Fachkräftesicherung im Tourismus: Resonanz als Erfolgsfaktor

Die Rekordwerte bei den Gästeübernachtungen können nicht darüber hinwegtäuschen; der chronische Fachkräftemangel trübt die Zukunftsaussichten der Tourismus-Branche. Eine Schlüsselstrategie, um dem entgegenzuwirken: Der neue Resonanz-Tourismus.

Bereits jeder dritte deutsche Gastronomiebetrieb gibt an, nur schwer Mitarbeiter zu finden. Bei Hotels mit Restaurantbetrieb sind es sogar knapp 40 Prozent. 73 Prozent der Hoteliers und 77 Prozent der Gastronomen sehen im Fachkräftemangel das Hauptrisiko für die künftige Geschäftsentwicklung. Auch die Ausbildungszahlen im deutschen Gastgewerbe sinken seit 2008 kontinuierlich und liegen heute auf dem tiefsten Stand seit 1976. Berufe wie Koch und Restaurantfachmann belegen Platz vier und sechs der unbeliebtesten Ausbildungsberufe. Fast jeder Zweite bricht die Ausbildung im Tourismus ab. Unter dem Fachkräftemangel leiden Tourismusanbieter im gesamten deutschsprachigen Raum. In Österreich musste im vergangenen Jahr knapp ein Drittel der Tourismusbetriebe aus Mangel an Mitarbeitern das Angebot reduzieren. Auch in der Schweiz sucht ein Fünftel der Angestellten in Hotellerie und Gastgewerbe nach einer neuen Stelle – doppelt so viele wie in der Gesamtwirtschaft.

Die Branche gilt allgemein als unattraktiver Arbeitgeber. Unregelmäßige Arbeitszeiten und Saisonalität, Überstunden und vergleichsweise niedrige Löhne, oft starre hierarchische Strukturen und wenig Flexibilität bei Entwicklungsmöglichkeiten – sie tragen dazu bei, dass der touristische Arbeitsmarkt ein Imageproblem hat. Was können Tourismus-Unternehmen also tun, um das Image der Branche zu verbessern und sich die nötigen Fachkräfte zu sichern? Eine neue Kultur der Resonanz im Tourismus!

Das Imageproblem des Tourismus mit Resonanz lösen

Die Zukunft liegt nicht in der Fortführung des traditionellen Massentourismus, sondern in einem Resonanz-Tourismus. Es geht um Angebote, die Maß am touristischen Kernwert der Gastfreundschaft nehmen. Es geht im Tourismus letztlich um ein freundschaftliches Angebot von Lebensqualität und gelingenden Beziehungen – und damit um das Erlebnis menschlicher Resonanz. Die Unternehmen müssen dieses Resonanzdenken auch nach innen anwenden. Um als Arbeitgeber attraktiv zu werden, müssen sie ihre Arbeitskultur und die Bedürfnisse potenzieller Mitarbeiter in den Blick nehmen. Wer Resonanz nach außen erzeugen will, muss auch seinen Fachkräften ein Resonanzangebot machen. Denn Resonanz entsteht nur durch einen Austausch, durch ein Geben und Nehmen. Wer etwa Führung als Dienstleistung und seine Angestellten als Partner versteht, erzeugt Schwingungen, die auch nach außen wirken.

Selbstwirksamkeit erfahren

Das effektivste und nachhaltigste Rezept für touristische Betriebe im Kampf gegen den Fachkräftemangel ist deshalb die Stärkung der Resonanzfähigkeit des eigenen Unternehmens. Im Kern geht es dabei immer um das Gefühl, dass die eigene Arbeit wirklich einen Unterschied macht, im Kontext eines größeren Zusammenhangs. Wem es möglich ist, diese Art von Selbstwirksamkeit zu erfahren, erlebt nicht nur selbst eine wertvolle Resonanzerfahrung während seiner Arbeit, sondern strahlt diese Zufriedenheit und Offenheit genauso nach außen aus. Gerade dies ist für die Tourismusbranche ein großes Potenzial, denn sie lebt von gelingenden Beziehungen.


Mehr über die Zukunft des Tourismus und die Bedürfnisse der Reisenden erfahren Sie in der Trendstudie Der neue Resonanz-Tourismus, die Ihnen neben Analysen auch eine Reihe von Exkursen sowie Interviews mit Experten und Visionären aus der Branche liefert.

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Dossier: Tourismus

Dossier: Tourismus

Der Tourismus ist zu einer der größten Branchen der Erde geworden. Er formt ganze Landstriche um und verändert Gesellschaften in schnellem Tempo. In Megatrends wie Mobilität, Individualisierung, Neo-Ökologie artikulieren sich die Bedürfnisse und Sehnsüchte der Reisenden weltweit.

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