Gesundheit Glossar

Gesundheit ist das Synonym für ein gutes Leben. Als zentrales Lebensziel hat sich der Megatrend tief in das Bewusstsein, die Kultur und das Selbstverständnis von Gesellschaften eingeschrieben und prägt sämtliche Lebensbereiche. Gesundheit und Zufriedenheit sind dabei kaum noch voneinander zu trennen. Mit selbstständig erworbenem Wissen treten Menschen dem Gesundheitssystem auf Augenhöhe gegenüber und stellen neue Erwartungen an Unternehmen und Infrastrukturen: Gesundheitsbewusste Menschen wollen sich in gesundheitsfördernden Lebenswelten bewegen und fordern dies als neuen Normalzustand ein.

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist der wichtigste Gegentrend zur permanenten Reizüberflutung des digitalen Zeitalters und der medial gemachten Erregungskultur. Immer häufiger hinterfragen wir die Art, wie wir mit uns und unserer real-digitalen Umwelt umgehen. Achtsamkeit ist mehr als ein Lifestyle-Thema, es ist die Kunst, das Hier und Jetzt nicht aus den Augen zu verlieren, die eigenen Bedürfnisse zu kennen und Werte zu leben.

Big Data

Big Data bezeichnet die Sammlung, Verarbeitung und Analyse großer Mengen computergenerierter Daten: individualisierte, personenbezogene ebenso wie öffentliche und geostationäre. Für ihre Auswertung und Weiterverarbeitung sind neue technische Tools erforderlich – und ein neues Daten-Mindset, das aus Big Data „Thick Data“ macht: wirklich relevante Informationen und Einblicke in menschliche Bedürfnisse. Big Data gilt branchenübergreifend als Quell neuer Wertschöpfung

Bike-Boom

Das Fahrrad wandelt sich vom Freizeitgerät zum Verkehrsmittel erster Wahl, vor allem in den Städten. Radfahren ist nicht nur ökologisch, kostengünstig und gesund, sondern in Innenstädten mittlerweile oft die schnellere Alternative zum Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Städte der Zukunft binden Fahrradwege, Bikesharing-Stationen und Abstellplätze mit in ihre Infrastrukturen ein, um den Bike-Boom weiter zu unterstützen.

Corporate Health

Gesundheitsmanagement in Unternehmen geht weit über Unfallschutz, Betriebsärzte und ergonomische Arbeitsplätze hinaus. Stress, Überarbeitung, Burnout, körperliche und psychische Beschwerden: Um die Leistungsfähigkeit im Job zu sichern, ist Gesundheitsvorsorge keine individuelle Angelegenheit mehr. Sie wird zur strategischen Führungsaufgabe.

Detoxing

Im Zuge des steigenden Gesundheitsbewusstseins versuchen immer mehr Menschen sich durch eine gezielte Auswahl von Lebensmitteln und Pflegeprodukten von schädlichen, ungesunden oder krank machenden Substanzen zu befreien. Das Prinzip Detoxing weitert sich aber auch auf andere Bereiche aus: Mentales oder digitales Detox übertragen das Konzept auch auf die psychische und seelische Gesundheit.

Digital Health

Digitale Technologien spielen bei der Gesundheitsversorgung wie auch beim individuellen Gesundheitsverhalten eine immer größere Rolle. Bei kritischen Vitalwerten können Mediziner beispielsweise Feedback geben, ohne dass der Patient zum Arzt kommen muss. Digital Health ermöglicht eine bessere Interaktion zwischen Patienten, Medizinern und Dienstleistern.

Flexitarier

„Weniger Fleisch, mehr Lebensqualität“ lautet die Devise der Teilzeit-Vegetarier. Flexitarier setzen weniger auf Moral und mehr auf Pragmatismus. Beispielsweise verzichten sie nicht komplett und immer auf Fleisch (Vegetarier) oder gar auf alle tierischen Produkte (Veganer). Ihre Philosophie ist es, die richtige Balance zu finden und lieber weniger und dafür besseres Fleisch zu konsumieren.

Healing Architecture

Standen in der Architektur lange Zeit funktionale Aspekte im Vordergrund, geht es künftig verstärkt um emotionale Qualitäten von Räumen. Als Prävention gegen Hektik, Stress und ungesunde Umwelteinflüsse werden Gebäude gewissermaßen zur Arznei. Innovative Strategien setzen auf eine heilende Wirkung von Räumen und auf Materialien als Teil ganzheitlicher Konzepte moderner Gesundheitsvorsorge.

Health Literacy

Gesundheit ist zu einer eigenverantwortlichen Aufgabe geworden. Immer mehr Menschen erweitern ihre Gesundheitskompetenz – ihre Health Literacy. Sie informieren sich aus unterschiedlichen Quellen zu Gesundheitsthemen und bilden sich eine eigene Meinung. Mit dieser treten sie Ärzten selbstbewusst auf Augenhöhe gegenüber.

Healthy Hedonism

Ein dogmatisches, leistungsorientiertes Gesundheitsstreben wird zunehmend abgelöst durch ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis, das aufs Wohlbefinden von Körper und Geist abzielt. Es geht nicht mehr um Gesundheitsregeln, die vorschreiben, was man darf oder nicht, sondern um eine Besinnung auf das, was gut tut. Nicht ein schlechtes Gewissen und Verzicht sind der Haupttreiber dieses neuen Gesundheitsverhaltens, sondern Genuss und Lebensqualität.

Holistic Health

Der Blick auf Gesundheit wird ganzheitlicher – endet aber nicht beim Menschen, sondern bezieht auch die größeren Kontexte mit ein: das komplexe Wirkungsnetzwerk, das auf die Gesundheit von Individuen und ganzen Bevölkerungen Einfluss hat. Künftig werden mehr Faktoren in den Fokus rücken, die nicht in der Verantwortung der Individuen, sondern von Staaten und Wirtschaft liegen, wie Gesetze, Bildung, Architektur und Arbeitsumgebungen.

Komplementärmedizin

Komplementär- und Alternativmedizin gewinnen an Zuspruch. Wachsendes Misstrauen gegenüber der Schulmedizin bringt Menschen dazu, neue Möglichkeiten der Gesunderhaltung und Heilung zu testen. Unter Verzicht auf Produkte der Pharmaindustrie sollen alternative Methoden eine natürliche oder ganzheitliche Heilung oder Prävention ermöglichen.

Lebensqualität

„Besser statt mehr“ wird zur Leitdevise von immer mehr individuellen und kollektiven Strategien, die auf höhere Lebensqualität setzen: besser Zeit mit der Familie als mehr Gehalt, besser eine neue Grünfläche in der Stadt als noch ein Einkaufszentrum, lieber weniger und dafür besseres Fleisch auf dem Teller usw. Viele internationale Organisationen suchen derzeit nach validen Maßstäben für die Erfassung globaler, nationaler und individueller Lebensqualität.

Mind-Sport

Immer mehr Menschen sind heute auf der Suche nach Freizeitaktivitäten, die sie nicht nur körperlich und geistig fit halten, sondern auch wieder „in Resonanz“ bringen, mit anderen Menschen, mit der Umwelt oder mit sich selbst. Mind-Sport sind solche Sportarten, bei denen der bewusste und achtsame Kontakt mit der Natur, mit anderen oder mit sich selbst im Vordergrund steht.

Movement Culture

Sport ist heute für viele normaler Bestandteil des Lebens. Dabei verändert sich für eine wachsende Gruppe von Menschen die Bedeutung von Sport – weg von der reinen Selbstoptimierung und hin zu einem Comeback der Bewegung: Es geht nicht mehr darum, eine bestimmte Leistung oder ein bestimmtes Aussehen zu erreichen, sondern um die Bewegung selbst. Egal ob beim Schwimmen, Yoga, Parkour oder Spazierengehen, der achtsame und genussvolle Umgang mit dem Körper steht im Zentrum.

Preventive Health

Prävention ist zum wichtigen Pfeiler der Gesundheitsversorgung und eines wachsenden Gesundheitsbewusstseins geworden. Gesundheitliche Eigenverantwortung nimmt durch einen immer leichteren Zugang zu Informationen sichtbar zu. Zusätzlich ebnet die wachsende Zahl digitaler Anwendungen den Weg für eine datengetriebene Gesundheitsvorsorge in Form von individualisierten Präventionsmaßnahmen.

Sportivity

Sport hat sich als Alltagspraxis und als Lebensgefühl grundlegend in der Kultur verankert. Er durchdringt sämtliche Lebensbereiche bis hin zur Arbeitswelt. Sport adressiert unterschiedliche Bedürfnisse, von Wohlbefinden und Unterhaltung über Imagegewinne und Gemeinschaft bis hin zum Lebenssinn. Damit ist Sport auch ein riesiger Markt für Dienstleistungen, Ernährung, Fashion, Lifestyle und Gesundheit geworden.

Self Balancer

Der Self Balancer führt einen achtsamen Lebensstil und hat es sich zum Lebensziel gemacht, im Inneren stets ausgeglichen und bei sich zu sein. Für ihn ist das eigene Wohlbefinden wichtiger als der Gedanke, um jeden Preis gesundes Essen zu sich zu nehmen oder sich für eine sportliche Tätigkeit zu motivieren. Damit schafft er es, seine Prioritäten im Leben ganz klar zu setzen und zu verfolgen, ohne sich durch äußere Einflüsse beirren zu lassen.

Selftracking

In dem Streben nach Gesundheit, Fitness und Lebensqualität werden digitale Anwendungen für Smartphones, Sport-Armbänder oder andere tragbare Geräte zum Mittel der Wahl, um körperliche Leistungen oder Gesundheitswerte und Vitaldaten aufzuzeichnen, zu visualisieren und auszuwerten.

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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