Durchstarten nach Corona: Welche Themen Unternehmen angehen müssen

Die Kernfelder einer jeder Organisation bedürfen nach Corona einer Neubewertung und gegebenenfalls einer Neuausrichtung. Die Agenda zum Durchstarten. – Ein Auszug aus der Studie Wirtschaft nach Corona.

Illustration: Julian Horx

1 – Unternehmensvision

Zukunft entsteht durch die Bilder, die wir von ihr im Kopf haben. Die Corona-Krise hat die alten Bilder von der Zukunft auf einen Schlag verabschiedet – und macht gleichzeitig den Platz frei für neue Visionen, die bisher nicht für möglich gehalten wurden. Der Weg zu diesen Visionen muss dabei über die eigenen Emotionen führen – denn nur diese verraten, wo tatsächlich eine innere Auseinandersetzung mit den eigenen Wahrnehmungsmustern stattfindet und an welche neuen Bilder von der Zukunft wir bereit sind zu glauben. In Unternehmen sind Visionen eine treibende Kraft: Sie können motivieren und verbinden. Die Schlüsselemotionen der eigenen Organisation zu erkennen und in positive Visionen von der Zukunft zu übersetzen, wird zur zentralen Aufgabe für Unternehmen in der Post-Corona-Ära.

2 – Innovation

Durch die Corona-Krise entstehen neue Möglichkeitsräume – und der Rahmen für Entwicklungsmöglichkeiten wird neu abgesteckt. Nach Corona begegnen wir der Welt mit einem größeren Bewusstsein für globale Zusammenhänge und Abhängigkeiten. Innovation zielt daher nicht mehr nur auf das Schaffen von Neuem und das Überholen von Wettbewerbern. Es entsteht ein neues Verständnis von Innovation, das unsere Beziehung zur Welt umfasst und Gesellschaft, Mensch und Natur als Ganzheit mitdenkt. Es geht um eine Wiederentdeckung unseres Verhältnisses zur Welt – und um die Neuentdeckung unserer Spielkultur. Wer spezifisch unternehmerische Herausforderungen klug mit einer spielerischen Kultur des Ausprobieren-Könnens kombiniert, ebnet den Weg für eine neue, zukunftsfähige Qualität von Innovation.

3 – Human Resources

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig alle einzelnen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für Unternehmen sind, um erfolgreich durch eine Krise zu steuern. Die Resilienz eines Unternehmens hängt zentral von der Mitarbeiterschaft und der zu ihr passenden Unternehmenskultur ab. Doch jeder Mensch im Unternehmen reagiert anders auf Krisen, hat unterschiedliche Bedürfnisse und Qualitäten. Das Denken in Lebensstilen verhilft zu einer differenzierteren Betrachtung: Das Lebensstil-Modell ermöglicht einen Blick auf die Werte und Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeitenden und macht die spezifischen Stärken – die Metaskills – unterschiedlicher Lebensstil-Typen sichtbar. Anhand des Zyklusmodells der Lazy Eight lässt sich darüber hinaus erkennen, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für welche Entwicklungsphase des Unternehmens besonders wichtig sind.

4 – Marketing

Sinnhaftigkeit und Resonanz werden zunehmend zur neuen Markenwährung – das hat die Corona-Krise eindrucksvoll bestätigt. Künftig reicht es für Marken nicht mehr aus, gesellschaftliche Werte und Trends zu „bespielen“, um davon zu profitieren. Vielmehr müssen sich Marken darüber definieren, dass sie selbst aktiv, authentisch, transparent und konsistent für diese Werte einstehen. Marketerinnen und Marketer werden zu Resonanzarchitektinnen und -architekten, die nachhaltige Transformationserfahrungen schaffen, indem sie helfen, Menschen zu Markenkollektiven zu binden. Mehr denn je gilt nach Corona: Gute Markenkommunikation ist immer auch Beziehungskommunikation.

5 – Führung

Resilienz gelingt nicht durch Leistungssteigerung, und operative Exzellenz bereitet nicht auf Krisen vor. Das Streben nach Optimierung verhindert sogar, rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können. Die Aufgabe der Führung war bereits vor der Corona-Pandemie im Wandel. In der Post-Corona-Ökonomie wird es noch viel weniger darum gehen, die Aufrechterhaltung des Regelbetriebs zu überwachen, sondern für Irritation, für Abweichungen, für ein stetes Hinterfragen des eingeschlagenen Weges zu sorgen – und das Menschliche zurück in die Unternehmenskultur zu bringen.


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