Slow Business

Jahrzehntelang war das Streben nach Fortschritt vom Glauben an Beschleunigung bestimmt. Entscheidungen im Management, Innovationsprozesse, Immobilienprojekte, kreative Geistesblitze – wenn etwas zu lange dauerte, war es schlecht. Langsam wird jedoch klar: Zeitknappheit und Alltagsstress erlöst man nicht durch noch mehr Effizienz. In der Studie Slow Business signalisieren 8 Wirtschaftsbereiche die Absage an die alte, dem Ende entgegenrasende Beschleunigungsökonomie. Entdecken Sie in Slow Business, was Fortschritt ohne Schnelligkeit im Zeitalter der Achtsamkeit bedeutet.

Slow Business | Herausgeber: Christian Rauch | Juli 2016 | 112 Seiten | ISBN 978-3945647-29-5 zzgl. 7 % MwSt.

SCHWERPUNKTE DER STUDIE

FOOD
DIE DE-INDUSTRIALISIERUNG EINER BRANCHE
Lange hat die Industrialisierung den gesellschaftlichen Fortschritt geprägt. Sie galt als Garant für Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Doch am Horizont zeichnet sich eine Trendwende ab, eine Abkehr vom „alten“ Industrialisierungsbegriff. Warum Qualität heute Zeit und Vorstellungskraft braucht. Eine Analyse der Food-Trendforscherin Hanni Rützler

URBANISIERUNG
URBANE DYNAMIK DURCH ENTSCHLEUNIGUNG
Immer mehr Orte verschreiben sich dem Leitbild der „Slowness“, um ihren Bewohnern ein höchstes Maß an urbaner Lebensqualität zu bieten. Dabei verbinden sich vielfach lokale Tradition und kulturelles Erbe mit modernem Zeitgeist und Innovation. Es ist gerade diese Mischung, die zu einer zukunftsweisenden Stadtentwicklung beiträgt, prognostiziert der Wirtschaftsgeograph und Nachhaltigkeitsexperte Daniel Anthes

MEDIEN
QUALITÄT, MODERNITÄT UND UNABHÄNGIGKEIT ALS TREIBER LANGSAMER MEDIEN
In der Medienwelt ist Schnelllebigkeit wie kaum irgendwo sonst zum Alltag geworden. Der Kampf um die Aufmerksamkeit macht weder vor Bildern noch vor Text und Ton halt. Und er ist vermeintlich nicht anders als durch rasantes Tempo zu gewinnen. Tatsächlich aber ist die Entwicklung in der Branche nicht nur von Beschleunigung geprägt. Immer öfter werden durch Slow Media erfolgreiche Innovationsimpulse gesetzt, beobachtet die Trend- und Zukunftsforscherin Anja Kirig

DESIGN
DER INDIVIDUELLE LUXUS DER HANDMADEÖKONOMIE
Der Slow-Trend sorgt für einen wirkungsvollen Wandel in der Designbranche. Eine wachsende Zahl an Konsumenten orientiert sich verstärkt an neuen Qualitätsmaßstäben von Nachhaltigkeit, Individualität, Regionalität, Transparenz und Langlebigkeit. Der Megatrend Neo-Ökologie und die Do-it-yourself-Kultur sorgen nicht nur für einen Wachstumsmarkt grüner Produkte, sondern für die Weiterentwicklung und Wertschöpfung innovativer Designkonzepte, sagt der Trend- und Zukunftsforscher Christian Rauch

RETAIL
SINNSTIFTUNG STATT SHINY SHOWROOMING
Der Slow-Trend sorgt im Handel für facettenreiche Nischenphänomene. Ihr Erfolg basiert auf einem Angebot, das kein Produkt ist: Resonanz. Wie der Gegentrend zur gängigen, auf immer schnellere Prozesse ausgerichteten Strategie die Handelslandschaft prägt, zeigt die Trendforscherin und Retail- Expertin Janine Seitz

ARCHITEKTUR
DER WERT DES „LANGSAMEN“ BAUENS
Die Zukunft des Bauens wird immer öfter von einer Architektur geprägt, die schrittweise und organisch entsteht. Wie Slow Architecture mit hohen Nachhaltigkeitsmerkmalen erfolgreiche Gegenentwürfe zu konventionellen Gebäuden realisiert, beschreibt die Trendforscherin Christiane Varga

INNOVATION
DIE ENTDECKUNG VON ZEIT UND RAUM
Unter dem Druck von Globalisierung und Digitalisierung ordnet sich auch das Kreativgeschäft neu. Wie lässt sich größer planen? Schneller kreativ sein? Der nächste Hype produzieren? Auch das Nachwuchsproblem wird zur Aufgabe. Zeit, sich mehr Zeit zu nehmen? Für die Rückkehr zur Intuition? Ein Essay aus der Perspektive eines jungen Agenturgründers von Gabriel Diakowski

TOURISMUS
RESET AUF REISEN
Die Tourismusbranche hat ihre Strukturen in der Vergangenheit auf Schnelligkeit und Effizienz hin entwickelt – und stößt damit an ihre Grenzen. Jenseits von Pauschalurlaub, Massentourismus und Jetset-Mythos etabliert sich daher jetzt Slow Travel als erfolgreiche neue Form von Erlebnisreisen, analysiert die Trendforscherin und Tourismusexpertin Anja Kirig

Einblicke in die Studie


Dieser Artikel ist in folgenden Dossiers erschienen:

Folgende Menschen haben mit dem Thema dieses Artikels zu tun:

Christian Rauch

Der Soziologe arbeitet seit 2005 als Trend- und Zukunftsforscher am Zukunftsinstitut. Er verantwortet Forschungsprojekte für Unternehmen unterschiedlicher Branchen sowie Trendanalysen und Studien. Rauch ist Geschäftsleiter des Frankfurter Büros.

Hanni Rützler

Sie ist Pionierin und internationale Größe der Ernährungswissenschaften. Als Expertin spannt sie auf der Bühne einen multidisziplinären Bogen für den anspruchsvollen Geschmack zu den Themen Food, Gastro und Gesundheit.

Daniel Anthes

Der Diplom-Wirtschaftsgeograph unterstützt als Berater das Kundengeschäft des Zukunftsinstituts und ist außerdem als Autor und Speaker tätig. Privat engagiert er sich im Vorstand eines gemeinnützigen Vereins und schreibt nebenbei für diverse Zeitungen zu Nachhaltigkeitsthemen.

Anja Kirig

Die Politologin und Journalistin ist seit 2005 für das Zukunftsinstitut als Autorin zahlreicher Studien tätig. Zu Anja Kirigs Schwerpunkten zählen Food, Freizeit, Gender, Gesundheit, Konsum, Neo-Ökologie und Tourismus.

Christiane Varga

Die Soziologin und Germanistin leitet im Zukunftsinstitut Forschungsprojekte für Unternehmen. Ihr Fokus liegt auf den Themen New Living, New Work, Geschlechterrollen und Tourismus.

Janine Seitz

Die studierte Kulturanthropologin ist seit 2008 Redakteurin des Zukunftsinstituts. Ihr Fokus: die Zukunft des Handels, Digitalisierungstrends und Global Sustainability. Als Projektleiterin verantwortet Seitz die inhaltliche Koordination der Branchen-Reports.

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