Globalisierung Glossar

Handelskriege, diplomatische Krisen, Cyber-Angriffe, internationale Konzernmächte – die Globalisierung wird heute allzu oft als Problem wahrgenommen. Doch die Herausforderungen, die mit einer immer komplexeren, weil zunehmend vernetzten Welt verbunden sind, dürfen nicht den Blick auf die positiven Effekte verstellen, die die Globalisierung bewirkt. Denn während die Politik noch versucht, globale Prozesse mit alten nationalstaatlichen Mechanismen zu regulieren, ist die Weltgesellschaft längst auf dem Weg in die Zukunft des 21. Jahrhunderts. Viele aktuelle Trends  von der Postwachstumsökonomie über Direct Trade bis hin zum Aufstieg der Generation Global verstärken die globale Dynamik, die das internationale System in den kommenden Jahren weiter in eine progressive Richtung bewegt.

Bevölkerungswachstum

Global betrachtet wird die Bevölkerungszahl weiter deutlich ansteigen. Das hat vor allem massive Auswirkungen auf Städte: Nachverdichtungen, Neubauten und eine umfangreiche Reorganisation von Verkehr, Nahversorgung und Lebens- und Arbeitsräumen werden zur Herausforderung.

Generation Global

Die jungen Menschen, die Teil der Generation Global sind, wissen: Globale Herausforderungen lassen sich nicht mit nationalem Denken lösen. Sie nutzen das Netz, um Lösungen zu finden und globale Probleme bei ihrer lokalen Wurzel zu packen. Die Generation Global führt wirtschaftlich wie gesellschaftlich einen Shift herbei, der Sinn und sozialen Mehrwert zum zentralen Bewertungskriterium macht.

Global Citys

Innovative und kreative Städte werden mehr und mehr zu den ökonomischen, kulturellen und politischen Zentren der Weltwirtschaft. Global Citys übernehmen zentrale Steuerungsfunktionen, denn sie verknüpfen regionale, nationale und internationale Finanz-, Dienstleistungs- und Warenströme. Somit sind sie die zentralen Knotenpunkte der Globalisierung.

Global Migration

In einer globalisierten Welt weisen viele Länder kontinuierliche Ströme von Ein- und Auswanderern auf. Vor allem für Gesellschaften mit einer alternden Bevölkerung, niedrigen Geburtenraten und gleichzeitig hoher Arbeitskräftenachfrage ist Zuwanderung eine enorme Chance. Die Herausforderung liegt darin, kulturelle Diversität kreativ und konstruktiv zu gestalten.

Glokalisierung

Einerseits sind die Weltwirtschaft und das Leben der Menschen durch zunehmende Internationalisierung und globale Verflechtungen geprägt, andererseits kaufen Konsumenten beispielsweise vermehrt Produkte aus regionaler Herstellung, weil diese eine gewisse Nähe zum Erzeuger versprechen und sie nach regionalen Besonderheiten und Individualität suchen. Das Lokale gewinnt als Teil der Globalisierung stark an Bedeutung.

Multipolare Weltordnung

Statt von einzelnen wenigen nationalen Supermächten wird die Welt zunehmend von mehreren mächtigen Kräften beherrscht. Sei es militärisch, politisch oder wirtschaftlich, die Tendenz geht hin zu mehreren wichtigen Globalmächten, die den Einfluss untereinander aufteilen und miteinander konkurrieren, aber auch kooperieren.

Nearshoring

Die Standortwahl von Unternehmen ist zunehmend vom Ziel geprägt, absatzmarktnah zu agieren und zu fertigen. Flexibilitätseinbußen, Qualitätsprobleme und die Veränderung von Lohnniveaus in unterschiedlichen Teilen der Welt führten zu einer Trendwende. Aus dem lange Zeit favorisierten Offshoring wird inzwischen immer öfter ein Nearshoring: Produziert wird dort, wo der Kunde ist.

Neo-Nationalismus

Als Gegentrend zur Globalisierung verkörpert der Neo-Nationalismus den Wunsch nach einem starken Staat, der seine Bürger vor Bedrohungen von außen schützt, meist verbunden mit der Sehnsucht nach „den guten alten Zeiten“ einer vermeintlich übersichtlicheren Welt ohne globale gesellschaftliche und wirtschaftliche Verflechtungen.

Postwachstumsökonomie

Die Weltwirtschaft wächst zwar weiter, aber deutlich langsamer, mancherorts zeigt sich bereits Stagnation. Unternehmen in solchen Umfeldern brauchen neue Geschäftsmodelle und müssen unabhängiger vom Wachstum werden. Damit stellt sich automatisch die Sinnfrage nach dem Zweck des Wirtschaftens: Immer mehr Profit? – Oder vielleicht doch bessere, sozial und ökologisch vorteilhaftere Problemlösungen für Kunden und andere Stakeholder?

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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