Future People: Die KI-Aufklärer

Welche cleveren Köpfe inspirieren und weisen uns den Weg in die Zukunft? Wer sind die Helden für ein besseres Morgen? Lernen Sie die Future People kennen! In diesem Teil: Die KI-Aufklärer. – Ein Auszug aus dem Zukunftsreport 2019.

Illustration: Benedikt Eisenhardt

Künstliche Intelligenz (KI) wird uns alle Entscheidungen abnehmen, die Welt beherrschen, uns vernichten! Wo vor KI gewarnt wird, sind solche Szenarien nicht weit. Doch der Fokus auf ferne Zukünfte verhindert allzu oft die Beschäftigung mit den realen Risiken.

Bereits die heutigen KI-Systeme bilden mächtige Werkzeuge, die unseren Alltag beeinflussen: Sie steuern autonome Fahrzeuge, handeln selbstständig mit Wertpapieren oder leiten aus Facebook-Likes die politische Gesinnung der Nutzer ab. Die KI-Aufklärer trennen mit ihrem Fachwissen Fiktionen von Wirklichkeit und lenken den Blick auf die wesentlichen Fragen – damit der Nutzen für die Gesellschaft die Risiken übersteigt.

Kriti Sharma

Mit 15 Jahren baute die junge Inderin ihren ersten Roboter, mit 30 ist sie als Gerechtigkeitsingenieurin im Bereich der KI unterwegs. Sie analysiert Algorithmen auf Diskriminierungen und arbeitet für zahlreiche Großkonzerne. Auch das britische Parlament suchte ihren Rat, und die Vereinten Nationen kürten sie zum Young Global Leader.

Toby Walsh

Nur weil etwas möglich ist, muss man es nicht tun: So könnte ein Motto von Prof. Toby Walsh lauten, der unter anderem an der University New South Wales zu KI forscht. Der renommierte Experte überblickt die Entwicklungen seines Feldes schon seit Jahrzehnten. Er engagiert sich insbesondere aktiv für ein weltweites Verbot autonomer Waffensysteme, um ein unkontrollierbares Wettrüsten zu verhindern. 

Carla Hustedt

Die Managerin des Projekts „Ethics of Algorithm“ der Bertelsmann Stiftung hat das Ziel, ein kritisches Bewusstseins über die Chancen und Risiken von KI zu schaffen. Hustedt macht sich stark für eine stärkere Reglementierung von KI-Technologie: Etwa beim Thema Börsenhandel, wo heute in Millisekunden Wertpapiere gehandelt werden und Kontrolle kaum mehr möglich ist.

Supasorn Suwajanakorn

Der Spezialist für optische KI-Systeme bringt Computern bei, täuschend echte Videoaufnahmen zu erzeugen, etwa politische Kundgebungen, die nie stattgefunden haben. Das Projekt des Google-Brain-Experten heißt „Reality Defender“ und soll in Zukunft solche KI-manipulierten Aufnahmen erkennen können. Suwajanakorns Forschung macht deutlich, wie KI gezielt zur Desinformation genutzt werden kann.

Damian Borth

Wie genau eine KI ihre Entscheidung trifft, lässt sich nur sehr schwer nachvollziehen und hängt vor allem von den Daten ab, mit denen man sie füttert. Damian Borth ist Experte für maschinelles Lernen an der Hochschule St. Gallen und hält eine bessere Kontrolle der Systeme für notwendig. Er plädiert für einen unabhängigen KI-TÜV, der prüft, ob eine KI auch wirklich das tut, was sie soll.

Ein Auszug aus dem Zukunftsreport 2019.

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