Gender Shift Glossar

Innovation schlägt Tradition, das Geschlecht verliert das Schicksalhafte, die Zielgruppe an Verbindlichkeit. Noch nie hat die Tatsache, ob jemand als Mann oder Frau geboren wird und aufwächst, weniger darüber ausgesagt, wie Biografien verlaufen werden. Der Trend veränderter Rollenmuster und aufbrechender Geschlechterstereotype sorgt für einen radikalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Das starke Ich schlägt das alte Frau/Mann-Schema und schafft eine neue Kultur des Pluralismus.

Diversity

Diversity bedeutet Vielfalt von Menschen, beispielsweise hinsichtlich Alter, Geschlecht, Herkunft, kulturellem Hintergrund, Qualifikationen etc. Angesichts grundlegender Veränderungen in der Arbeits- und Businesswelt gilt die Diversity von Mitarbeitern als zunehmend wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen hinsichtlich Innovationsfähigkeit und Resilienz.

LGBTQ

Die weltweite LGBTQ-Bewegung (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer) setzt sich für die Akzeptanz und mehr öffentliches Bewusstsein der Gender-Vielfalt ein. Sie ist Vorreiter in Sachen Offenheit und progressiver Lebensweisen. Nicht nur, weil sie neue Formen der Partnerschaft und alternative Familienmodelle vorlebt, sondern auch weil sie Normen, Traditionen und Rollenzuschreibungen hinterfragt, die auch für heterosexuelle Menschen nicht mehr zeitgemäß sind.

New Feminism

Die Feminismusbewegung von einst schlägt eine neue Richtung ein. Sie zielt auf Selbstbestimmtheit ohne Zwänge von Rollenerwartungen und gesellschaftlichen Restriktionen, auf wirtschaftliche Gleichstellung sowie eine faire Organisation von Haus- und Familienarbeit. Anhänger des New Feminism sind längst nicht mehr nur Frauen, sondern auch Männer und Menschen, die nicht ins Mann/Frau-Schema passen.

Post-Gender-Marketing

Künftig werden immer mehr Angebote, Marken und Produktdesigns gefragt sein, die sich jenseits der klassischen Mann-Frau-Binarität bewegen. Hersteller reagieren auf die neuen Bedürfnisse bereits mit Post-Gender-Marketing, das auf die Ansprache einer stereotypen weiblichen/männlichen Käuferschaft verzichtet und stattdessen Design, Individualität, Modifizierbarkeit, Funktionalität oder Unternehmenswerte in den Vordergrund der Markenkommunikation setzt.

Progressive Parents

Der Progressive Parent hat Kinder, ist berufstätig und führt aktiv meist zusammen mit seinem Partner den Haushalt. Familie, Partnerschaft und Kinder sind für Menschen mit diesem Lebensstil essenziell wichtige Aspekte des Lebens. Erfolg im Beruf allerdings ebenso – der Progressive Parent will im Leben privat wie beruflich viel erreichen und sich dabei auch noch selbst verwirklichen. Das Besondere: Das Geschlecht hat bei der Rollen- und Aufgabenverteilung kein Gewicht mehr.

Proll-Professionals

Proll-Professionals inszenieren ihren Lifestyle mit Glitzer-Accessoires, klassischen materiellen Luxusprodukten wie dicken Autos und gestylter Körperlichkeit. Drang zur Selbstdarstellung, Narzissmus und Freude an primitiven Vergnügungen entsprechen ihrem Lebensgefühl. Sie tun dies aber durchaus mit professionellem Habitus und Leistungswillen.

Sex-Design

Nie zuvor waren Körperbilder dermaßen vom Wunsch nach Perfektion und dem Wissen um ihre Gestaltbarkeit geprägt wie heute. Inzwischen ist auch das Geschlecht keine fixe Kategorie mehr, sondern wird zum individuell wähl- und gestaltbaren Persönlichkeitsmerkmal. In dem Maße, wie die Gesellschaft Geschlechtsstereotype überdenkt und Vielfalt zulässt, sind Menschen im Zuge des Sex-Designs freier, ihr körperliches Geschlecht und ihre sexuelle Identität individuell zu leben.

Ungendered Lifestyle

Das Individuum wird durch sein Geschlecht künftig viel weniger auf bestimmte Verhaltensweisen, Berufe oder Hobbys festgelegt. Das bedeutet nicht, dass es künftig verpönt ist, als Mann Fußball zu mögen und sich als Frau die Nägel zu lackieren, sondern dass das Geschlecht in sämtlichen Lebensbereichen, sei es Ausbildung, Berufswahl, Kindererziehung, Freizeitaktivitäten oder Konsumpräferenzen, weniger entscheidend wird und hinter persönlichem Geschmack und individuellen Vorlieben und Talenten zurücktritt. 

Womanomics

Künftig wird die Frage nach der Rolle der Frau in Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr normativ-moralisch, sondern vor allem ökonomisch beantwortet. Unternehmen setzen immer öfter gleichwertig auf die Arbeitskraft, Intelligenz und Führungskompetenzen von Frauen und nehmen ihre Wünsche als Kundinnen ernst.

Work-Life-Blending

Die kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben, z.B. durch Home-Office-Modelle und Mobile-Office Lösungen, wird zur großen Aufgabe der kommenden Jahre. Statt weiterhin krampfhaft den Spagat zwischen zwei scheinbar trennbaren Welten zu versuchen, steht Work-Life-Blending für einen neuen Ansatz von Vereinbarkeit, indem Arbeitgeber und Arbeitnehmer Lösungen finden, um die steigende Belastung durch geschäftliche und berufliche Anforderungen zu kompensieren.

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

Der Artikel hat Bezug zu folgenden Formaten:

Dieser Artikel ist in folgenden Dossiers erschienen: