Resonanz-Tourismus: Tipps für Touristiker, die weiterdenken

Wer heuer schon im Urlaub war, weiß es meist aus eigener Erfahrung: Moderner Massentourismus ist zum ökologischen und gesellschaftlichen Problem geworden – und Reisen zum verindustrialisierten Konsumprodukt, das nicht mehr glücklich macht. Touristische Unternehmen leiden gleichzeitig unter Fachkräftemangel und beinhartem Preiswettbewerb. Doch wie geht es weiter mit unserem Tourismus?

Die großen Chancen liegen in einem Tourismus, der nicht bloß Maß an noch mehr digitalen Daten, sondern an menschlichen Entwicklungsbedürfnissen und vor allem dem Bedürfnis nach Beziehungen nimmt. Ein Resonanz-Tourismus, der den Weg zurück zum Kern richtig verstandener Gastfreundschaft ebnet. Für Unternehmen der Branche empfehlen sich dabei vier Reflexions- und Umsetzungsschritte:

1. Angebot neu denken

Resonanz ist heute ein Grundbedüfnis vieler Menschen in einer wir-kulturellen Gesellschaft. Am Weg zum neuen Resonanz-Tourismus sind touristische Akteure gefordert, nicht mehr nur in Produkten, Angeboten und Verkäufen, sondern in Resonanzen zu denken. Es geht darum, Beziehungen zu Menschen zu gestalten. Dieses Verständnis eröffnet der Tourismusbranche neue Handlungs- und Wertschöpfungsmöglichkeiten.

2. Destinationen neu denken

Niemand im Tourismus schwebt im luftleeren Raum. Kooperationen und sogenannte „Fluid Spaces“ sind Grundlage für das Ökosystem eines Resonanz-Tourismus. Tourismus-Anbieter müssen daher gemeinsam Antworten auf die Frage entwickeln, welche Resonanzerfahrung sie und das gesamte (regionale) Ökosystem bieten können, in dem sich die Menschen rund um das jeweilige Angebot bewegen. Touristische Regionen müssen daher wahrnehmbare Beziehungsqualitäten entwickeln und in ihren Angeboten zum Ausdruck bringen. 

3. Fachkräftesicherung neu denken

Resonanz ist eine Schlüsselstrategie, auch zur Sicherung der Fachkräfte im Tourismus. Mitarbeiter können Resonanz vor allem dann erfahren, wenn Gastfreundschaft im Kern der Unternehmenskultur steht. Wer Führung als Dienstleistung und seine Angestellten als Partner versteht, macht den Resonanz-Unterschied. Das steigert die Attraktivität für bestehende und künftige Mitarbeiter.

4. Logistik neu denken

Die vielzitierte „Seamless Journey“ definiert sich über die Qualität der Reiseerfahrung als Ganzes, nicht bloß über die Technologie. Die Urlaubserfahrung fängt nicht erst mit der Anreise, sondern bereits mit der Buchung an. Wer schon dabei Resonanzerfahrungen möglich macht, bedient die Wünsche der Menschen nach einem Reisen im Grundmodus der Resonanz.

Resonanz-Tourismus gibt letztlich Antworten auf die wachsende Nachfrage von Touristen nach „echten“ Reiseerfahrungen und „authentischen“ Urlaubserlebnissen. Sie wollen auf Reisen „berührt“ werden und Lebensqualität erfahren. Denn es geht im Tourismus per se um ein freundschaftliches Angebot von Lebensqualität und gelingenden Beziehungen – und damit um das Erlebnis menschlicher Resonanz.


Mehr über die Zukunft des Tourismus und die Bedürfnisse der Reisenden erfahren Sie in der Trendstudie Der neue Resonanz-Tourismus, die Ihnen neben Analysen auch eine Reihe von Exkursen sowie Interviews mit Experten und Visionären aus der Branche liefert.

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Dossier: Tourismus

Dossier: Tourismus

Der Tourismus ist zu einer der größten Branchen der Erde geworden. Er formt ganze Landstriche um und verändert Gesellschaften in schnellem Tempo. In Megatrends wie Mobilität, Individualisierung, Neo-Ökologie artikulieren sich die Bedürfnisse und Sehnsüchte der Reisenden weltweit.

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