiten und Teilen von Wissen entstehen. Co-Working-Spaces sind Gemeinschaftsbüros, in denen zum Beispiel Selbstständige oder Projektteams temporäre Arbeitsplätze mieten können. Häufig sind diese Räume mehr als Büros – sie sind Orte der Begegnung, des Austauschs und nicht selten der Geselligkeit.

Coopetition
Kooperation heißt schon lange das Zauberwort, um komplexe Probleme zu lösen. In Zukunft geht man noch einen Schritt weiter und wendet sich auch mal der Konkurrenz zu, um in bestimmten Fragen weiterzukommen, innovativ zu bleiben oder Synergieeffekte zu schaffen. Der Coopetition-Trend, eine Wortschöpfung aus „Cooperation“ und „Competition“, bezeichnet die lose Zusammenarbeit mit Wettbewerbern, um zeitweise die Kräfte zu bündeln, statt sich im Konkurrenzkampf aufzureiben.

Corporate Culture
Culture eats Strategy for Breakfast – dieses berühmte Motto ist inzwischen ins Bewusstsein der meisten Arbeitgeber gerückt. Unternehmenskultur ist heute und in Zukunft ein zentraler Erfolgsfaktor für die Adaptionsfähigkeit und Resilienz von Unternehmen und essenziell im Anwerben und Halten von jungen Talenten.

Corporate Health
Gesundheitsmanagement in Unternehmen geht weit über Unfallschutz, Betriebsärzte und ergonomische Arbeitsplätze hinaus. Stress, Überarbeitung, Burn-out, körperliche und psychische Beschwerden: Um die Leistungsfähigkeit im Job zu sichern, ist Gesundheitsvorsorge keine individuelle Angelegenheit mehr. Sie wird zur strategischen Führungsaufgabe.

D

Digital Literacy
Digital Literacy bezeichnet einen souveränen Umgang mit den Herausforderungen der Digitalität. Die Fähigkeiten, die dafür die Basis bilden, sind kognitiver, sozialer und auch kultureller Natur: die Verarbeitung des digitalen „Information Overflow“, die Stärkung des menschlichen Miteinanders in digitalisierten Kontexten – und die generelle Bereitschaft, sich für die neuen Anforderungen digital vernetzter Kommunikation zu öffnen.

Diversity
Diversity bedeutet Vielfalt von Menschen, beispielsweise hinsichtlich Alter, Geschlecht, Herkunft, kulturellem Hintergrund, Qualifikationen etc. Angesichts grundlegender Veränderungen in der Arbeits- und Businesswelt gilt die Diversity von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als zunehmend wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen hinsichtlich Innovationsfähigkeit und Resilienz.

E, F

Everything as a Service
Everything as a Service, auch Anything as a Service, XaaS oder EaaS, bezeichnet den Ansatz, „alles“ als Service zur Verfügung zu stellen und zu konsumieren. Nachdem es bereits Software und Hardware als Service gibt, kommen immer mehr Dienste, Plattformen und Infrastrukturen hinzu, die “as a service” angeboten werden.

Free Creativity
Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird inzwischen als eigenständiges Wirtschaftsfeld verstanden. Sie umfasst die vielfältige Medienbranche und die Designwirtschaft sowie Architektur, Marketing, Künste und die rasant wachsende Gaming-Branche. Kreativität ist insbesondere in dieser, aber auch in anderen Branchen zur zentralen Ressource geworden, die es zu monetarisieren gilt. Wahre Kreativität lässt sich jedoch schwer erzwingen – sie braucht Freiräume.

G, H, K

Gig Economy
Die Gig Economy bezeichnet eine neue Wirtschaftsform, in der Menschen ihren Unterhalt durch situative, auf Kurzfristigkeit basierende Jobs bestreiten. Die digitalen Möglichkeiten der Plattformökonomie dienen dabei als ideale Mittler zwischen Kunden und den unabhängigen, freiberuflichen Auftragnehmern. Uber-Fahrerinnen, Lieferboten, Texterinnen etc. hangeln sich von einem Auftrag zum nächsten, wie es früher vorwiegend Musiker von Gig zu Gig taten.

Human Relations
Human Relations ist eine Alternative zum Human-Resources-Begriff, welche deutlich macht, dass Menschen nicht als Ressourcen für das Unternehmen gesehen werden, sondern dass der Beziehungsaspekt im Fokus steht. In dem Maße, in dem Werte und Einstellungen wichtiger werden auch für die Frage, für wen Menschen arbeiten wollen, müssen Personaler der Zukunft sowohl wissen, welche Werte ihr Unternehmen anzubieten vermag, als auch welche Werte die Menschen heute vertreten. HR entwickelt sich daher weiter in Richtung Beziehungsmanagement, denn Unternehmen sind im Kern soziale Systeme.

Kollaboration
Unter Kollaboration versteht man die oft technisch vermittelte Zusammenarbeit in Teams. Zielsetzung ist meist die Erzeugung neuer Ideen oder Problemlösungen, häufig ist die Zusammenarbeit intensiv, kreativ und zeitlich begrenzt. Durch Austausch entstehen neue Verbindungen oder Sichtweisen. Die digitale Kommunikation ist dabei ein starker Treiber.

O, P

Open Innovation
Die Entwicklung neuer Produkte mit oder sogar durch Kundinnen und Kunden, Partner, Zulieferer oder die Crowd wird als Open Innovation bezeichnet. Die Bandbreite reicht von Online-Plattformen, auf denen Produktverbesserungen und -entwicklungen diskutiert werden, bis hin zu Workshops mit den treuesten Kunden. Ziel von Open Innovation ist es, die Innovationsqualität und -bandbreite zu steigern und Kunden zu binden.

Open Knowledge
In der Informationsgesellschaft und der Wissensökonomie wird zunehmend das Ziel verfolgt, den Prozess der Wissensproduktion sowie den Zugang zu Informationsquellen und -ressourcen zu öffnen. Forschungsergebnisse, Daten, Software, technologische Entwicklungen und vieles mehr werden vielfach frei verfügbar, sodass jeder an ihnen partizipieren, sie nutzen und daran weiterarbeiten kann.

Plattformökonomie
Als Plattformökonomie wird eine Wirtschaftsform bezeichnet, in der Online-Plattformen die Basis für den Austausch von Ressourcen und die Vermittlung von Geschäftsbeziehungen darstellen. Sie steuern die Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen und damit den Zugang zum Markt. Zu den bekanntesten Beispielen gehören Unternehmen wie Airbnb oder Uber, die selbst keinerlei Immobilien oder Fahrzeuge besitzen, aber zunehmend zu marktbestimmenden Global Playern werden.

R

Remote Work
Nicht im Büro zu arbeiten, sondern zu Hause, an einem Third Place oder gar in einem anderen Land, erleichtert das Work-Life-Blending entscheidend und ermöglicht Mitarbeitenden mehr Freiheiten. In der Corona-Krise arbeiteten so viele Menschen im Homeoffice wie nie zuvor – Remote Work ist damit endgültig im Mainstream angekommen und wird die Arbeitswelt nachhaltig beeinflussen.

Resilienz
Resilienz ist die psychische Widerstandskraft, schwierige Lebenssituationen ohne bleibende Schäden zu überstehen. Bezogen auf die Wirtschaft müssen auch Unternehmen resilient sein – damit bleiben sie beweglich und passen sich in Krisen bestmöglich an. Spätestens seit der Corona-Krise entwickeln viele Unternehmen ein neues Denken: weg von der Effizienz, hin zur Resilienz.

S, W

Sinn-Ökonomie
Neue Dimensionen der Wertschöpfung abseits des Denkens in Wachstum und Profitmaximierung rücken in den Vordergrund: sozialer Mehrwert, Nachhaltigkeit, eine glückliche Mitarbeiterschaft, gesellschaftlicher Fortschritt. Unternehmen, die in Zeiten erfolgreich sein wollen, welche dem Wachstum zunehmend kritisch gegenüberstehen, müssen diese neuen Wertvorstellungen der Sinn-Ökonomie selbst leben und vorantreiben.

Social Business
Im vernetzten Wirtschaftssystem etabliert sich eine neue Unternehmenskultur. Sie strebt nicht mehr nach Profitmaximierung, sondern nach Maximierung des sozialen oder ökologischen Nutzens: Der Trend zum Social Business rückt gesellschaftliche Probleme in den wirtschaftlichen Fokus und will diese mit neuen unternehmerischen Mitteln lösen.

Start-up-Culture
Das Heer der Freischaffenden, Gründerinnen und Jungunternehmer, die mit nicht ganz geradlinigen Lebensläufen das Angestelltendasein zugunsten eines Start-ups aufgeben (oder gar nicht erst beginnen), wird nicht nur zum Wirtschaftsfaktor. Mit ihrer Interdisziplinarität, ihren Geschäftsideen sowie ihrer Art zu arbeiten und an Probleme heranzugehen übernehmen sie eine Vorbildfunktion in Sachen Arbeitskultur und setzen etablierte Unternehmen und ganze Branchen unter Innovationsdruck.

Work-Life-Blending
Die kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben, zum Beispiel durch Home-Office-Modelle und Mobile-Office-Lösungen, wird zur großen Aufgabe der kommenden Jahre. Statt weiterhin krampfhaft den Spagat zwischen zwei scheinbar getrennten Welten zu versuchen, steht Work-Life-Blending für einen neuen Ansatz, mit dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer Lösungen finden, ein räumlich und zeitlich selbstbestimmteres Arbeiten zu ermöglichen, das aber nicht in Selbstausbeutung umschlagen sollte.