Corona Mobility Shift: Die Zukunft der Shared Mobility

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Corona als Bremse der Sharing-Dienste

Egal ob Carsharing, Ridesharing oder Shared Micromobility – die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Branche der geteilten Mobilität sind verheerend. In Deutschland brachen die Buchungen im Carsharing allein im März 2020 um durchschnittlich 48 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Mehr als ein Drittel der Unternehmen schätzt die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise als existenzbedrohend ein. Ähnlich dramatisch gestaltet sich der Rückgang in der Ridesharing-Branche. In den USA und in Kanada musste Uber im April einen Rückgang der Fahrten um 80 Prozent verkraften – und 6.700 Vollzeitbeschäftigte entlassen. Uber Eats konnte zwar während des Lockdowns einen Teil des Schadens kompensieren – doch in den schwarzen Zahlen war auch dieser Dienst nicht. Und in Deutschland hat der elektrische Ride-Pooling-Dienst CleverShuttle (die Mehrheit an dem Unternehmen hält die Deutsche Bahn) den Betrieb in Berlin, Dresden und München eingestellt.

Die letzte Meile wird neu organisiert

Auch die Anbieter der letzten Meile leiden besonders stark unter der Krise. Viele Unternehmen mit Shared Micromobility-Konzepten befürchten einen starken Rückgang von Investorengeldern, die sie bislang dabei unterstützen, das Tagesgeschäft aufrechtzuerhalten – sofern es nicht schon ruht. Einige Anbieter werden in den kommenden Monaten von den großen, international operierenden Unternehmen aufgekauft werden. Der Markt wird in Zukunft deutlich anders aussehen. In Europa, wo das Geschäft mit geteilter Mikromobilität vor allem in touristischen Kontexten interessant ist, wurden E-Scooter oder Mopeds nach den Grenzschließungen kaum noch genutzt. Doch auch in den USA, wo die Nutzung sehr viel stärker auf die alltäglichen Bedürfnisse ausgerichtet ist, sieht es ähnlich aus. Jetzt rächt sich, dass die Anbieter vor der Krise glaubten, ohne eine Zusammenarbeit mit Städten erfolgreich sein zu können.

So musste Lime – mit rund 120.000 Rollern in 30 Ländern der weltweit größte Anbieter – den Service unter anderem in Brasilien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Griechenland, Großbritannien und den USA einstellen oder drastisch reduzieren. Der Konkurrent Bird zog seinen Dienst von allen europäischen Märkten ab. Auch der Scooter-Anbieter Spin (eine Tochterfirma von Ford) musste den Betrieb in einigen Märkten unterbrechen – wurde jedoch in der Krisenzeit auch von einigen Städten gebeten, das Angebot auszuweiten, um Verkehrslücken zu schließen, nachdem das öffentliche Bussystem ausgesetzt worden war.

Shared Shared Mobility 2021: Ein Fazit

Investorenfinanzierte Formen von Sharing, Ride Hailing oder Shared Micromobility werden es kurzfristig schwer haben, die nötigen Ressourcen zu erhalten, um im Spiel bleiben zu können. Die Phase der Übernahmen hat begonnen.