Das multidimensionale Subjekt-Radar

Je mehr Perspektiven wir zu einem Problem einnehmen können, desto mehr Informationen haben wir darüber – und desto mehr verstehen und verinnerlichen wir es. Ein Auszug aus dem Workbook Entwickeln.

Von Harry Gatterer

In den allermeisten Innovationsprojekten wird von allgemeinen Trends als Entwicklungen ausgegangen, denen man folgen muss: Demografie, Digitalisierung, Leistungserhöhung usw. Oder: Man möchte sich schlicht mit “dem Neuen” auseinandersetzen. Vielleicht denkt man noch an den Kunden. Das alles sind aber – auch der Begriff “Kunde” im Allgemeinen – sehr abstrakte Begriffe, die zu sehr “unpersönlichen” Betrachtungen des eigentlichen Problems führen. Wenn wir allerdings so allgemein bleiben, fällt es uns schwer, sowohl das Problem zu verstehen als auch in echten Lösungen zu denken.

In den allermeisten Innovationsprojekten wird von allgemeinen Trends als Entwicklungen ausgegangen, denen man folgen muss: Demografie, Digitalisierung, Leistungserhöhung usw. Oder: Man möchte sich schlicht mit “dem Neuen” auseinandersetzen. Vielleicht denkt man noch an den Kunden. Das alles sind aber – auch der Begriff “Kunde” im Allgemeinen – sehr abstrakte Begriffe, die zu sehr “unpersönlichen” Betrachtungen des eigentlichen Problems führen. Wenn wir allerdings so allgemein bleiben, fällt es uns schwer, sowohl das Problem zu verstehen als auch in echten Lösungen zu denken.

Mit dem Subjekt-Radar können wir versuchen, ein Problem mehrdimensional aus der persönlichen Betrachtung heraus zu begreifen. Dabei steht im Zentrum des Subjekt-Radars die Frage “Warum?”. Diese verweist auf den Sinn einer Fragestellung, der damit Nur wenn ein Problem persönlich sinnvoll und wichtig erscheint, kann auch eine wirklich innovative Lösung gelingen den Mittelpunkt bildet. Denn aus dem, was für uns sinnvoll ist, erzeugt sich die nötige Resonanz zu einem Thema oder einem Gedanken.

Wenn eine Frage, die ein Problem beleuchtet, ganz und gar nicht sinnvoll erscheint, fällt es auch sehr schwer, in Resonanz mit einer Lösung zu kommen. Probleme als solche zu erkennen oder Lösungen und Ideen zu entwickeln bedeutet, in Beziehungen zu treten. Denn erst dadurch wird ein Problem relevant.

Das Subjekt-Radar – am Beispiel “Digitalisierung”

Um es praktischer zu machen, wollen wir an dieser Stelle ein Trend-Beispiel anführen. So zeigt sich momentan das Problem, dass viele Unternehmen mit der sogenannten “Digitalisierung” hadern. Sie wissen nicht recht, was zu tun ist, wie sie damit umzugehen haben. Es ist also ein wirtschaftlich relevantes Problem in einer Umwelt, die sich immer deutlicher aus dem Real-Digitalen bildet. Mithilfe des Subjekt-Radars kann man nun folgende Überlegungen anstellen:

Zukunftsinstitut

Die Fragen innerhalb des Subjekt-Radars bilden eine solide Grundlage zum Problem-Verstehen. Ob aus Ihrer persönlichen Betrachtung – was zu empfehlen ist – oder auch aus der empathischen Perspektive: Damit entfaltet sich in Ihnen ein deutlich differenzierteres Verständnis für die Frage, die eigentlich im Raum steht. Sie füttern Ihr unbewusstes Potenzial mit Informationen, indem Sie präzisere und persönliche Eindrücke erarbeiten.

Übung: Ihr Subjekt-Radar

Spielen Sie nun Ihr unternehmerisches Problem persönlich durch, indem Sie folgende Fragen beantworten: 

  • Wie nehmen Sie dieses Problem in Ihrer Umwelt wahr?
  • Wie denken Sie über dieses Problem?
  • Welche Emotionen verbinden Sie mit diesem Problem?
  • Wie wirkt dieses Problem auf Ihren Körper ein?
  • Welche Bedeutung hat dieses Problem, wenn Sie an Ihr Leben denken?

Sie müssen nicht alle diese Fragen beantworten. Die Fragen sollen Sie vielmehr inspirieren, auf eigene, vielleicht neue Fragen zu stoßen, die Sie bisher nicht im Fokus hatten.

Zukunftsinstitut

Empfehlen Sie diesen Artikel!

Dieser Artikel ist in folgenden Dossiers erschienen:

Dossier: Innovation und Neugier

Dossier: Innovation und Neugier

Wie entstehen Produkte und Dienstleistungen? In der komplexen Netzwerköonomie wird Innovation immer wichtiger: die Fähigkeit, neue Sichtweisen einzunehmen, neue Ideen zu entwickeln und neue Zukunftsperspektiven für Organisationen zu entwerfen.

Folgende Menschen haben mit dem Thema dieses Artikels zu tun:

Harry Gatterer

Harry Gatterer ist Geschäftsführer des Zukunftsinstituts. Sein Spezialgebiet ist die Integration von Trends in unternehmerische Entscheidungsprozesse. Er berät Unternehmen dabei, relevante Trends zu erkennen und zu nutzen.