Health Trends

Der Megatrend Gesundheit hat eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft eingenommen. Aber wie steht es um die großen Wirkungsfelder in diesem Kontext: um die Beziehung zwischen Mensch und Ökosystem, angepasste Infrastrukturen am Arbeitsplatz, individuelle Gesundheitskompetenz und die Digitalisierung des Gesundheitsmanagements? Wir identifizieren den Status Quo und die wichtigsten Potenziale in Form von 20 Trends, flankiert durch eine Vielzahl sorgfältig kuratierter Fakten und Zahlen.

Health Trends | Herausgeberin: Verena Muntschick | Oktober 2016 | 123 Seiten | ISBN 978-3-945647-34-9 | 190,00 € zzgl. 7% MwSt.

Ganzheitliches Gesundheitsdesign wird künftig noch globaler verhandelt und entwickelt sich immer mehr zu einem komplexen Wirkungsnetzwerk. In Zukunft geht es nicht mehr nur um eine umweltfreundliche, sondern auch um eine menschenfreundliche Wirtschaft. Je stärker das Wachstumsparadigma in die Kritik gerät, desto klarer wird (wieder), wofür Wirtschaft eigentlich da ist: für das menschliche Wohlergehen. Denn eine Wirtschaft, die die Gesundheit der Menschen mit ihren Produkten oder ihrer Produktionsweise verschlechtert statt verbessert, ist auf einem Auge blind.

THEMENSCHWERPUNKTE

HEALTHY HABITAT – DAS ÖKOSYSTEM ALS GLOBALES GESUNDHEITSSYSTEM
Der Mensch als privater, unternehmerischer und politischer Akteur wird immer mehr zum Teil eines Rückkopplungssystems zwischen Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft. Dieses Wirkungsgefüge agiert global, komplex und ist für den Einzelnen – indirekt Opfer und Täter zugleich – oft nicht mehr bis ins Detail überschaubar. Ein geschärftes ökologisches Bewusstsein in der Gesellschaft spiegelt eine neue Aufmerksamkeit für große Zusammenhänge und lässt die Menschen auch neu auf das Thema Gesundheit blicken.

HEALTHY WORKSPACE – INFRASTRUKTUREN FÜR EINEN PHYSISCH GESUNDEN ARBEITSPLATZ
Einen Großteil unserer Zeit halten wir uns am Arbeitsplatz auf. Entsprechend fordern Erwerbstätige im Gesundheitszeitalter, dass die Arbeitsbedingungen keinen schädlichen Einfluss auf ihre Gesundheit haben oder, besser noch, ihre Gesundheit fördern. Physische Sicherheit am Arbeitsplatz ist heute weitgehend kein Thema mehr. Ganz oben auf der Liste der neuen Gefahren steht stattdessen der Umgang mit schwierigen Kunden, Patienten oder Schülern und schwer greifbare Risiken wie Zeitdruck.

HEALTH LITERACY – GESUNDHEITSKOMPETENZ WIRD ZUM SOFT SKILL DES 21. JAHRHUNDERTS
Individuelles Gesundheitswissen ist zu einer gesellschaftlichen Erwartung geworden, seit Gesundheit zu einer primär selbstverantwortlichen Aufgabe jedes Einzelnen erklärt wurde. Die Gestaltung der eigenen Gesundheit ist im Zeitalter der Individualisierung aber nicht nur Pflicht, sondern auch Wunsch der Menschen. Die Demokratisierung der Gesundheit ist in vollem Gange. So sind Gesundheitsprodukte auch in Deutschland nicht mehr nur in Apotheken oder Drogerien, sondern immer mehr auch in Discountern oder Supermärkten erhältlich. Die Aufforderung zur Auseinandersetzung mit unserer Gesundheit begegnet uns an allen Stellen des Alltags.

DIGIVIDUUM – GESUNDHEITSFÖRDERNDE VERSCHMELZUNG VON MENSCH UND DIGITALER TECHNOLOGIE
Das Digitale ist heute nicht mehr nur ein Produkt des Menschen, sondern stellt eine virtuelle Erweiterung der menschlichen Lebenswelt dar. Die Digitalisierung vervielfacht die Möglichkeiten, die Gesundheit zu managen und zu verbessern. Gleichzeitig wirkt sie auch selbst auf den Gesundheitszustand des Menschen ein und verändert Denken und Handeln, Körper und Geist. Studien stellen dabei meist die negativen Folgen der zunehmenden Vernetzung heraus – und lassen außer Acht, dass umweltabhängige Veränderungen des menschlichen Körpers schon seit Urzeiten komplexe Coping-Prozesse auslösen. In dieser Weise wirkt auch die digitale Welt formend auf den Menschen.

Einblicke in die Studie


Folgende Menschen haben mit dem Thema dieses Artikels zu tun:

Verena Muntschick

Die studierte Germanistin, Anthropologin und Biologin ist seit 2014 für das Zukunftsinstitut tätig. Als Projektmanagerin, Researcherin und Autorin arbeitet sie an Studienprojekten und Auftragsarbeiten.

Jeanette Huber

Das Spannungsfeld zwischen Zukunftsforschung und praxisorientierten Impulsen ist ihr Metier. Mit Scharfsinn und Humor versteht sie es, jedes Publikum durch lebendige Zukunftsbilder zu begeistern.

Christian Rauch

Der Soziologe arbeitet seit 2005 als Trend- und Zukunftsforscher am Zukunftsinstitut. Er verantwortet Forschungsprojekte für Unternehmen unterschiedlicher Branchen sowie Trendanalysen und Studien. Rauch ist Geschäftsleiter des Frankfurter Büros.

Janine Seitz

Die studierte Kulturanthropologin ist seit 2008 Redakteurin des Zukunftsinstituts. Ihr Fokus: die Zukunft des Handels, Digitalisierungstrends und Global Sustainability. Als Projektleiterin verantwortet Seitz die inhaltliche Koordination der Branchen-Reports.

Lena Papasabbas

Lena Papasabbas ist Kulturanthropologin und begleitet seit 2014 für das Zukunftsinstitut Projekte im Research-Bereich. Ihr Schwerpunkt ist die redaktionelle Arbeit bei Auftragsstudien.