Essthetik

Das Rezept für ein erfolgreiches Restaurant basiert nicht nur auf der Qualität der Ausgangsprodukte, dem Können der Köche und der Kompetenz des Servicepersonals. Erst ein gelungenes, integratives Design, das die jeweilige Küchenphilosophie zum Ausdruck bringt, garantiert ein kulinarisches Gesamterlebnis – wie eindrückliche Beispiele zeigen.
Food Report 2017

Pixabay / Unsplash / Plum Cake / CC0

In der Kunst und in der Philosophie war Schönheit seit der Antike der Korrespondenzbegriff zum Guten und Wahren. Das bedeutet: Wir glauben, dass das Schöne auch das Bessere ist. Natürlich ist nicht entschieden, was Schönheit genau ist, und in einer pluralen Gesellschaft wie der unseren ist es so, dass viele Schönheitsbegriffe gleichwertig nebeneinanderstehen. Aber es ist unstrittig, dass die Wirkmacht der Schönheit darauf beruht, dass sie einen Mehrwert verspricht.

Design verändert den Geschmack 

Dass Raumatmosphäre, Beleuchtung, Geschirr und sonstige Tisch-Accessoires den Geschmack der Speisen mit beeinflussen, ist nicht nur eine Erfahrung, die jeder Restaurantgast bereits selbst gemacht hat. Wissenschaftlich nachweisen konnten das auch entsprechende Studien etwa an der Wageningen Universität in den Niederlanden oder an der Oxford Universität durch Charles Spence, der auch mit Ferran Adrià und Heston Blumenthal zusammengearbeitet hat. Überraschend war für den Wissenschaftler dabei das Ergebnis, dass vor allem Farben einen nicht unwichtigen Einfluss auf die Geschmackswahrnehmung haben: Speisen, die mit blauen Löffeln gegessen werden, schmecken salziger, weiße Löffel verstärken die cremige Wahrnehmung und lassen die Speise weniger süß schmecken als schwarze Löffel. Auch das Gewicht des Bestecks spielt eine Rolle. Ähnliche Effekte haben dementsprechend die Farben von Tellern und Tischen, Materialien von Wänden, Böden und Decken, die Beleuchtung und auch die Musik. Nicht zu unterschätzen ist auch die Dimension und die Intimität der Räume.


Food Report 2017

Im Food Report 2017 beleuchtet Hanni Rützler die großen und kleinen Visionen der Food-Branche. Diese mögen auf den ersten Blick vielleicht träumerisch oder gar unrealistisch erscheinen. Aber sie zeigen doch, was möglich ist und wie sehr die Branche vor neuen Ideen sprudelt – von New Flavoring über Convenience 3.0, Food Visions und Californication.

Mehr über den Report

Lindenbauer im Steirereck – Handgemacht, elegant, pur

Das Steirereck im Wiener Stadtpark, eines der besten Restaurant der Welt, steht für Haute Cuisine, für Klarheit und Selbstbewusstsein, Offenheit und Großzügigkeit, Eleganz und familiäre Herzlichkeit. Die Tableware, Was es in Berlin schon immer gab, verbreitet sich nun über den gesamten Kontinent von Petra Lindenbauer speziell fürs Steirereck entworfen, spiegelt all das wider: Die Schalen in elegantem Weiß sind anspruchsvoll gefertigt – eine Referenz an die ebenso anspruchsvolle Küche im Steirereck. Der unglasierte Rand der Platten wiederum spielt auf das Unverfälschte der Natur und die Regionalität der Küche an. Die ebenmäßig glasierte Mitte der Platten erhöht mit ihrem zarten Glanz die Speisen und schließt den Kreislauf von Tableware: Vollkommen ist sie erst, wenn sie verwendet wird. www.petralindenbauer.at; www.steirereck.at

Gedöhns und Zimmer37 - WohngemeinschaftsLook revisited

Vegetarisches für Wohngemeinschaftsromantiker – was es in Berlin schon immer gab, verbreitet sich nun über den gesamten Kontinent: handgemachte, frische Bio-Veggie-5-Elemente-Hausmannskost, serviert in Flohmarktgeschirr in einem mit bunten, zusammengewürfelten Möbeln und unzähligen Kitschschnörkeln drapierten Ambiente. Man fühlt sich wie in der Wohngemeinschaftsküche anno 1968 – nur viel, viel sauberer und ganz bewusst konzipiert. In Wien wird dem HippieLook 2.0 zum Beispiel im „Gedöhns“ und im „Zimmer37“ gefrönt. Und er passt haargenau zur Küchenlinie. www.zimmer37.at

ABC Carpet & Home Restaurant – Eat, test and buy

Das New Yorker Einrichtungshaus ABC ist nicht nur ein weiteres Beispiel für den Trend zu Restaurants in Flagship-Stores (siehe Food Report 2016), sondern in der von Starkoch Jean-Georges Vongerichten betriebenen ABC-Küche kann man auch Tische, Stühle, Gläser, Teller, Schalen und Bestecke bei einem entspannten Lunch oder ausgiebigen Dinner praktisch testen. Die schlanken, femininen, von Jan Burtz extra für Vongerichten entworfenen Teller – jeder für sich ein unverwechselbares Einzelstück – können bei Gefallen anschließend direkt im Shop gekauft und mit nach Hause genommen werden: für den ganz persönlichen Haubenkoch-Touch am heimischen Esstisch. www.abchome.com/eat

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Dossier: Food

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