Wie aus Megatrends das Feuerwehrauto der Zukunft wird

Aus der Arbeit mit den Megatrends entstand bei Rosenbauer, dem weltweit führenden Hersteller für Feuerwehrtechnik im abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz, eine spezifische Trend-Map im Feuerwehrkontext und in der Folge mit dem CFT bzw. RT das Feuerwehrauto der Zukunft.

Bild: Rosenbauer

Herausforderung

Das börsennotierte Familienunternehmen Rosenbauer besteht mittlerweile in der sechsten Generation und ist seit mehr als 150 Jahren im Dienste der Feuerwehren tätig. 1866 noch als Handelsbetrieb, tritt man seit 1906 als Produzent von Feuerwehrgeräten in Erscheinung und entwickelte sich nach dem Börsegang im Jahr 1994 zum international führenden Ausstatter von Feuerwehren. Um seinen Status als Innovationstreiber auszubauen, entschied sich der Rosenbauer-Vorstand im Jahr 2010 dazu, sein Innovationsmanagement strukturierter aufzustellen. „Uns war wichtig, die Zukunft und ihre Möglichkeiten für unser Business und unsere Branche besser einschätzen zu können“, erklärt Alexander Ronacher, Head of Innovation Technology and Research bei Rosenbauer, im Interview.

Prozess

Mit dem Kennenlernen der Megatrend-Map öffnete sich für Rosenbauer 2012 die Tür in den Megatrend-Kosmos. Die intensive Beschäftigung mit den 12 Megatrends ließ das Unternehmen Schlagwörter hinterfragen, Trends und Verbindungen zum Feuerwehralltag „Vor dem Hintergrund, dass wir Produkte machen wollen, die für die Zukunft relevant sind, waren die Megatrends tatsächlich unsere Basis, um dieses Fahrzeug so konzipieren zu können.“ erkennen und Ableitungen für das eigene Business machen. Seither sind die Megatrends Basis der Innovationsarbeit bei Rosenbauer, wird die jeweils aktuelle Megatrend-Dokumentation stets intensiv von Rosenbauer durchgearbeitet und auf den Kontext Feuerwehr angewandt. In einem mehrstufigen Workshop-Prozess werden die Megatrends intern sowie extern gechallenged, u. a. mit dem Produktmanagement-, Sales- und Vorstandsteam sowie Stakeholdern besprochen, mit Technologietrends kombiniert und im Rahmen eines europäischen Workshops mit rund 30 Experten und Expertinnen aus dem Feuerwehrbereich, aus der Politik, dem Katastrophenschutz und der Industrie besprochen. In mehreren Schritten werden die Erkenntnisse immer wieder verdichtet, reflektiert und Konsequenzen abgeleitet. Dies dient den Entwicklungsabteilungen im Unternehmen als Inspirationsquelle für Innovationen und setzt die Schwerpunkte für die Forschungsabteilung.

Ergebnis

Rosenbauer adaptierte im Zuge seiner intensiven Auseinandersetzung mit den Megatrends und deren Übersetzung auf den Feuerwehrbereich die originale Megatrend-Map des Zukunftsinstituts und generierte so eine spezielle Feuerwehr-Trend-Map mit rund 120 Makrotrends. Diese schafft in der gesamten Branche ein Bewusstsein dafür, wie sich die Feuerwehr mittel- und langfristig entwickelt. Zahlreiche Landesorganisationen und Feuerwehren in Österreich und Deutschland arbeiten mittlerweile mit der Feuerwehr-Trend-Map und teilweise in speziellen Workshops, um sich damit organisatorisch, strukturell und technisch für die Zukunft zu rüsten.

Die Entwicklung des Concept Fire Truck (CFT) bildete die Grundlage für den späteren Revolutionary Technology (RT).

Darüber hinaus spielen die Megatrends bzw. die Feuerwehr-Trend-Map (mittlerweile in Version 4.0 erschienen) eine zentrale Rolle in der Produktentwicklung von Rosenbauer, was sich etwa am Concept Fire Truck (CFT) zeigte. In Konzeption und Design dieses international viel beachteten Feuerwehreinsatzfahrzeugs – bei dem Rosenbauer wie gewohnt eng mit moodley industrial design zusammenarbeitete – spiegeln sich die Anforderungen der Zukunft wider: vom Cockpit, über die Besatzung in der Kabine bis hin zum Antrieb. „Vor dem Hintergrund, dass wir Produkte machen wollen, die für die Zukunft relevant sind, waren die Megatrends tatsächlich unsere Basis, um dieses Fahrzeug so konzipieren zu können“, so Ronacher. Aufbauend auf die Konzept- und Designstudie CFT präsentierte Rosenbauer im Herbst 2020 mit dem RT (Revolutionary Technology) einen technischen Prototypen, der bereits alle wesentlichen Merkmale des zukünftigen Endproduktes besitzt und sich schon sehr nahe am Seriencharakter befindet.


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