Dörfer mit Zukunft

Illustration: Zsuzsanna Ilijin / www.ilijin.com

Typ 1: Das Health-Village

Dörfer als Orte der Heilung

In vielen Dörfern leben vorwiegend ältere Menschen, die ein gesteigertes Bedürfnis nach Gesundheitsservices und medizinischer Versorgung haben. Dörfer in kleine Health-Zentren umzufunktionieren bietet aber nicht nur älteren Menschen mehr Lebensqualität. Auch immer mehr junge Leute werden durch Gesundheitsurlaube, Wellness und Kur-Angebote angelockt.

TYP 2: Die Bio-Oase

Marktplätze des grünen Lebensstils

Immer mehr Menschen wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Transparenz ist Pflicht. Viele Bio-Höfe in Stadtnähe werden zu Knotenpunkten biologischer Lebensmittelerzeugung und eines nachhaltigen Lebensstils. Durch Hofverkauf, handwerkliche Betriebe, Gastronomie und touristische Angebote mausern sie sich zu kleinen Dorfgemeinschaften mit neuen Arbeitsmöglichkeiten, nicht nur für Landwirte.

TYP 3: Das Energiedorf

Zukunftslabore für erneuerbaren Strom

Erneuerbare Energien zu nutzen ist auf dem Land leichter als in der Stadt. Biomasse, Wind und Sonne können ländliche Gegenden zu grünen Energieproduzenten machen. Dörfer eignen sich auch besonders gut, um mit innovativen Modellen zur Vernetzung und Verteilung von Ökostrom zu experimentieren.

TYP 4: Der kreative Hub

Platz für neues Arbeiten

Co-Working-Spaces, flexible Arbeitszeiten, Home Office, Freelancing und Collaboration – das alles ist New Work. Mit der nötigen digitalen Infrastruktur können Dörfer zu produktiven Knotenpunkten für Kreative und Unternehmer werden. Autonom fahrende Autos könnten auf lange Sicht außerdem das Pendeln revolutionieren.

TYP 5: Die Einsteiger-Kommune

Communities mit hohem Anspruch

In modernen Dorf-Kommunen finden sich Menschen zusammen, die ihre Ideale vom nachhaltigen, demokratischen und/oder fairen Miteinander leben wollen. Sie sind keine Aussteiger, die sich von der Mehrheitsgesellschaft abschotten, sondern Einsteiger in ihre eigenen Vorstellungen von Gemeinschaft. So inspirieren sie auch Mainstream-Formen des Zusammenlebens.

TYP 6: Das Downshifting-Dorf

Entschleunigung im Landidyll

Dörflichkeit wird auch in der Stadt als Do-it-yourself-Kultur, Shareness-Community oder Naturverbundenheit zelebriert. Dorfleben als authentische, gemeinschaftsorientierte und bedächtige Alternative zum hektischen Leben in der Großstadt gewinnt an Fans. Immer mehr Menschen wollen mehr vom ländlichen Lebensstil – mindestens im Urlaub.

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Dieser Artikel ist in folgenden Dossiers erschienen:

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Folgende Menschen haben mit dem Thema dieses Artikels zu tun:

Janine Seitz

Die studierte Kulturanthropologin ist seit 2008 Redakteurin des Zukunftsinstituts. Ihr Fokus: die Zukunft des Handels, Digitalisierungstrends und Global Sustainability. Als Projektleiterin verantwortet Seitz die inhaltliche Koordination der Branchen-Reports.

Lena Papasabbas

Lena Papasabbas ist Kulturanthropologin und begleitet seit 2014 für das Zukunftsinstitut Projekte im Research-Bereich. Ihr Schwerpunkt ist die redaktionelle Arbeit bei Auftragsstudien.