Corinna Mühlhausen

Expertin für Gesundheit, Pharma und Medizin der Zukunft

© Leo Langwieser

Seit über 20 Jahren beschäftigt sich Corinna Mühlhausen als Trend- und Zukunftsforscherin mit dem Megatrend Gesundheit in all seinen Facetten. Ende 2019 startete ihre Reihe des Health Reports mit seiner ersten Ausgabe im Zukunftsinstitut. Dass Gesundheit und Wohlbefinden Themen sind, über die regelmäßig berichtet werden sollte, und dass ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis immer wichtiger wird, davon ist sie überzeugt. Doch dass Gesundheit durch die globale Pandemie das alles dominierende Thema im Jahr 2020 sein würde, konnte keiner ahnen.

Die ersten Wochen der Pandemie waren von Verunsicherung und Demut geprägt. Virologinnen und Epidemiologen waren mit ihrer Expertise gefragt wie nie zuvor – alle anderen Themen traten zunächst in den Hintergrund. Doch mit Fortschreiten der Entwicklungen zeigte sich, dass die Arbeit der Trend- und Zukunftsforschung nun einen ganz neuen Stellenwert erhält. Dass es Menschen braucht, die die ökonomischen, gesellschaftlichen und individuellen Veränderungen, die sich aus der Pandemie ergeben, analysieren, verstehen und einordnen. Die den Blick nach vorne richten und in Form von Szenarien und mutigen Visionen entscheidend dazu beitragen, dass Menschen, Unternehmen und Systeme sich entwickeln und an die neuen Erfordernisse anpassen können.


Wohl nie zuvor war die Arbeit für Corinna Mühlhausen so herausfordernd, schließlich war die Expertin wie jeder andere Mensch von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Ein Zeichen, wie der Mensch mit neuen Situationen umzugehen vermag, ist die Auseinandersetzung mit diesen Veränderungen im Schlaf. So begann sich Corinna Mühlhausen sogar im Schlaf an die Physical-Distancing-Empfehlungen zu halten. Abstand halten im Traum – Covid-19 hat also das Unterbewusstsein erreicht.


Und so verschwammen beinahe unmerklich die Grenzen zwischen Zukunftsbildern am Tage und in der Nacht. Mühlhausen, die mit ihren beiden Söhnen im Teenageralter in Hamburg lebt, versuchte selbst immer wieder, die Balance zwischen Arbeit und Familie herzustellen. Sie weiß um die Folgen der Pandemie – körperlich wie seelisch. Und doch schaut sie optimistisch in die Zukunft: „Wenn wir es schaffen, die Krise als Neuanfang zu verstehen, haben wir die Chance, uns selbst als Teil eines großen Ganzen zu begreifen. Jede und jeder Einzelne kann dann dazu beitragen, das System Gesundheit, aber auch das ganze System Erde so zu verändern, dass die neue Normalität nach Covid-19 eine bessere wird.“