Re:think War – Den Krieg neu denken

Krieg macht sprachlos, stumm und fassungslos. Er ist der große Zukunftszerstörer, vernichtet Hoffnungen und hinterlässt Traumata für Generationen. Allein, dass er existiert, lässt uns an der Zukunft verzweifeln. Wie also könnten wir anders über Krieg nachdenken und -fühlen als in den Kategorien von Angst, Entsetzen, Ohnmacht und Verzweiflung? Ein Auszug aus dem Zukunftsreport 2023 von Matthias Horx.

Bild: Unsplash/Rod Long

Krieg ist unfassbar. Er markiert eine Art Nullstelle in unserer Welt-Wahrnehmung: Wie können Menschen sich und anderen so etwas antun? Sich gegenseitig töten, verstümmeln, zersprengen? Sich einer mörderischen Disziplin unterwerfen, die auf organisiertes Töten und Getötetwerden ausgerichtet ist? Es gibt eine banale, aber schrecklich wahre Antwort: Weil sie es können. Oder weil sie dazu getrieben werden. Und manchmal auch: Weil sie es wollen. In seinem Wesen ist Krieg immer eine Hohlform der Angst. Der Angst vor dem eigenen Wirkungsverlust, vor dem Zusammenbruch der Grandiosität. Krieg ist ein kollektiver Wahn, der mit der Vorstellung einhergeht, die Wirklichkeit nach den eigenen Illusionen formen zu können.  

Es gibt viele Theorien, die die Ursprünglichkeit des Krieges zu erklären versuchen. Eine davon ist die negative Anthropologie: „Der Mensch“ sei von der Evolution auf Grausamkeit geprägt worden. Bei genauerer Betrachtung ist diese Theorie zumindest widersprüchlich. Der menschliche Gencode ähnelt am meisten dem der Schimpansen und dem der Bonobos, einer Schimpansen-Variante. Diese Spezies können in Bezug auf Gewalt kaum unterschiedlicher sein: Bonobos sind eher friedlich, lösen ihre Spannungen mit Sex und Fellpflege, ihre sozialen Strukturen sind weiblich dominiert. Schimpansen haben Macho-Anführer und neigen zu spontanen mörderischen Gruppenattacken auf Einzelgänger. Ist Krieg also einfach ein Gender-Problem?

Eine weitere Theorie erklärt den Krieg als psychopathisches Phänomen, als Mangel an Empathie. Aber auch diese Theorie führt geradewegs in ein Paradox – denn die schlimmsten Grausamkeiten, die Menschen einander antun, entstehen nicht aus einem Mangel, sondern einem Übermaß an Gefühlen.

Kriegsherren begründen immer moralisch, warum der Gegner zu vernichten ist. Sie nutzen selektive Empathie, um das eigene Wir zu verherrlichen und den Gegner herabzuwürdigen. Im Fall der Ukraine heißt das: Ukrainerinnen und Ukrainer seien eigentlich Russen, die aber vom „Westen“ durch Manipulation in eine Art Zombies verwandelt wurden. Deshalb darf man sie sozusagen in ihrem eigenen Interesse töten und ihre Lebensgrundlagen zerstören.

Frieden ist eine aktive Fähigkeit – kein passives Unterlassen: Er erwächst aus dem menschlichen Vermögen, die Differenz von Interessen und Identitäten auszuhalten und Konflikte und Krisen konstruktiv zu moderieren.

In komplexeren Gesellschaften entstehen Kriege meistens dann, wenn eine große innere Verunsicherung herrscht. Wenn eine Gesellschaft sich selbst nicht traut, ihrer eigenen Zukunft misstraut, also eigentlich depressiv ist, neigt sie zu gewalttätiger Regression. Kollektive Gewalt wirkt dann wie ein Rauschzustand, der die inneren Schmerzen betäubt. Aus dieser Perspektive dient Krieg der Sinnstiftung: Er reduziert die Komplexität und ordnet die Welt, erhöht die Lebensenergie und lenkt ab vom Gefühl des Ungenügens, indem er Selbstzweifel „tötet“.

Krieg vom Frieden her denken

Der amerikanisch-kanadische Konfliktforscher Christopher Blattman hat ein dickes Buch über die innere Logik des Krieges geschrieben, in dem er einen interessanten Vorschlag macht: Wir sollten – und können – das Phänomen Krieg nicht von der Seite der Gewalt aus verstehen, sondern nur aus der Perspektive des Friedens. Frieden ist der Normalzustand menschlicher Gesellschaften. Er entsteht, wenn sich Menschen auf dauerhafte Kooperationen und Verhaltensregeln des Ausgleichs von Macht einigen. Frieden erfordert eine ständige Erneuerung sozialer Vereinbarungen. Eine Beziehungsentwicklung durch Regeln, Gesetze, kulturelle Restriktionen, Checks and Balances, die die Gewaltmöglichkeit relativieren.

90 Prozent aller menschlicher Gesellschaften und Gemeinschaften leben in einem selbststabilisierenden Friedenszustand. Sie spielen ein dauerhaftes Integrationsspiel von Konflikten. Die Regeln dieses Friedensspiels lassen sich durch die Spieltheorie bestimmen. Frieden ist dabei Teil einer ständigen Verhandlungsmasse: Weil Krieg immer kostspielig und katastrophal ist, gibt es eine dauerhafte Neigung zur Gewaltvermeidung. Solange der Gewinn durch Kooperation den Preis des Krieges deutlich übertrifft, bleibt der Frieden intakt. Es entsteht ein gemeinsames Nicht-Nullsummenspiel, bei dem die „Friedensdividende“ ständig umverteilt wird.

Blattman verdeutlicht das am Beispiel von Medellín, der zweitgrößten Stadt Kolumbiens, in der seit jeher große kriminelle Banden um die Vorherrschaft kämpfen. Aber seit etwa 20 Jahren sinken die Gewaltexzesse. Blattman schildert, wie diese Banden den Krieg ständig vermeiden, indem sie durch Verhandlungen Konflikte regeln und die „Friedensdividende“ zwischen den Parteien aufteilen. Der „Marktplatz“ dieses Handels ist das Hochsicherheitsgefängnis von Medellín, in dem die meisten Bandenbosse einsitzen. 

Solche Friedensdeals funktionieren auch und gerade in diversen, multikulturellen Gesellschaften, in denen es viele unterschiedliche Gruppen und Interessen gibt. Weil dort eine große Friedensdividende umzuverteilen ist, herrscht oft eine hohe ökonomische Vitalität. In Indien, wo es tiefe ethnische und religiöse Spaltungslinien zwischen Hindus und Moslems gibt, kommt es pro Jahr nur zu einem einzigen kollektiven Gewaltausbruch pro 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern (ein Hundertstel der Kriminalitätsrate in manchen amerikanischen Großstädten); auch in Afrika gibt es bei rund 2.000 ethnischen Konflikten jährlich nur einen kriegerischen Gewaltausbruch, führt Blattman an. Ein einziger offener Krieg kann allerdings fatale Kaskadeneffekte haben – und viele Jahre andauern. Er zerstört die Verhandlungsgrundlagen, mit denen sich die einzelnen gesellschaftlichen Gruppen auf einen Ausgleich verständigen können.

Warum entstehen Kriege?

Blattman beschreibt in seinem Buch 5 große Gründe für das Entstehen von Kriegen:

  • Unkontrollierte Interessen: Krieg wird wahrscheinlicher, wenn einzelne Menschen, Diktatoren oder Cliquen nicht von der Gesellschaft kontrolliert werden. Dann können diese Mächtigen die Kosten eines Krieges auf die Bevölkerung abwälzen.
  • Immaterielle Anreize: Entstehen Kriegsmotive entlang von „magischen“ Motiven wie Status, Ruhm, Ehre oder religiöser Opferung, wird der Friedensrechnung ein „Gewaltbonus“ hinzugefügt. Beispiele sind der islamistische Terrorismus oder auch das ausgeklügelte Ruhm-Status-System, mit dem Hermann Göring die Piloten und U-Boot-Besatzungen des „Dritten Reiches“ in den tödlichen Kampf schickte.
  • Unsicherheit und Paranoia: Viele Kriege entstehen aus Ängsten bezüglich der eigenen Sicherheit. Dabei spielen „verrauschte“ Informationen eine Rolle. Das beste Beispiel ist der Irak-Krieg, der seine Antriebskraft aus der amerikanischen Paranoia nach dem 11. September gewann und auf falschen (und gefälschten) Informationen über angebliche Massenvernichtungswaffen beruhte.
  • Verbindlichkeitsprobleme: Kann man möglichen Verbündeten nicht trauen, muss man zuerst zuschlagen, damit man nicht überrannt wird. Auf diese Weise entstehen irrsinnige „präventive“ Kriege.
  • Fehlkonzeptionen: Viele Kriege sind das Ergebnis von Kommunikationsversagen und Missverständnissen, die sich historisch über lange Zeit aufgebaut haben. Dabei handelt es sich oft um die Dämonisierung einer Gruppe oder eines Konzepts (wie zum Beispiel „der Westen“)

In Putins Krieg gegen die Ukraine überschneiden sich alle 5 Faktoren gleichzeitig – von einem durch demokratische Checks and Balances unkontrollierten Diktator und dem Mythos eines großrussischen Reiches mit heroischem Opferkult über die Unsicherheiten in der eigenen (Zivil-)Gesellschaft und eine überkommene fossile Ökonomie, die nur Oligarchen, aber keine sozialen und zivilgesellschaftlichen Innovationen hervorbringt, bis zu Fehlwahrnehmungen der Interessen anderer, etwa „des Westens“, und der Vorstellung, „demnächst“ überwältigt zu werden und deshalb präventiv vorgehen zu müssen.

Kommen alle Faktoren zusammen, entwickelt sich eine fatale Reaktionskette, wie sie bereits der griechische General und Dichter Thukydides (ca. 460–400 v. Chr.) für den Ausbruch und Verlauf des Peloponnesischen Krieges zwischen Sparta und Athen beschrieb: Ein verschlungenes Zwickmühlensystem zwingt alle Parteien zu Eskalationsschritten, die sie eigentlich nicht gehen wollten.

 

Die Rolle der Diktatoren

Für Albert Einstein war klar, dass es despotische Eliten sind, die den Irrsinn des Krieges zu verantworten haben. In einem Brief an Sigmund Freud schrieb er 1932: „Wie ist es möglich, dass so eine kleine Clique den Willen der Mehrheit dermaßen verdrehen kann, wer wird denn im Krieg leiden und sterben? Lieber Dr. Freud, das ist das Problem! Gibt es irgendeine Weise, die Menschheit von der Geißel des Krieges zu befreien?“ Freud antwortete lange nicht. Dann entwickelte er eine Theorie, nach der es neben dem erotischen einen zweiten Grundtrieb des Menschen gäbe: den Todestrieb. „Kriege“, schrieb Freud an Einstein, „scheinen eine natürliche Angelegenheit zu sein, ein biologisches Faktum und so gut wie unvermeidbar.“

Tatsächlich haben demokratische Gesellschaften nie oder selten Kriege gegeneinander geführt, die meisten militärischen Großkonflikte sind „Diktatoren-Kriege“: angezettelt von Herrschern mit narzisstischen oder paranoiden Zügen, die mit dem Krieg ihre Macht stabilisieren wollen. Allerdings sollte das nicht zum Fehlschluss führen, dass mit der Liquidierung eines Diktators die Sache erledigt sei. Saddam Husseins gewaltsamer Sturz durch die USA führte zu einem Rücksturz der ganzen Region in alte Konflikte (und gab Russland die Legitimation für brutalste Kriegsstrategien). Das Ende der Sowjetherrschaft zerriss Jugoslawien in ethnische Kriege. Und Gaddafis Sturz zerteilte den Libanon in umkämpfte Regionen. Die Beseitigung kriegslüsterner Diktatoren allein reicht nicht für den Frieden.

Eine besondere Rolle in der Massenpsychologie des Krieges spielen kollektive Traumatisierungen. So ist die totalitär-aggressive Diktatur Nordkoreas ohne die Blutmühlen des Koreakrieges (1950–1953) nicht verstehbar: 1 Million Soldaten und 3 Millionen Zivilisten starben, der Konflikt fand die ganze Zeit unter Androhung von Atomschlägen statt. Auch Russlands Geschichte ist eine Aneinanderreihung von Eroberungs- und Vernichtungskriegen. Durch kollektive Traumata können paranoide „Furchtgesellschaften“ entstehen, Regressionsdiktaturen, die weder von innen noch von außen auflösbar erscheinen.

Allerdings zeigen Beispiele wie der Vietnamkrieg, aber auch die Geschichte von Nachkriegsdeutschland, auch die Möglichkeit des Gegenteils, die Chance auf eine Friedenskatharsis. Wenn beide Seiten die Tragik ihrer Verstricktheit erkennen und annehmen, kann auch zwischen Sieger und Besiegtem Frieden entstehen. Gewaltkonflikte können auch durch ein Reframing überwunden werden, das alte Konflikte im Sinne einer neuen Zukunft obsolet macht – das zeigen etwa der Nordirlandkonflikt und, zumindest teilweise, die Guerillakriege in Südamerika.

Demokratische Gesellschaften haben nie oder selten Kriege gegeneinander geführt. Die meisten militärischen Großkonflikte sind „Diktatoren-Kriege“: Angezettelt von Herrschern mit narzisstischen oder paranoiden Zügen.

Selbst eingefrorene Kriege können zu vitalen und florierenden Gesellschaften führen – eine weitere Paradoxie. Das Beispiel Israel zeigt (so wie nun auch die Ukraine), dass und wie Bedrohungszustände Wohlstand und Demokratie sogar befördern können, obwohl ein Land sich mitten in einem andauernden militärischen Konflikt befindet. Es entsteht ein Resilienzüberschuss. Manchmal lösen sich die Schnittlinien von Frieden und Krieg also auch in eine selbststabilisierende Friedensevolution auf.

Der polyzentrische Frieden

 

Krieg ist das, was man in der Systemforschung ein wicked problem nennt, ein „verhextes Problem“. Verhexte Probleme sind mehrschichtig, nichtkausal, unfassbar kontextabhängig, reziprok (aufschaukelnd) – und wahnsinnig schwer zu bekämpfen. Sie sind eigentlich unlösbar. Jedenfalls auf der Ebene, auf der sie entstanden sind.

Im zweiten Teil seines Buches untersucht Blattman alle Friedensbestrebungen auf ihre Tauglichkeit:

  • Bewaffnete Friedensinterventionen können helfen, Kriege zu stoppen – wenn die Friedenstruppen motiviert und bereit sind, echte Gewalt anzuwenden, um Gewalt zu stoppen. 
  • Sanktionen helfen manchmal – aber eher, wenn die jeweilige Kriegstreibergruppe isoliert ist und im eigenen Land starke Oppositionskräfte existieren.
  • Friedensdiplomatie in erschöpften Bürgerkriegsgesellschaften braucht irgendwann eine Schnittstelle zum society building. So wurde der brutale Bürgerkrieg in Liberia durch eine robuste UNO-Mission und ausgeklügelte Programme zur Verantwortungsübernahme lokaler Zivilgesellschaften und zur Gewaltvermeidung beendet. Eine entscheidende Rolle spielten dabei die Frauen, die ihre kriegsverwahrlosten Söhne wiederhaben wollten.
  • Private Organisationen können ebenfalls manchmal Frieden bringen. Im Darfur-Sudan-Konflikt trug der Menschenrechtsaktivist John Pendergast mit seiner Organisation „Enough!“ wesentlich zum Ende der Massaker in Darfur bei: Er mobilisierte Millionen junger Menschen für Petitionen und verband viele Politikerinnen und Politiker weltweit in einer Art globalem Friedenskorps. Später kam Pendergast jedoch zu dem Schluss, dass Frieden nicht durch moralischen Druck geschaffen werden kann – und konzentrierte sich auf die konsequente juristische und interstaatliche Verfolgung von Kriegsprofiteuren.

Eine radikale Variante des Denkens über den Krieg taucht auch heute wiederholt in den Debatten über den Ukraine-Krieg auf: Let them fight it out. Blattman nennt das den „Sieges-Entscheidungs-Weg“. Der Sieg einer Seite als eine Art von Friedensschluss? Diese Haltung ist sicherlich moralisch zweifelhaft, weil sie Unterwerfung akzeptiert und dadurch neue Gewalt schaffen kann. Wir sollten aber auch einen solchen Denkansatz nicht tabuisieren. Manchmal kann es sinnvoll sein, den Weg einer siegreichen Niederlage zu gehen – und dabei den Konflikt auf eine höhere moralische Ebene zu transportieren. Es gibt Konflikte, die sich nicht „in sich“ lösen lassen – so wie der Ukraine-Krieg. Frieden ist dann nur im Kontext höherer Institutionen der Weltgemeinschaft möglich.

Die Regnose des Friedens

Denken wir also den Verlauf des Ukraine-Krieges nicht vom Kriegsverlauf her (das wäre eine Rechnung mit unendlich vielen Parametern und Ungewissheiten, die nicht zu „lösen“ ist), sondern von einer kommenden Friedensordnung her: nicht als Prognose, sondern als Regnose, als Rückblick aus einer Zukunft, in der der Krieg bereits Vergangenheit ist.

Dabei hilft auch der Blick auf historische Friedenserfolge. So beendete der Westfälische Frieden die Religionskriege durch das Primat des Territoriums über die Religion. Der Wiener Kongress schuf eine europäische Ordnung, die den nationalstaatlichen Raum gegen die Expansionsinteressen der Imperien absicherte. Jalta und die Pariser Friedenskonferenz 1947 ordneten Europa nach dem Zweiten Weltkrieg (führten allerdings auch in die Ära des Kalten Krieges). All diese Treaties schufen aus verheerenden Konflikten heraus komplexere Konfliktregelungen, die höhere Friedensrenditen erzeugten. Wie also müsste ein Post-Ukraine-Krieg-Abkommen aussehen, um tatsächlich Frieden möglich zu machen?

Einstein ließ trotz Freuds Todestrieb-These nicht locker in seinem kosmopolitischen Bestreben. Er war ein großer Befürworter einer Weltregierung, die den Krieg für immer verhindern sollte, eine Art weltpolizeilicher Übermacht. „Die Herausforderung internationaler Sicherheit“, schrieb er, „beinhaltet die bedingungslose Kapitulation jeder Nation, in bestimmter Weise die Aufgabe seiner Freiheit der Aktion – seiner Souveränität, um es so auszudrücken“.

Aus heutiger Sicht erscheint das schwer vorstellbar. Doch aus der Sichtweise der Zukunft könnte der Ukraine-Krieg der Beginn einer multilateralen Ordnung sein, in der sich Mittelmächte, Zwischenmächte, kleine Länder und Staatenbünde (Europa) neu vereinbaren, jenseits der alten Blöckelogik, gestützt von einer Reorganisation und Renaissance der Vereinten Nationen und einem Völkerrecht 2.0 (oder schon 3.0). So paradox es klingen mag: Putins fossiler Krieg könnte uns ein Stück weiter in Richtung einer zukünftigen planetaren Zivilisation führen. Einer Welt, in der die Friedensdividende immer attraktiver wird als das Werk der Zerstörung.