Das Manifest der Generation Global

Wir-Kultur, Postmaterialismus, hedonistische Nachhaltigkeit... - Um die “Generation Global” zu verstehen bedarf es einer Einordnung ihrer Wertvorstellungen. Das Manifest der „Generation Global“

Von Lena Papasabbas und Tristan Horx

1. We’ll go ahead

Pioniergeist: Wir sind mutig und probieren neue Arten der Lebensgestaltung aus. Wir streben nach einem Lebensstil, der sich nicht allein durch Konsumentscheidungen definiert. Wir bewundern Menschen, die Geld, Zeit und Lebensenergie investieren, um etwas besser zu machen – ohne Garantie auf Erfolg.

2. Collect moments, not things

Postmaterialismus: Erlebnisse, Erfüllung und Erfahrungen sind uns wichtiger als materieller Besitz und Reichtum. Reisen, Genießen, intellektueller Austausch und spirituelle Entfaltung sind in unserer Welt mächtigere Statussymbole als teure Autos oder Uhren.

3. Don’t throw it away, there is no away

Umweltbewusstsein: Nachhaltigkeit ist für uns kein totgehypter Trendbegriff, sondern eine Grundhaltung, die wir verinnerlicht haben. Eigenverantwortliches Handeln im Sinne eines kritischen Konsums ist die natürliche Folge unserer globalen Perspektive.

4. Let’s go where the Wi-Fi is weak

Digitale Affinität: Vernetzung ist unser Normalzustand. Doch bei aller Liebe zum Internet: Wir legen Wert auf einen bewussten und achtsamen Umgang mit digitalen Medien. Auch den Offline-Trend zelebrieren wir genussvoll – natürlich immer nur temporär.

5. Everyone you meet knows something you don’t

Wir-Kultur: Gemeinschaft ist unser höchstes Gut. Wir wählen unsere Communitys selbst, unabhängig davon, in welche Nation, welches Dorf oder welche Religion wir hineingeboren wurden. Für uns sind gemeinsame Werte und Interessen bedeutsamer als die geografische Herkunft.

6. Build bridges, not walls

Offenheit: Das Mindset zählt. Das führt nicht nur zu einer Loslösung der Gemeinschaften von geografischen Grenzen, sondern auch zu einem Fall der Mauern im Kopf. Herkunft, Geschlecht, Alter, Aussehen oder sexuelle Orientierung treten dabei in den Hintergrund. 

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Dieser Artikel ist in folgenden Dossiers erschienen:

Megatrend Globalisierung

Megatrend Globalisierung

Handelskriege, diplomatische Krisen, Cyber-Angriffe, internationale Konzernmächte – die Globalisierung wird heute allzu oft als Problem wahrgenommen. Doch die Herausforderungen, die mit einer immer komplexeren, weil zunehmend vernetzten Welt verbunden sind, dürfen nicht den Blick auf die positiven Effekte verstellen, die die Globalisierung bewirkt. Denn während die Politik noch versucht, globale Prozesse mit alten nationalstaatlichen Mechanismen zu regulieren, ist die Weltgesellschaft längst auf dem Weg in die Zukunft des 21. Jahrhunderts. Viele aktuelle Trends von der Postwachstumsökonomie über Direct Trade bis hin zum Aufstieg der Generation Global verstärken die globale Dynamik, die das internationale System in den kommenden Jahren weiter in eine progressive Richtung bewegt.

Folgende Menschen haben mit dem Thema dieses Artikels zu tun:

Tristan Horx

Das Arbeitsfeld des Kultur- und Sozialanthropologen fokussiert die Generationen X, Y und Z. Im Zukunftsinstitut unterstützt er die Online-Redaktion.

Lena Papasabbas

Lena Papasabbas ist Kulturanthropologin und begleitet seit 2014 für das Zukunftsinstitut Projekte im Research-Bereich. Ihr Schwerpunkt ist die redaktionelle Arbeit bei Auftragsstudien.