HR-Transformation: Human Relations statt Human Resources

Führung und Talente-Management erreichen das nächste Level. – Harry Gatterer über Europas Übergang zu einem neuen Umgang mit Mitarbeitenden.

Denken Sie bei HR an Human Resources? Woran sonst? Wir plädieren für Human Relations. Zukunftsfähiges Personalwesen basiert auf Führung und Talente-Management – und beides muss Mitarbeitende in ihrer Rolle als Menschen wahrnehmen und ernst nehmen.

Der Übergang zur neuen Führung

... ist ein abrupter. Jetzt wird umgesetzt, was theoretisch bereits lange auf den Schreibtischen lag. Die Management-Lehre weiß seit geraumer Zeit, wie Führung in einem komplexen Umfeld gestaltet sein müsste, allein es fehlte vielerorts bislang die Realisierung dessen. Doch jetzt ist der Puffer aufgebraucht, es gibt keine Zeit mehr, darauf zu warten, dass sich Führungsstrukturen ändern.

Alte Hierarchien gibt es noch, sie funktionieren aber immer weniger, weil sie immer weniger mit den Werten und Einstellungen der dringend benötigten Talente vereinbar sind. Weniger klassische Hierarchie heißt dabei keineswegs, dass es keine Entscheidungsstrukturen braucht, vielmehr benötigt es neue Organisationsdesigns, die wirklich gelebt werden und die Talenten Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Der Umgang mit Talenten spielt eine enorme Rolle für die Zukunft einzelner Unternehmen, aber auch ganzer Branchen, Märkte und Gesellschaften in Europa. Die Kernfrage, die wir alle uns dabei stellen müssen, ist: Welches Umfeld wollen wir Talenten bauen? Unternehmen leben von der Qualität ihrer Mitarbeitenden, von deren Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen. Führung ist Ermöglichung. Es wäre schlicht unternehmerisch fahrlässig, die Potenzialentfaltung von Mitarbeitenden durch starre Hierarchien zu behindern. Auch weil dies langfristig die Attraktivität der eigenen Organisation mindert.

Leadership-Transformation

Die Leadership-Transformation: Übergang zu komplexem Management

Entscheiden in einer Welt, in der man sich auf nichts mehr verlassen kann? Wir befinden uns im Übergang vom linearen zum komplexen Management.

Ein neues Talent Game

Der Wettbewerb um die hellen Köpfe ist enorm und Europa ist dabei in vielen Bereichen ins Hintertreffen geraten, aus mehrerlei Gründen, beispielsweise wurde die Demographie lange unterschätzt. Unter dem starken Fokus auf ältere Generationen fristete das ausbleibende Nachrücken ausreichender junger Arbeitskräfte ein Schattendasein. Fehlender Nachschub gepaart mit offenbar nicht ganz bedarfsgerechten Bildungssystemen verursachte eine Talentelücke.

Hinzu kommt, dass wir in Europa neben dem dezidierten Fachkräftemangel in bestimmten Branchen auch einen neuen branchenübergreifenden Wettbewerb um Talente sehen. Führende HR-Verantwortliche in DAX-Konzernen bestätigten uns, dass es die Talente, die sie benötigen, vor allem im deutschsprachigen Raum einfach nicht mehr in ausreichender Zahl gibt. „Wir müssen global suchen“, sagen sie. Nicht zuletzt, weil mittlerweile viele – vom Telekommunikationsanbieter, über die Autovermietung bis hin zur Restaurantkette etc. – oftmals im selben Teich fischen. IT-Mitarbeitende, Konzeptionalisten und Co. werden in allen Branchen händeringend gebraucht. Die Technologiewucht unserer Zeit hat einen enorm hohen Bedarf verursacht und die Unterscheidung vieler Branchen nivelliert.

Worauf kommt es an, wenn (potenzielle) Mitarbeitende aus dem Vollen schöpfen können? Wie holen Sie die hellsten Köpfe an Bord und halten sie? Diese Fragen beschäftigen, denn wir befinden uns im abrupten Übergang zur konsequenten Gestaltung entwicklungsfähiger Umfelder.