Relations Mapping: Eine neue Sicht auf Kundenbeziehungen

Die neue Methode des Zukunftsinstituts hilft Ihnen, die Beziehungen zu ihren Kunden zu visualisieren und damit implizites Wissen explizit zu machen. Ein gekürzter Auszug aus der Trendstudie und dem Workbook “Lebensstile”.

Von Harry Gatterer

Zukunftsinstitut // Martin Markes, Die Zeichner

Kennen Sie auch das Gefühl, dass Sie eigentlich gern noch mehr über Ihre bestehenden oder potenziellen neue Kunden wissen wollen? Keine Frage: Die Datengrundlage, derer man sich heute bedienen kann, ist gigantisch. Jedes Alltagsverhalten der Konsumenten landet in irgendeiner Datenbank. Viele Unternehmen arbeiten zusätzlich mit Zielgruppendefinitionen oder agieren mit den diversen Modellen der sozialen Milieus. Große Unternehmen führen eigene Zielgruppen-Studien durch, beschreiben Wichtig ist bei der Beschäftigung mit den eigenen und potenziellen Kunden vor allem die Frage nach der Beziehung, die man zu ihnen hat Personas oder definieren bis ins Detail Lifestyle-, Costumer- und Shopper-Gruppen. Und dennoch bleibt das Gefühl, dass wir nur einen Teilbereich der Welt unserer Kunden kennen.

Treffend für die Beschreibung der Qualität von Beziehungen ist der Begriff der Resonanz, den Hartmut Rosa in seinem gleichnamigen Buch vertieft. Es geht um eine Verbindung zwischen Menschen: Im Wesentlichen meint das emotionale Berührtheit bei gleichbleibender Selbstwirksamkeit (das Gefühl, auf andere einwirken zu können).

Die Methode des Relations Mapping nutzt das Konzept der Resonanz, um Ihnen einen Einblick in die Beziehungen zu Ihren Kunden zu ermöglichen. Durch das Verfahren werden Beziehungen und Relationen sichtbar – und zwar buchstäblich im Sinne einer visuellen Darstellung. Dabei repräsentieren unsere aktuellen Lebensstil-Gruppen Ihre Kunden und potenziellen Kunden. Das Mapping erzeugt ein Bild, und die Lebensstile liefern die vertiefenden empirischen Informationen.

Was die Mapping-Methode leistet


1. Innere Muster aufdecken

Die Grundlage des Relations Mapping stammt aus der systemischen Aufstellung – einer Methode, die eigens dazu entwickelt wurde, um intuitives Wissen zu beobachten. Dabei wird eine räumliche Veranschaulichung von Beziehungen genutzt, um innere Beziehungsbilder zugänglich zu machen. Im Kontext der Organisationsentwicklung ist diese Methode bereits sehr verbreitet. Im Umgang mit Kunden eher wenig, da in den meisten Fällen die Basis dafür fehlt.

2. Implizites Wissen aktivieren und teilen
Das Arbeiten mit dem Relations Mapping hilft darüber hinaus auch Teams in der Zusammenarbeit. Denn durch die Sichtbarmachung der inneren Bilder von Resonanzverbindungen wird das implizite Wissen des gesamten Teams explizit gemacht. Die Technik des Mappings mittels der anschließenden Interpretation führt zu einer Erschließung und Neukombination jenes Wissens, das ansonsten in den einzelnen Köpfen verschlossen bliebe.

3. Spielerisch die Intuition wecken 
Im Relations Mapping arbeiten Sie auf eine systemische Art intuitiv – und spielerisch. Und gerade dieses Spielerische erscheint uns sehr wichtig: Das menschliche Gehirn ist gewissermaßen darauf programmiert – es ist eher ein „Spielzeug“ als eine Rechenmaschine. Die meisten Menschen tun sich sichtlich leichter, wenn sie spielerisch agieren dürfen.

Objektive Informationen werden beim Relations Mapping um Ihr eigenes, implizites Wissen und auch das Ihres Teams ergänzt. Beim Relations Mapping arbeiten Sie mit Ihrer emotionalen Intelligenz, die gerade in Zeiten von Wandel und Volatilität an Bedeutung gewinnt. Das daraus resultierende Ergebnis ist dann keine detaillierte Analyse, sondern eine neu gewonnene Perspektive auf Ihren Markt – auf Basis von Einsichten, die ohne das intuitive Zutun kaum zu erreichen wären.

Welche Fragen das Relations Mapping beantwortet

Mittels des Relations Mappings lassen sich mehrere Fragestellungen sehr gut bearbeiten. Die zentrale dabei lautet: Wer sind unsere Kunden? Im Detail geht es darum, die Beziehung zu den bestehenden und potentielle Kunden besser zu verstehen.

  • Wer sind unsere potenziellen zukünftigen Kunden?
  • Wie entfalten unsere Ideen und Konzepte ihr volles Potenzial?
  • Wie behalten wir den Überblick über gesellschaftliche Entwicklungen?

Für wen das Relations Mapping spannend ist

  • Besonders interessant ist die Methode des Relations Mapping für alle Unternehmen, die sich an direkte Kunden/Konsumenten wenden, also tendenziell vor allem im B2C-Segment
  • In besonderem Maße gilt das für: Geschäftsführer, Strategie-Entwicklung, Marketing, Werbung, Kommunikation, Produktentwicklung, Design, Innovationsmanager, Vertrieb, Berater.

Dieser Text ist ein gekürzter Auszug aus der Trendstudie und dem Workbook “Lebensstile”.

Empfehlen Sie diesen Artikel!

Dieser Artikel ist in folgenden Dossiers erschienen:

Dossier: Lebensstile

Dossier: Lebensstile

Der Megatrend Individualisierung hat dazu geführt, dass sich Menschen nicht mehr an Cluster-Codes halten: Im 21. Jahrhundert wechseln sie zwischen Clustern nach situativen Anlässen, mehrmals pro Tag. Heutige Lebensstile definieren sich deshalb nicht mehr nach äußeren Zuschreibungen, sondern nach Wünschen und Werten.

Folgende Menschen haben mit dem Thema dieses Artikels zu tun:

Harry Gatterer

Harry Gatterer ist Geschäftsführer des Zukunftsinstituts. Sein Spezialgebiet ist die Integration von Trends in unternehmerische Entscheidungsprozesse. Er berät Unternehmen dabei, relevante Trends zu erkennen und zu nutzen.