Urbanisierung Glossar

Städte sind die Staaten von morgen. Immer mehr Menschen leben weltweit in Städten und machen sie zu den mächtigsten Akteuren und wichtigsten Problemlösern einer globalisierten Welt. Doch Städte sind mehr als Orte, Urbanisierung beinhaltet mehr als den Wandel von (Lebens-)Räumen. Durch neue Formen der Vernetzung und Mobilität wird Urbanität vor allem zu einer neuen Lebens- und Denkweise.

Big Data

Big Data bezeichnet die Sammlung, Verarbeitung und Analyse großer Mengen computergenerierter Daten: individualisierte, personenbezogene ebenso wie öffentliche und geostationäre. Für ihre Auswertung und Weiterverarbeitung sind neue technische Tools erforderlich – und ein neues Daten-Mindset, das aus Big Data „Thick Data“ macht: wirklich relevante Informationen und Einblicke in menschliche Bedürfnisse. Big Data gilt branchenübergreifend als Quell neuer Wertschöpfung

Bike-Boom

Das Fahrrad wandelt sich vom Freizeitgerät zum Verkehrsmittel erster Wahl, vor allem in den Städten. Radfahren ist nicht nur ökologisch, kostengünstig und gesund, sondern in Innenstädten mittlerweile oft die schnellere Alternative zum Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Städte der Zukunft binden Fahrradwege, Bikesharing-Stationen und Abstellplätze mit in ihre Infrastrukturen ein, um den Bike-Boom weiter zu unterstützen.

Condensed Spaces

Condensed Spaces sind innerstädtisch-urbane Räume mit hoher Bevölkerungs-, Bebauungs-, Infrastruktur- und Mobilitätsdichte. Auf engstem Raum finden sich hier die meisten Menschen, der meiste Wohnraum und der meiste Verkehr. Von der gelungenen Gestaltung und Organisation der Condensed Spaces hängt meist die Lebensqualität der ganzen Stadt und sogar der Region ab.

Co-Living

Die Biografien der Menschen haben sich zu Multigrafien weiterentwickelt. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der Art, wie Menschen wohnen: Co-Living ist nicht mehr nur ein Modell für Studierende. Auch Altersund Berufstätigen-WGs sowie Mehrgenerationenhäuser werden populärer. Überall entstehen neue Gemeinschaften, Communitys und NachbarschaftsNetzwerke – eine Entwicklung, die erst durch die Individualisierung entstehen konnte.

Global Citys

Innovative und kreative Städte werden mehr und mehr zu den ökonomischen, kulturellen und politischen Zentren der Weltwirtschaft. Global Citys übernehmen zentrale Steuerungsfunktionen, denn sie verknüpfen regionale, nationale und internationale Finanz-, Dienstleistungs- und Warenströme. Somit sind sie die zentralen Knotenpunkte der Globalisierung.

Healing Architecture

Standen in der Architektur lange Zeit funktionale Aspekte im Vordergrund, geht es künftig verstärkt um emotionale Qualitäten von Räumen. Als Prävention gegen Hektik, Stress und ungesunde Umwelteinflüsse werden Gebäude gewissermaßen zur Arznei. Innovative Strategien setzen auf eine heilende Wirkung von Räumen und auf Materialien als Teil ganzheitlicher Konzepte moderner Gesundheitsvorsorge.

Megacitys

Megacitys sind Städte mit 10 Millionen oder mehr Einwohnern. Viele dieser riesigen Metropolen haben hohe Wachstumsraten. Schon heute lebt etwa jeder achte Erdbewohner in einer der rund 30 Megacitys. Ihre Anzahl wird nach Prognosen der UN bis zum Jahr 2035 auf fast 50 steigen. Die schiere Größe der Megastädte stellt sie vor gewaltige Herausforderungen in Bezug auf Infrastruktur, Lebensqualität und Nachhaltigkeit.

Micro Housing

Micro Housing bedeutet möglichst viel Lebensqualität auf kleinstmöglichem Raum. Tiny Houses kombinieren oft innovatives Green Tech mit heimeligem Design bei optimaler Ausnutzung der Raums. Vorreiter für diesen Trend ist Japan: In Tokio hat jeder Bewohner im Durchschnitt 19 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung. Aber auch in anderen wachsenden Städten und für moderne Nomaden auf der ganzen Welt wird Micro Housing immer beliebter.

Progressive Provinz

Parallel zur fortschreitenden Urbanisierung erleben Dörfer und ländliche Regionen eine Renaissance. Lokale Visionäre, transitorische Architekturen, Offenheit, Storytelling und Selbstbewusstsein können ganze Regionen zur progressiven Provinz machen. Sie bringen ein urbanes Mindset in den ländlichen Raum und können ganze Dörfer revitalisieren.

Rural Citys

Die Landlust vieler Städter, ihre Sehnsucht nach naturnahen, beschaulichen, stressfreien Lebensräumen fördert den Trend hin zu kleinräumigen, dörflichen Strukturen innerhalb von Städten. Stadtentwickler, vor allem aber auch die Bürger selbst erschaffen hybride Orte, die ihren Ausdruck beispielsweise im Urban Gardening, in gemeinschaftlich genutzten Grünflächen und Nachbarschaftsinitiativen finden. Lokale Communitys schaffen sich so Inseln gemeinsamer Identität und ländlicher Idylle in ihrer Stadt.

Smart Citys

Der Smart-City-Ansatz sucht, über technologische Insellösungen hinaus, nach intelligenten Systemen, die ganzheitliche Lösungen für verschiedenste Herausforderungen der Stadt bieten und diese durch sinnvolle Vernetzung bewältigen. Eine Smart City ist aber nicht nur technologisch smart, sondern auch sozial intelligent, indem sie das Wissen und die Wünsche ihrer Bewohner berücksichtigt.

Third Places

Die Homebase der Zukunft ist überall. Dritte Orte sind all das, was sich zwischen dem Heim und dem Arbeitsplatz abspielt: Bahnhöfe, Flughäfen, Wartebereiche, Shoppingmalls. Orte, an denen man mithilfe von Technologie fast alles machen kann, die in einer mobilen Gesellschaft stark an Bedeutung gewinnen und somit mit neuen Anforderungen durch ihre Benutzer konfrontiert werden.

Urban Farming

Immer öfter werden brachliegende und andere Flächen in Städten zum lokalen Anbau von Lebensmitteln umgenutzt. Oft spielen neue Technologien wie Vertical Farming eine Rolle. Während beim Urban Gardening Lebensqualität und Erholung im Vordergrund stehen, geht es beim Urban Farming darum, wieder einen Teil der Lebensmittelproduktion in die Stadt zu verlagern, um so größere Kundennähe zu erreichen.

Urban Manufacturing

Der Wunsch nach Individualität und Qualität, ein steigendes Bewusstsein für lokale Wertschöpfung und die zunehmende Nachfrage nach regionalen Produkten schaffen einen neuen Markt für kleine produzierende Betriebe in Städten. Sie entwickeln sich zu Geschäftsmodellen jenseits der Nische. Ob Lifestyle-Objekte, Bekleidung, Delikatessen oder Möbel – die Stadt wird dank der Nähe zum Kunden als Produktionsstandort zurückerobert.

Mehr über diese Trends und die weiteren Megatrends erfahren Sie in unseren Megatrend-Dossiers.

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