Wählen Sie das Trendwort des Jahres 2019!

Traditionell haben wir für unseren neuen Zukunftsreport 2019 die wichtigsten Trendbegriffe für das kommende Jahr und darüber hinaus ausfindig gemacht. Jetzt sind Sie am Zug! Welcher Begriff wird den öffentlichen Diskurs am stärksten prägen? Stimmen Sie ab!

Neue Trends schlagen sich auch immer in neuen Trendwörtern nieder. Oft handelt es sich dabei um die Verschmelzung von Phänomenen oder die Neukombination- bzw. Interpretation von bestehenden Begriffen. Viele dieser Trendwörter schaffen allerdings nie den Sprung hinaus aus einem kleinen Kreis von Vordenkern. 

Auch in diesem Jahr hat das Zukunftsinstitut wieder ein Lexikon von Trendwörtern zusammengestellt, die gesellschaftliche Entwicklungen abbilden und das Potenzial haben, den Durchbruch in die breite Öffentlichkeit zu schaffen.

Was denken Sie? Welches Trendwort wird das Jahr 2019 prägen?

Localnomics

Die Globalisierung hat ihren Zenit überschritten, nun entstehen wieder lokale Ökonomien, von der dezentralen Lebensmittelversorgung bis zur lokalen Solar- und Windenergie und zum lokalen Laden in Bürgerhand. Die Kohle bleibt im Kiez oder im Dorf.

Napflixen

Begriffskombination aus dem englischen Wort „nap“ (Nickerchen) und dem Online-Streamingdienst Netflix. Man napflixt, wenn man sich zum Einschlafen eine lange Netflix-Serie reinzieht, aber nicht so richtig zuhört oder zusieht, eingelullt von dem guten Gefühl, dass noch viele ungesehene Serien auf einen warten.

Premium Mediocre

Der Begriff beschreibt eine Marketingstrategie, die uns mittelmäßige Leistungen und Dinge unter dem Premiumetikett verkauft. Nachdem die Sitze der Economy-Klasse im Billigflugzeitalter auf Sandwich-Format zusammengeschraubt werden, ruft man Sitze, auf denen man noch einigermaßen sitzen kann, als hochpreisiges Premiumprodukt aus. Der Blogger Venkatesh Rao schreibt: „Premium Mediocre ist alles, was nur gerade so viel premium in sich trägt, dass die wesenseigene Mittelmäßigkeit des Produkts nicht ruiniert wird.“

Rasenmäher-Eltern

Neuer Typus von Helikopter-Eltern, die alles tun, um ihren Kindern einen glatten Rasen zu garantieren und sie vor Auseinandersetzungen oder Misserfolgen zu schützen: „Anstatt ihre Kinder auf Herausforderungen vorzubereiten, mähen sie Hindernisse nieder, sodass ihre Kinder sie gar nicht erst zu spüren bekommen“, schreibt Gina Louisa Metzler in ihrem Blog für die Huffington Post. Rasenmäher-Eltern bringen dem Nachwuchs veganes Pausenbrot in den Unterricht oder verhandeln bessere Noten mit den Lehrern.

Retrotopia

Beschreibung des Mindsets einer sich rückwärts orientierenden Gesellschaft, definiert vom polnischen Philosophen Zygmunt Bauman. Die Zukunft ist darin kein Hoffnungsraum mehr, sondern ein Ausblick voller Probleme. Die Vergangenheit scheint die Hoffnung zu bergen, dass die Zeiten besser sein könnten. In retrotopischen Kulturen setzten sich Propheten des „Great Again“ durch.

Rise of the Rest

Donald Trump fand seine Basis in den Provinzen des Mittleren Westens. Auch in Europa gibt es „hoffnungslose“ Regionen, in denen Niedergang und Landflucht kaum zu stoppen sind. Aber was ist mit dem Rest? „Rise of the Rest“ meint den (Wieder-)Aufstieg jener Regionen und Mittelstädte, die wir bislang nicht auf dem Schirm hatten, die aber über großes Potenzial verfügen. In der Umdrehung des Megatrends Urbanisierung werden demnächst Städte zwischen 30.000 und 100.000 Einwohnern eine Renaissance erleben, wie in der Studie „Futopolis – Stadt,Land, Zukunft“ beschrieben.

Slacktivismus

Von „Slacking“, Herumhängen, und Aktivismus. Das kommunikative Internet führt uns in die Illusion, etwas getan zu haben, wenn wir uns einfach nur vordem Bildschirm moralisch aufregen. Wir „meinen“ ständig etwas, regen uns über Unkorrektheiten auf, verursachen oder wehren uns gegen Shitstorms, aber all das hält uns von wahrem Engagement nur ab. Es führt zu einer zynischen, besserwisserischen Welthaltung.

Smupid

Synthese aus „smart“ und „stupid“, erfunden von Douglas Coupland. Beschreibt die Erfahrung, dass das „Smarte“ und das Nervige/Komplizierte/ Blöde oft ziemlich nahe beieinanderliegen. Zum Beispiel dieser wunderbare internetgesteuerte Eierkocher oder das Ding mit 20 Knöpfen plus Touchscreen, das man mal für eine Mikrowelle hielt, verkauft unter der unglaublich schlau klingenden Rubrik „Internet of Things“.

Superdiversität

Ein Puzzle von Minderheiten, von denen keine mehr einen Mehrheitsstatus hat und haben kann. Die verschiedenen Interessen gleichen sich dadurch zu einem dynamischen Gleichgewicht aus. Superdiversität herrscht in den großen, wirklich multikulturellen Städten wie London – oder auch im Frankfurter Bahnhofsviertel: Es besteht inzwischen aus so vielen Ethnien und Kulturen, das sein spaltender Kulturkrieg mit klaren Fronten, etwa „Ausländer gegen Deutsche“, unmöglich ist. Geprägt wurde der Begriff von dem Migrationssoziologen Aladin El-Mafaalani.

 

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